Mannheim
Compact Memory

Der Schild · 1936-02-21 · 8 (21.2.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
8 (21.2.1936)
Date
1936-02-21
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/4911661-5448578-5449573--073-4915758
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ueher dir ihm gelungen« Entdeckung einer .nittelalterlichen Synagoge <XIll. l lahrhunheril in Breslau. benchtete im Ku Iturbund Broffssor Dr. In-. Alfred Gro te. in kineni fesselnden Lichtbilder-Dorttag. der sich leichkeilig als eine Einführung n d>< ses wich- --«-•*«:-*- -.«m.k, h, Forn Jahr- JUDENTU Betblatt de« „Schild41 Berlin, 21. Februar 1936 Auf den Spun n jüdischen. Eine Synagoge’aus dem 13. Jahrhundert liiie, lange vernachlässigte, aeschichtli Ichungsgeoiet darstellte. In den letzt ( r „i._ L.*af4>44 «h meinen Urä en laum jur Kenntnis genommen wurden, ie ich selbst es 1923 mit dem M inster in ikünfterberp in Schlesien erlebte. -Auch lese! berühmte Kirche ist durch Umbau aus inem uralten Svnagogrnbau entstauben: und .-.ochlheut« erinnern die beiden, dein Umbau .eheugebliebenen Säulen an die beiten Säuen Jachin und Boas des salomonisäen Temels. nur sind sie etwas verstärkt icfr Säulen sind nämlich — wie Lnnigoge in Worms, die als Deutschlands ilttje gilt (1034) und in der Alt-9 eu>S«hul .n i)rag — für alle mittelalterlich« n Synaliogmbautrn Deutschlands charak erifl isch. Und md> das andere stets wiederkehrer de Ehaaktcriftikum fehst nicht: die je zwn Stützeiler auf den Auhenlängsseiten ui d je «in oldHtr Pfeiler auf jeder Schmalsei lEiaaitümstchkeiten dienten aber nicht cllgiönsgeschichtljcher Symbolik, son »ern wa n auch durch hie damals noch mcnyelhafte aukunft bedingt: man hatte noch '— “ trf Möglichkeit gefunden, um eine, hie Jnnendecke eines »rcn iDach un leine aneits das gröberen erlei aumes und andererseits die hohen 3 Bant« zu Iltützen. Zwischen den Säulen ttand stets der kAlmemor. der so in beiden durch djj Säulen fgeteilten Schissen allen sichtbar wa udenausumgr- Verin Münd fetzte Raum voran, so hoch en verljhere Eck- Hochen freien chgelzend Wo nach den mittelalterlichen? Ineibungen die Synagogen in Kirchfn I wandelt wurden, wendete man zwei liahren an. Entweder legte man. wie fsterberg. die eine Schmalmauer um leinen erheblich gröberen und langctn ■ mit dem Hochaltar dem alten Raun loder man stockte den alten Bau sclbU laui. dah die beiden stützenden Sätzl I'chwinhen konnten und setzte dafür ä Irffilcr an: denn der christliche, auf t Iaitar konzentrierte Ritus erfordert« eii j Blick aur den Altar, der bei duh> weischikfiger Gestaltung unmöglich Ein drittes, häufig auftretendes soweit nicht bei Umbauten beseitigst baulich unmoliviette dritte Rivven ai 'Gewölbe, die nur dem Zweck dientgn cs-Form zu yermeiden. Ferner f' bäuiig unter den (irsprünglichen mß liche» Synagogen noch Kellergewölt tief angelegt sind, wie es das Gr erforderte, weil sie als Frauenbädrr - dienten. wen I Eine ganze Anzahl au» Synagisg standener Kirchen und auch Pr« führte Professor Grotte in Lichtbild« Für den aufmerksamen Bettachter s Altenburg i Kaufhaus M. 'SD S. (3 Altenburg in Thürin n 1 Beuthen SPEZIALHAUS FÜR W0LL«i Iah.: Friedrich Freund BEUTHEN 0 8. [ Dortmund Kirchen häufig daran kenntlich dah . das Mauerioerk der Giebelseiten und auch oft der Langseiten, dort, wo einst die Aufstockung bei dem Umbau begann, verschiedene Farbentöne aufweist: von dem unteren fast schwarz gewordenen Teil geht die Färbung >n das etwas hellere neuere Mauerwerl über, so dah man den Aussatz des ursprünglichen Dache» ganz deutlich erkennen kann. Als an einem sonnigen Tage Professor Grotte an der Eymnasialkirche. neben dem Matthiasgymnasium auf der Schuhbrücke in Breslau oorüberging. wurde er durch diese Beobachtung ausmerksam und stellte Nachforschungen an. die seine Vermutung bestätigten. Noch heute ist an der zur Strohe gelegenen Schmalwand der alten Kirche der Ein,elpfe!ler deutlich sichtbar. der aber eines für hie Kirche ausgebröchcnen Fensters wegen verkürzt als Torso dasteht. Ferner ist an den einen Pfeiler der südlichen Längsseite eine Kapelle angebaut worden, wobei man aber nicht die Bodenfestigkeit usw. berücksichtigte, so dah sich zwischen altem Pfeiler und neuem Mauerwerk ein heute noch auhen deutlich sichtbarer Ritz gebildet hat. Auch die ehemalige Synagogenvo,Halle ist innen noch erkennbar. Vor allem aber hat man dort Kellereiey unter her Kirche später erweitert — und u. a. zur. Beisetzung des schlesischen Dichters. Arztes und Printers Anielus Silesius benützt, .— di«-in ihrer Tics« und Art die Erinnerung an die Fraumbäler wecken und auch dem Niveau des Grmdwassers (in nächster Nähe der Oder» ent vrechen. Ikon dieser Synagoge hat selbst Brann. der doch die züdische Geschichte Schlesien» genau erf »rscht«. nichts erfahren. Di« Erbauung, wohl duich Prager Meister erfolgt, ist für hie Zeit um 1270 anzünehmen. Schon anlählich der 1319 erfolgten Judenaustreibungen erfolgt« die Schlietzung der Synagoge. Als der Kaiser der Stadt seinen Besuch meldete, um die Austreibung seiner Klage führenden „Kammerknr hte zu untersuchen, wurde schnellsten», um ihn zu beruhigen, der Umbau der allen Sana >oge in eine weit gröbere Kirche in Angriif genommen, so dab man ihm» ein fromme. Werk als Tatsache vorweisen konnte. l)ie ganz« Lage und Umgebung der Kirche stiiimt mit ihrer nunmehr geklärten geschichtlicken Vergangenheit durchaus überein. Denn in nächster Nähe befand sich um die schützende kai erliche Burg, die heutige Universität herum. ehemals das Judenviertel des mittelalterlichen Breslau. Leo Leuner. Dies« Schalen sind au» doppeltem Gla» und enthalten ein« dürme Zwischenlage von Gold- , blättchen. Diese Goldolättchen gewähren un» heute mit ihren Darstellungen wertvolle Aufschlüsse über hie altjüdisch« Kunst und ihre Beziehungen ju zeitgenössischen Hellenistischen, römischen und altchnstlichen Kunstströmungen und Kunstbestätigungen. Auch sie zeigen die altjüdischen Symbole des siebenarmigen Leuchters,. des' Löwen, des Leviathan u. a. Die Technik dieser Goldeinlagen zwischen Glas war t eine syrisch« und ist von den Juden nach Rom gebracht worden: ebenso haben die Juden auch die spanische Fayencetechnik nach Italien verpflanzt. | Die Ausgrabungen, die von den mterefsierlen Stellen, u. a. von der Universität zu Jerusalem, gefördert werden, versprechen kulturgeschichtlich äuberst wichttge Auischlüsje. Auf jeden Fall verdient die Bemühung des »Jüdischen Äuseums-Vereins. die Wichtig keil die- . 'er Ding« deutlich zu machen, wärmt« Förderung. Eine interessante Diskussion schjloh, nach der Besichtigung weiterer Kul:urgerate und Bilder, den Sabbalh darstellend, den Abend im Jüdischen Museum. Kam. L R. dl Kunst am Sabbath Merkmal — sind Decken- Kreuden sich tlelalterdie so ndwasser - Mig- .en «ntanbaulen rn vor. nd solche In dem anerkennenswerten Bestreben, den Museumsbettieb aufzulockern und das Interesse an den Dingen jüdischer Kunftausübung zu vertiefen, hat:e her Jüdische Museumsverein zu einem Lichtbilderoortrag von Frl. Df. Irmgard Schüler über den „Sabbath im Spiegel der jüdischen Kunst" geladen. Di« neue Assistentin des Jüdischen Museums führte aus, dag. wenn die Juden sich als Volk gefühlt hätten, sie sich doch immer als ein Priestervolk betrachtet hätten, und dab ihre Kunst denn auch eine vorzugsweise r«l i * g i!ö se gewesen sei. auch da, wo sich religiöse Hebungen zu volkstümlichem Brauchtum verdichteten. Mit rein aesthrt.schen oder ltilistisch-formgeschichtlichen Untersuchungen käme man an das Wesen der jüdischen Kunstausübbing nicht heran, die sich vieler Stile ihrer Umgebungen und Zeiten bedient habe: eher schon durch eine Anlehnung an die geistesaclchichlstche Betrachtungsweise. Jüd.shr Kunst seil zum Test verhindert worden durch dir Scheu, solche Wesen abzubilden, die zur Anbetung hätten führen können, wie da» HeideNtum es tat. Diese Scheu sei recht beklcigenswert gewesen, gleichwohl hätte es liberale Epochen gegeben, di« körperliche Darstellungen innerhalb gewisser Grenen zuliehen, bis diese Freiheit wieder durch eine'ortho-- dore Welle, oder, wie die Vortragende sich auodrstckte, durch einen „orthödoren- Biloersturm" zunichte gemacht wurden. Heut«, so fügen wir hinzu, freuen sich jedenfalls Liderase ebenso wie Orthodore über das verhaltniomäbig Wenige, aber Wichtige. das von früherer jüdischer Kunstausübung erhaltest ist. Es geht auf ein hohes Alter zurück. Wer hätte z. B. gedacht, dab die ziehbar« Lstbbath-Lüngelampe. die bis ins 19. Jahr hindert hinein in jüdischen Häusern gebraucht wird« und noch auf den bekaimten gemütvollen Sabbath-Bildern Mpritz Oppenh« i m s in sichtbarer Anwendung ist. die Fi rm der antiken Oellampe. ein wenig weite! gebildet, ausbewahrl'i' Wer hätte gedacht, doh di« Türmchen der Besomimbüchfe der H iwdala. ebenso wie frühe Formen der Monstranz sich wahrscheinlich den Turm Davids in Tempel zu Jerusalem zum Vorbild ge ncmmen habe? (Die späteren Besoniimbüchsen zeigen meist gotisierende Formen». Wer denkt bei den Vorschriften zum Sederabend ai die antiken Gastmähler, die die Gäste, ai f Ruhebetten liegend, verbrgchlen? Wer w ib. dab der Gebrauch der Besombüchs« möglillzerweise ein Rudiment der antiken Silte d< erstellt, bei Galtmählern duftende» Räucherw:rk in die Räume zu bringen',' (Später wird dieser Brauch gedeutet als ein Abschiednehmen »in dem paradiesisch-feierlichen Zustande des Sabbaths, in dem die Gewürze den Wuchs u id die Wohlgerückie des Paradieses vertretc n». Wer, weitz. dab das herkömmliche Fischg richt am Sabbath eine Erinnerung an d«n Lkviathan darstellt, der wie Löwe und Pest än ein altjüdisches Symbol ist? Dies alles wird von dem konfervattveN Gfiste der Jud n festachalten und erlangt eine neue. fest«, bimt allerdings erstarrte Form. Die vorgeführten Lichtbilder zeigten die Lultgerät« des Sabbaths: Leuchter. Kiddusck>- b «her und Besomimbüchfe. Darunter waren jene idduschbecher-Schalrn. die in den Katakomb>n gefunden wurden. Di« Juden gehörten a lo auch zu den Völkern, die an die Aufe jlehung glaubten und darum ihren Toten Fange ms Grab mitgaben, von denen man n einte, dab der Tote sie im Jenseits brauche. Schrifttum Eine „Porim-Megilla" hat Herr Dr. Her bert Loewenfteitz. Kunstverlag, Berlin SO. 1b. Rungestr. 15. herausgegeben Der vollständige punltierte Tert in Sofer- Lriginalschrist ist von Otto Geismar mit vielen Bildern ausgeflattei worden..Man hat die alte Rollenform beibeha.ten ^»nd »hr Zeichnungen eingefügt, die in der Sparsamkeit, des Strichs und der Auifasiung sich gut in den Inhalt der Ester-Geschichte einfugen. Die Zeichnungen wirlen wie «ine Uebecrragung alt-orientalischer Malereien. Der Pceis von 50 Pfg., mit Hülle 65 Pig. macht diese Megilla zu einer wertvollen Bcreicheruii^ für das jüdisch« Haus und die jüdisthe S>hule und dürfte der jüdischen Jugend als neue. Anregung gegeben werden, selbst Jllustrattonen zur Hagada und Megilla zu schaffen, die dann hoffentlich auch so wie die Zeichnungen Geismars in einer engen künstlerischen Verbindung zum Inhalt dr! Erzählung stehen. pym. Moser Mendelssohns Brautbriese sind aus Anlah seines 150. Todestages und^ zum Jubiläum der Schocken-Bucherei als deren 50. Bändchen erschienen. Professor Jsmar E l b og e n'schried das.Ge leitwork zu diesem ersten freilich nur ein-» seilig — erhaltenen jüdischen Liebesbrief Wechsel, der Rioies Nceiibclsiohn von einer weniger bekannten Seile ze.g:. in seiner dreibigjährigen Verliebtheit, in s«ineo jüdischen Familiarität und in seinem privaten Temperament. Ost genug kommt der philosophüche Lehrer zum D.ttchbruch: „Sie mus-en nit ieht zu den Büchern Ihre Zuilucht nehmen [als in zweierlei Fällen, wenn Ihr Gemüt Ergötzung fordert und sie im gesellschattliwen Umgang nit findet, das ist eines, und .zweitens, wenn Ihr Herz in dem Vorsatz zum Guten Bestärkung nötig hat. Wider eine von diesen Krankheiten hilft die Medizin, über zu viel Medizin verdirbt". l Aus den Briefen geht hervor, dah auch Fromet Guggenheim eine individuelle Liebes wähl getroffen hat!« und keine zeitubliche. zusammengebrachle Ehe schlotz. Der Anhang des wieder köstlich gedruckten, mit hübschem Bild* schmuck versehenen Büchleins enthält neben einem.Briefe Mendelssohns an Thomas Abbl auch Ehe-Brieie von Frau Fromet. - Dr. L. W Gebr. Kanlmann AL 6. DMUnind Das Haus der guten Qualmten Frankfurt a. M. ZIGARREN-WOLF Zigarren - Zigaretten Frankfurt a. M, Zell 49 Hellbronn JhreBezugsqueHe Brüder Landauei SCHMOLLER im Herzen Mannheims Lelpxlg Münster I. W. Nürnberg Konfektion Kleiderstoffe WelQwsren Nehmen Sie bitte bei Ihren Einkäufen stets Bezug auf das IHI Inserat im „Schild“ Paderborn 1 Stein berg & Grünebaum PADERBORN WWNMMMW Das fahrende Kanfboos Stettin ] OBEL - und Teilzahlung In bnfcnnnt outen Qu*l1ttft«n, In Elofcn und vtnlnn EdnlMJxarn, priiswsrt and In radotidf AutwmM Blumenreich QrojejWoirweberstrj^ö/aO Bielefeld ] . Alsberg & Co. BIELEFELD Breslau Fachmann Ihre AMCMIleer pflker earal AttranttfraoeA Anzeigensdfuss | Dienstag | Pirmasens LOUIS LANDAUER PIRMASENS ' *=» Seit über 53 Jahren [ WUrzburg 1 H. nanaoer d Sohn Weinbrennerei ■ar Grootiasdeisferkenr neQcr&Llssmann Nachl. Hans I. eledanie Damenmoden [ Frankfurt a. O. II KAUFHAUS GEORG MEYER Frankfurt - Oder Fftr feinate , Herrenkleidung fertig und nadi Mafc MAX WCTLFF I Lelpxlg 1 flehr. ZoUponn Lalpalfl ■ a HlHia.M IcL »IM Hamburg ~y“ 1 WALTER DESSaÜerI HAMMERBROOKSTR 93a i SiegbeA Falck OPABNAZM ALTONA-LANOENFELDE j - FhMmlU /-Raii M1SJS ■ S41SJS I Musbad daa R^F ■s rar uc » naiijc muH) von t*in Blüh. fiOhrendamra 166 a EWlaWMMlIMMiliWWMlWMIiMMili Dur „Schild“ der trfofgrticBt Werber 4555

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.