Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 7 (14.2.1936)
- Date
- 1936-02-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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A M HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. 15. EneMat JedtaFraitai SchrifOattang and Variag s Berlin W soldatse B. V.). Feraapr.: J1 Biaini UMhrilt: 8chfldksaiwad. Redaktioi Md Rlekaendung aaverlangt eingehender Bai Nichtlieferung oi 1 ne Nr. 7 / 15. Jahrgang €iniQ Mit der illustrierten Beilage (gDIE KRAI1 ■ " für Sport und Jugendertüchtigung Prsis 2S Pfseeif Kurflretarviimm 200 (Relehebund jüdischer Front 7483,8888,8884. Postscheck: Berlin 70889. TdegrammlaB: jaden Dienstag vor Erscheinen. FOr Aufnahme Manuskripte wird keine Gewehr übernommen. Verschulden kein Vergfltungsanspnich. . 12gaapaltjne 1,10. Anzeigea- Batagsprala: Rli 0^i8 im Monat zuzüglich Poetbestellgeld. Anzeigenpreis: Die Millimeter-Zeile RM 0,16. Stellenangebote und -Gesuche, Pamfliehanzeigen RM 0,1 sehtuB: jeden Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif! Ansehen*" Verwaltung: Bepa Verlag Renski A Pakuscber, Berlin W 60, Regensburger 8tm8a 8t- Fernspr.: B 4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin 82629. S?r rlin, 14. Fr bl vor 1| im Vollen und in Lee toi! Die Tagung der Landesverbandsvorsitzenden des RjF. bei der Bundesleifung in Berlin Der verlaus der Sitzung Grundsätzlich« Ausführungen Kam. Dr. LSwenfteins 193». Sie verttaiiensimlibgebmig *Jlin Sonntag, dem 9. Februar Sitzung der Vorsitzenden der LanL und der Vunoesleitung des Reicht bischer Frontsoldaten in Berlin der Tradition des Bundes begann: mit dem ehrenden Gedenken der ge incroben; hier in knüpfte der Bundeisi Kam. Dr. L o w e n st e i n Worte griisiung für die Anwesenden. Er ein auf die unverantwortliche Davos, der gegenüber es für Mät Ebren die Waffe getragen schiedslos nur schärfste moralische geben könne, j . fand eine esv er bände bundes jüatt. Nach )ie Sitzung illenen Kg» Vorsitzende der Beging dann ordtat von ner, die in . »en, unter- 7 erurieilung ha, an dar lii i>n Es folgte der soldatisch knappe, »in so inhaltsreichere Bericht von Ernst Rosenthal von der Bt über die sachliche Arbeit des Bun > jüdischen Frontsoldaten' und auch für die jüdische Ehre. An sich Ausführtmgen des Mitgliedes leinmg Kam. Dr. Elsbach übe schriftliche Sitüation der jüdischen über die präktische Zusammenarbeit übrigen jüdischen Organisationen, wanderungsfragen, sowie der Bundesfinanzen, der dem Vorsijtzei Benvaltungsrates Kam. Dr. S i e;u Worten der Anerkennung für Vcrwaltungsarbeit bot. i sie Nachdem ider E Portdezernent Walter Best über die erfreuliche des Sportbündes gesprochen (jattjr der Bundesvorsitzendc Dr. L ö selbst über die Stellung des RjF. innerhalb bei Gemeinschaft. ker > Fo Tatsachen Kam. Dr. ndesleitung es für den t zugleich schloffen Bundesdie wirtntkämpfer, mit den über Auet über die nden des g e l Anlasi geleistete Die am S. Februar 1SS6 in Berlin, versammelten Vorsitzenden der Landesverbände des RjF. haben von den Berichten des Bundesvorfitzeuden und der Kameraden der Bundesleitung über die Arbeit des Bundes Kenntnis genommen. Sie sprechen für diese Tätigkeit Dank und Anerkennung aus. Namens aller 16 Landesverbände und ihrer 360 Ortsgruppen erklären sie der Führung des Bundes einmütig ihr uneingeschränktes ^vertraue« und ihre treue Gefolgschaft. Sie wissen, daß die Führung des Bunde» auch weiterhin alle» tun wird» um dem RjF. innerhalb der jüdischen Gemeinschaft die Stellung zu erhaltey und zu verschaffen, die seiner Bedeutung als Repräsentant der jüdischen Frontgeneralion in ideeller und tatsächlicher Hinsicht entspricht. In Auswirkung der siet» von ihm vertretenen Lebensauffassung dient der RjF. in Disziplin. Einsatz- und Opferbereitschaft der jüdischen Gesamtheit und fördert im Bewußtsein der Große von Aufgabe und Verantwortung im Geiste echter Frontkameradschaft die Bildung einer innerlich gefestigten jüdische« Gemeinschaft in Deutschland. de» RjF. Umwicklung referierte e n st e i n w jüdischen Der Kameradschaftsgedanke, der dem B«nd «ein Gepräge gibt, habe sich als e n besonders fester Äitt frwiesen. Auch in »en anderen, jüdischen Gruppen erkennt man heu!e die Stärke und Geschlossenheit des RjF., de in erfreulichem Gegensatz zu den Merkmalen der Uneinigkeit innerhalb mancher anbei en jüdischen Gruppen stehe. <, Auch innerhalb des Zionismus scheint man jetzt Wert und Bedeutung des Rj°i f. nicht mehr übersehen zu können. Deutliche Ä orte der Zurückweisung findet Kam. Dr. Li wenstein gegen den häufigen Mißbrauch d:s Begriffes Assimilation bei innerjüdischen Meinungs- 1MMWWWWIWWWDUMMIIIWIIIIIWIWIM IHllllflHffllllltlllllllW Spendet unseren Kriegsopfern I Ober Weisung i .! Poetecheckkoati Berlin 14KC0S jMiecbor Fraotaol daran c. V. (Krlegaopfe -abtalluntf) kämpfen; die Männer, die schon 1919 einen Frontsoldatenbund, der sich offen und stolz zum Judentum bekannte, gegründet und gebildet hätten, müßten diesen Vorwurf jedenfalls weit von sich weisen. Unter Hinweis auf den Bericht des kürzlich stattgehabten Zionistischen Delegiertentages tritt Kam. Dr. L ö w e n st e i n wirksam der Unterstellung entgegen, als habe der RjF. eine Sonderstellung öder Sondervorteile erstrebt. Die Arbeit des RjFhabe immer der Gesamtheit der Juden in Deutschland gegolten. Dr. L ö w e n st e i n fordert mit aller Bestimmtheit, daß die Tradition der jüdischen Frontkämpfergeneration im jüdischen Raume voll zu ihrem Recht komme. Der RjF. bilde heute mit seinen 25 000 Kameraden und deren Angehörigen, den Mitgliedern per Kriegsopferabteilung und seinem Sportbund einen Sektor, der gut ein Viertel der deutschen Zuden umfaßt. Er könne deshalb nicht nur als Vertreter der Frontgeneralion, sondern auch angesichts seiner zahlenmäßigen Bedeutung einen maßgebliche« Anteil an der Führung der jüdischen Gemeinschaft verlangen. Die Erfüllung dieses Anspruches liegt im eigensten Interesse des Judentums. Es wäre für die Gesamtheit nur gut, wenn der RjF. an der Führung so stark wie möglich beteiligt sei. * ' Die folgende Aussprache, bei der fast all« Landesverbandsvorsitzenden das Wort nahmen, bewies völlige Einmütigkeit mit der Auffassung im Sinn« der Referate. Die restlose Zustimmung zu der Laltung des Bundesvorsitzenden und die Anerkennung für die von der Dundesleitung insgesamt entwickelte Tätigkeit kam von allen Seiten eindeutig zum Ausdruck. Der Frontbund steht geschloffen und fest —: Das ist das Entscheidende Gesamtergebnis dieser Tagung; ein Ergebnis, das nicht nur für unsere Kameraden, sondern für die jüdische Gemeinschaft überhaupt von hoher Bedeutsamkeit ist. Es fand seinen Niederschlag in der Erklärung, die an der Spitze dieser Nummer wiedergegeben ist. 12 Mtr Als am letzten Sonntag, dem 9. Februar 1936, die Borsitzenden der Landesverbände des RjF. mit den Kameraden der Berliner Leitung des Bundes unter dem Vorsitz von Kam. Dr. Lömenstein zusain mentraten, waren gerade 17 Fahre seit der Gründung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten vergangen. 17 Fahre ist es her, seitdem das Signal des RjF. durch das Judentum Deutschlands schallte und Frontkameraden sich um das Panier des RjF. . zusammenscharten — gleich stolz auf ihr FroNtkämpfertum wie auf ihr Judentum: Männer der Schützengräben waren es. die sich in be Kenntnishafter Treue zu ihrer soldatischen und. zu ihrer jüdisches Ehre in einer Gemeinschaft zusammenfandem deren Dermächtnis ihnen zwölftausend stumme unbekannte jüdische Helden der Front hin terlassen hatten.... So sind wir Frontbundkameraden durch die 17 Fahre hindurch in offenem freudigem Bekenntnis zu unserem Judentum marschiert. als Soldaten, die wir immer sein wollten, fern dem Treiben der Politik und ihrer Parteien. Der Gedanke an die Heimat, der uns draußen tief im Herzen saß. der durch unsere Sol »atenlieder klang und uns allen gemeinsam war. verließ uns nicht auf unserem W ge Unser Panier, unser Ehrenschild blieb rein bis auf den heutigen Tag, und es ist stne Selbstverständlichkeit, daß wir als Soldaten an diesem Wappenschild hängen, diß er in unseren Herzen widerstrahlt und uns gemahnt, im Geiste unseres Frontsoloatentums im Gleichschritt tmarschiei en weiterzumarschie helfen an den »Pen gewaltigen Aufgaben jüdischen Schick en und tatkräftig mitzuals. Wir haben un eine Haltung, um eine Form, um eine i Stil, gerungen, die im Ethos unseres Soldatelitums und niifm^- Judentums gleicherweise verwurzelt .sind, um der jüdischen Gemeinschaft im Ringen um ihre Zukunft die Werte zu crhal len, die wir aus unserem Erlebnis heim gebracht. Das Fronterüebnis: es hatte in uns den S>»n für Die Gemeinschaft er schlossen. In den Schützengraben' des Großen Krieges ging incht ein jeder seinen Weg für sich, dachte nicht' der Einzelne nur seine eigenen Gednnken, sondern da dachten und fühlten cslle'Zvie einer Hier galt die Gemeinschaft! Was der Geq »er an Vernichtung auf uns herüberspie, das traf die ganze! Truppe; und der ganzen Truppe gehörte, was von hinten an Derpflegüng kam. Was damals mög lich gewesen ist, das miiß.so meinen mir. auch jetzt möglich sein: daß eine Gemeinschaft unter dem Hammer des Schicksals zu einer Einheit wird, zu einer echte» Kameradschaft des Glaubens, des Stam »if&r des Wollens! Immer wollten witrimFudentum Deutsch lands eine Garde fein, ein Bund von Männern, die über allem persönlichen Eigen „ nutz und Ehrgeiz stehen und in ihre» Füh 1 len und Denken über Tagesparolen und Augenblickszwecke hinausgreifen in die Höhe eines unvergänglichen Ideals. 'Unsere Ahnen haben uns jene heroisch« Haftung vorge lebt, die auch in tieffter Erschütterung nichts von ihrer heiligen Ueberzeugung adschwörT Gerade das hat uns in 17 Fahren zusammengefchweißt. Niemals sind wir vom geraden Wege abgewichen. Frontsoldaten, die den zerschossenen Gräben des Weltkrieges entstiegen, erkannten ihren Weg und waren sich stets ihres Wertes bewußt. Wir hatten bewiesen, daß wir durchhallen können. Wir waren und sind ein Frontkämpferbund. der fich überall und immer-