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Der Schild · 1936-01-31 · 5 (31.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
5 (31.1.1936)
Date
1936-01-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I I HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. &mM«I jadea Freitsi Mi Voriagt Barlia i K> y.% Faraapr.: J1 aaaefcrifl: 8ek0dkamarad. and Baakisarineg uwlu|t Be! Nlehüiefi Mit der illustrierten Beilage NDI W U, Korftreteodaam tOO (KeMihud jfldUcker rromr- Btniarek 7483,88BS,| 8884. Poatseheck: Barlia 70888. Itiegramm* Redakt loaaschlnB: jeden Dienstag vor Erscheinen. P&r Aufnahme aijigabender Manuskripte wird keine Gewähr abcraocamoa. ohaa Verschulde» kata Vergdtangaanspruch. enu ( Nr. S / 15. Jahrgang 4-ieobieme " für Sport und Jugendertüchtigung 'eze> hohe Kommissar von Paläs! ina die dorligen Führer des Judentum; empfangen und ihnen den Plan eines G< setzgeben-! den Rates (Legislative <Council) für! Palästina unterbreitet hat, steht dieses Problem im Bordergrund 1 er jüdischen Diskussionen und Aeußerunzen in der Welt. Dies gilt nicht nur iir die verschiedenen zionistischen Organ sationen und Gruppen: auch viele nichtzio listische und gemeindlich« Körperschaften hiben öffentlich dazu Stellung genommen. Bei der heutigen Bedeutung Palästinas für das Judentum, gleichviel, ob mcn mit dem Lande zionistisch-politische Ziel«, ob man religiöstraditionelle Empfindungen damit verbindet, oder ob man es als einen wesentlichen Sektor des akuten jüdischen Auswar derungsproblems betrachtet, ist es jedenfalls charakteristisch, welch außerordentlichem Widerhall, welch vernehmlich« m und einstimmigem Protest der Schrtt der Mandatsregierung im ganzen jiid scheu Leben begegnet. Der jüdisch« Wider pruch gegen den Gesetzgebenden Rat ist überall io groß, daß auch die allgemeine Prese sich dieser Frage bemächtigt und ihre Bedeutung unterstrichen hat; auch in Deuts hland. Diealles rechtfertigt es, wenn auch wir unseren Lesern «inen klaren und objek wen Ueberblick über das von einem fast rerwirrenden Chor von Stimmen umhallte Problem zu geben versuchen, obwohl unser Blatt im allgemeinen solche internatio ralen Vorgänge — soweit sie nicht unn ittelbar auf das eigene und eigentliche i nteressengebiet unseres Frontfoldatenbu rdes Bezug haben. — nicht zum Gegen tand seines Inhalts zu machen pflegt. Di« Schaffung eines Gesetz te». d. y. einer gewissen ( tung für Palästina ist an fid - gang, der aus heiterem Hir Die Ausübung der Staat Palästina ist vom Dölkerbunst Palästina-Mandat der engl ‘' rund übertragen, welche an Dölkerbundssatzung niedergele^t» dem Begriff des Mandates Rönnen und die im Manda halten«« Bestimmungen gebunlte gen aber keinen Besthränkuu warfen ist. Schon im Mandats st is hen!') R« st warfen ist. Schon im Mandats vom Bölkerbundsrat bestätig! „$i* Mandatsmacht wird, st Umstände erlauben, di« A fördern". Die englisch« dt« Staatsgewalt durch den nannten und an ihr« Weisub denen Hohen Kommissar lHi sioner) ausüben. Ihre gefetzllc! di« staatsrechtlich« Struktur ' > lande» in der Palästtna-Beröi weg oa« Ich «ich« Bett« 8 benden Raeldstverwalkein Dor- L«t Kommt, sjewalt über durch das Regiedie in der en, sich aus ergebenden sewst entn, im übrilgen unterstatut (1922 r, heißt es: ,r wett es die atonom ie eruna läßt von ihr erraen gebunjh Commis- Form hat Mandatsrdnung von it I«. l>s Ute 1922 (Order in Council) gefunden als englische Regierungsverordnung 10. August 1922 das Grundgesetz Palästina darstellt, das durch die br Regierung selbst geändert oder aufgehoben werden kann. Hierin war bereits für die Gesetzgebung die vom . für ri tische die Einrichtung eines Gesetzgebenden tes vorgesehen. Dieser sollte sich aus Radem Hohen Kommissar selbst und 22 M tgliedern zusammensetzen, nämlich 10 der wichtigsten Beamten und 12 Abgeordneten Die Wahlen sollten nach der „D rordnung über die Wahlen zum Gesetzleben, den Rat" indirekt in zwei Wahlgingen vor sich gehen, wobei die einzelnen Ivahl. bezirke möglichst unter Berücksichligung der Religionsgemeinschaften abge grenzt werden sollten. Für die Gültigkeit der Beschlüsse des Gesetzgebenden Rate! war die Zustimmung des Hohen Kommissars erforderlich. Zur Brrwirktichung dieses Gesetze lebenden Rats, der von der Mandatsmat >t als ein Schritt in Richtung auf verslärkte Selbstverwaltung (Autonomief der palästinensischen Bevölkerung gedachi war. ist es nicht gekommen. Die arabische Bevölkerungsmehrheit setzte sich pimals dem Plan auf das Schärfste ent fegen, weil sie in ihrer Mitarbeit im Legislative Council einen Akt der Anerkennung ldes Mandats erblicken wollte, in welch un ja der Gedanhe des jüdischen Nationalheimverankert ist. Und nun hat also die Mandats macht den im Palästina^tatut festgelegte! i Gedanken. der Bevölkerung des Land s ein gesetzgeberisches Mitbestimmungsrech «inzuräumen, erneut aufgegriffen. 81? hat einen Schritt auf die vorgesehene Autonomie hin nicht länger aufschieben n »ollen. Am 21. Dezember 1935 hat Sir Arthur Wauchope den arabischen. am>22. Dezembrr den jüdischen Vertretern erklär!, daß die Regierung jetzt zu der Ansicht gelangt sei. die Zeit für die Einführung de; Gesetzgebenden Rates fei reif. Dieser soll (anders als 1922) aus 28 Mitgliedern bestehen und zwar 7 Juden. 11 Mohammedanern. 3 christlichen Arabern.! Dertretern der! Wirtschaft (von denen wahrscheinlich eiher ein Jude sein wurd<) und 5 Vertretern der Palästina-Regierung; im anzen 5 beamtete, 11 ernannte, ab?r un» «amtete und 12 zu wählend« Mitglieder; von den zu wählenden 8 Mohamm, daner, 3 Juden und ein.Christ; von den unbeamtet ernannten s3 Mohammeda i«r. 2 Christen, 4 Juden und di« beiden Wirtschaftsvertreter. Wenn diesmal nun der Wide Spruch von der jüdischen Seite Herkonimt. so mag sich der unbefangene Beurteil »r fragen. wie es überhaupt denkbar iii. daß sich die Bevölkerung eine» Landes dagegen sträuben kann, wenn ihr «in Anteil an der Regierung gewährt wird Katt dankbar für die arößeren Recht« zu fein, die ihr die herrschend« Macht ein äuMen t _ Praia 21 PfeMif " BU OM im Monat ttnQglich PostbestellfeJd. Anzeigenpreis: DU Mgespahsae Millimeter-Zeile RM 0,18. Stellenangebote und -Oesuche, Familienanzeigen RM 0,10. Anzeigen •chla8: Jedea Dienstag vor E »scheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif! Aareigea veemltaag: Bepa-Veriag Renikl I Pakuscher, Berlin W BO, Rageoaborger 8tra8a U. Feraapr.: B4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin S2&29. Berlin, 31. Januar 1936 »elfifiiua will. Und weiter könnte man sogar darauf Hinweisen (und ist auch z. B. ia der deutschen Presse bereits vermerkt worden), daß die Juden zwar die Minorität im. Gesetzgebenden Rat sein würden, daß jedoch ihr Anteil an dieser Körperschaft als größer vorgesehen ist, als ihr ziffernmäßiger Prozentteil an der palästinensischen! Gesamtbevölkerung: und überdies wirrten ja die den Regierungsvertretern vorbrifaltenen Stimmen (abgesehen von der Schlüsselstellung des Hohen Kommissars) joöliig dazu ausreichen, um eine ungerechte Derqewaltigung der jüdischen Gruppe i(n Legislative Council zu, verhindern. [ Trotzdem erklärt sich die j ablehnende jüdische Haltung aus verschiedenen Gründen. Bor allem dankt Palästina das. was es Jtait« ist und woran sowohl die Mandatsmacht wie auch die nichtjüdischen Bevölkerungsteile naturgemäß teilhabe^n. in erster Linie den vereinten Kräften des Judentums, geistig, zivilisatorisch, personell und wirtschaftlich, zionistisch undi nichtzionistisch: des Judentums, das umgehe u r e ideell« .und, materielle Mittel investiert und Opfer gemacht hat und bringt, um das Land aufzuvauen; dies natürlich unter dem Gesichtsjpunkt' und mit dem Ziel, in Palästina deck 2udentum die öerheißene gesicherte Heimstätte zu jschaffen., Der jüdische Beoölkerungsanteil selbst würde sich heute^ schon weit mehr zugunsten der jüdischen Gruppe - entwickelt haben, wenn nicht gerade die Mandatsmacht die jüdische Einwanderung scharf kontingentieren würde. Auf diese künstliche (gerade vom Judentum Deutschlands empfunden«) Eindämmung des natürlichen jüdischen Mensch«n-3ustroms durch England darf sich oer Widerstand gegen den Gesetzgebenden Rat in der vorgesehenen Form berufen, die den jüdischen Anteil an der Gesetzgebung auf eine jüdische Minorität festlegt. Welche Gründe aber mögen es fein, durch die England gerade in diesem Zeitpunkt veranlaßt wird, den (m sich vorgesehenen Schritt auf die Autcnomie Palästinas hin zu unternehmen? Hi >r sind verschiedene Aspekt« zu berücksichtigen. Zunächst haben di« letzten Monate in Zusammenhang mit dem Abessiiiieü-Konslikt erwiesen, daß Palästina von dem Gesichtspunkt englischer Weltintereffen sich der britischen Politik, insbesonder«' der Mittelmeer-Politid, vor allem als außerordentlich wichtiger strategischer Punkt, als morttime Schlüfselstellung präsentiert. Di« offiziöse Zeitschrift „Great Britain and th« East" meinte (U. ITA.-Melduno vom 10. 1. 1936) über Palästina, es sei ^jetzt unlöslich mit strategischen und kommerziellen ErwäMingen verknüpft, di« für einen, weit größeren Teil der Welt al» da, östlich« Mittelmeeraebiet von Interesse find. Es hat feinen Platz im System des britischen Reiches; es hat deinen Platz in einem größeren arabischen System; e» hat seinen Platz in dem jüdischen Siiftem: und es hat seinen Platz in dem internationaleii Handelssystem. Unter diesen Umständen nehmen gelegentlich Entwicklungen in dem Heiligen Land eine Bedeutung an. wie sie ihrer eigentlichen Wichtigkeit nicht entspricht. Man nehme z. B. den geplanten Legislative Council, der von gewissen Preisen angegriffen wird. Die Kritik von zionistischer Seite rührt zum großen Ttil von der Behauptung her, daß der Couniil Menschen außerhalb von Pa- — lästina selbst berühre. Dennoch ist der Council, wie die Geschichte der englischen Ueberseebcssitzungen zeigt, eine durchaus naturliche Entwicklung". Die Entschlossenheit der englischen Regierung aber drückt sich in folgender Mitteilung der als gut informiert geltenden Zeitung „The .^cots. man" (lt. ITA. vom 13. l. 36) aus: ' „Heute betrachtet es die Regierung als ihre Aufgabe, den Legislative Council — falls nicht anders möglich, auch ohne jüdisch« Repräsentanz — in Funktion treten zu lassen ^.bitz zur 5)erdeiführung einer Mitarbeit btt 3ubtn wetben die für die Juden bestimmten Mandate durch vom High Commissipner ernannte Regierungsbeamte besetzt werden". — — Immer klarer hat sich in demselden-Zusammenhainge gezeigt, welche eminenten realpolitischen Interessen des britischen Weltreichs mit dem Fragenkomplex der islamischen und besonders der arabischen Völker verknüpft sind und sein müssen. Auf diese Zusammenhänge wollen wir nicht eingehen, sondern nur hin. deuten. Kurz erwähnt sei die kürzlich eingeleitet« Blockbildung zwischen der Türkei, Iran (Persien), Afghanistan uno dem arabischen Irak; sie scheint bereits weiterzugreifen auf die arabischen Reiche Z)edschas (Sastdi-Arabien). Transjordanien und Deinen- (Bergl. B.T. v. 30. 10. und 25. 12. 1935, 2. 1. und 23. 1. 1936) Eine Meldung über gemeinsame Maßnahmen dieser Araderstaaten zur Unterbindung der Auswanderung ihrer eigenen jüdischen Einwhhner nach Palästina muß in diesem Zusammenhang« erwähnt werden. Auf die Wechselwirkungen zwischen Islam und arabischem Nationalismus, auf unterirdisch« Einwirkungen aus Moskau und Waffenlieferungen aus Japan weist die Frankfurter Zeitung in einem bemerkenswerten Artikel am 23. 1. 1936 („Bewegung in Borderasien") hin, der ernste Unruhen für Syrien und Palästina voraussieht. Es heißt darin: „Die Lage wird weiter kompliziert durch das Iudenproblem in Palästina, durch den Einfluß der Sowjets auf alles politische Geschehen, nicht nur in der Türkei, sondern auch igr Saudonia (Saudi-Arabien. Schrift!, d. Schild), dessen Herrscher in dem Gesandten Moskaus... seinen besten Freund schätzt. Sie wird kompliziert durch den Pariser Sowjet-Pakt. durch die Empire- Poltttk im Mittelmeer, durch den ttalie» nisch-abestinischen Konflikt und di« qt» hetmitisvollen Beziehungen zwischen Ruß- W i

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