Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 52 (20.12.1929)
- Date
- 1929-12-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Erscheint »üchentltch. Adonn«»ent»pr«1» I,»S M. »IrrtrfiäbtUefe oui* schNchtich V»ftd»fteltg«,t. tzr,au»q«d«r u. Derleg«! Sk»Ich«bund füdtfL«« Sronlliliatm c-'B Dct Schild kommt Strtogmorgen durch da« Wb zr>iun»«aml zu« ’Bnjanb. Für «ufnabnu uni Rück, senbung unoerlangt «<ng«. sandtet Manulkrtp«« wird kein» Sewühr gelelfte«. ZEITSCHRIFT Alleinige Anzeigen. Annahme d«ch — Depa^lZeriag, Denlki & Pakuscher. ^Berlin W 38,ÄlumeThoi 6 Tel. VSNoUendf 0641/42 »fjpe l a*nf<t>(uf|s O^den Sonnabend Mr die nLchfters«he«nend. Rümmer Anleigentext«, bie bl» zu bteio» Tage nicht bet uns einqegangen find, werben in.der darauffolgenden Ramm er ausgenommen. Verantwortlich für den Anzeigenteil: &. Soge, Der iin-Wettzensee Nummer 82 Berlin, 20. Dezember 1829 - 8. Jahrgang Deutschtuin und Judentum D_ I Von Graf R. R. Loudenhove-Kalergi.! . ' Vor dem Kriege war Rußland das Weltzentrum des-Antisemitismus. ^Heute ist es Deutschland. Außerhalb Deutschlands ist der Antisemitismus in Europa nur noch lebendig in einigen Mittel- und Kleinstaaten Osteuropas. Diese Tatsache sollte den deutschen Antisemiten zu denken geben. Denn die drei anderen führenden Elationen Europas lehnen den Antisemitismus ab. England hat seit Disraeli unter seinen politischen Führern zahlreiche Juden und kennt weder einen politischeu, noch einen gesellschaftlichen, noch einen wirtschaftlichen Autisemitismus. I Frankreich hat seine antisemitische Phase in der Dreyfus-Krise überwunden. Diese Ueberwindung des Antisemitismus fällt zusammen mit der nationalen Regeneration und Gesundung Frankreichs, die ihm die Kraft gaben, den Weltkrieg durchzuhalten. Auch das extrem nationalistische Italien lehnt den Antisemitismus ab, der in den Aug< n Mussolinis ein barbarisches Vorurteil ist. Italien hat bewiesen, daß sich der Kommunismus auch ohne antisemitische Schlagworte überwinden läßt, un ) daß der stärkste Rationalismus auch ohne antisemitischest Einschlag lebensfähig ist. Indesten hält Deutschland an der ai stellung fest und baut eine Theorie na, dieses Vorurteil. Es behauptet nach Judentum nur Talente heroorbrin, Genies — obgleich das anerkannteste! unter den lebenden Genies heute ein deutscher Jude istiA l b e r t Einste i n, und der berühmteste lebende Oesterreicher ein zweiter Jude ist: S i e g m u n d F r'e ü dj Andere Theoretiker gehen von der These des jüdischen Materialismus und Mammonismus aus und übersehen, daß kein Volk so stark und so lange für seinen Glauben und seine Ideale gelitten!hat, wie das jüdische. Daß die jüdischen Gemeinden nicht ihre reichsten Mitglieder am höchsten schätzen, sondern ihre weisesten, ihre Gelehrten. Daß im Judentum trotz seines Realismus ein ungeheurer Idealisstrus lebt, ein Idealismus, lo stark, daß er der Welt das Christentum »nd den Sozialismus geschenkt hat. E i n Argument des Antisemitismus sollte aber kein Deutscher mehr verwenden: das Argument, daß die ganze Welt sich einig sei im Haß gegen die Iud«n. Denn erstens ist dies unrichtig. Der Aui 1 i se m i t ism u s i st k e i n Weltphänomen mehr,-sondern beschränkt sich auf bestimmte Gebiete. Und zweiten» hat dast deutsche Volk semitischen Linder anderen um sie vor, daß das si, aber keine abcn, die bcn „Schild" m Wege über das vrtsrekter Abonnent bei der ranlaffungen nicht zu iom direkten Postabonneim Weltkrieg an sich selbst erfahren, wie ungerechT auch der Haß einer aastzen Welt ein Volk tresfenkann. " Der Haß gegen das Iuhentum und gegen das Deutschtum sind verwyndf. Beide Völker wurden 1 i i*"—— 1 Neuregelung des Schild-Bezuges £ Laut Beschluß der Bundeshauptoersammlung vom £ 84. ll. 1988 wird ab 1. >Iänuar 1930 in der Er- £ scheinungsart und in der ^Berechnung unseres Bundes- 2 Organe „Der Schild" eine Aeiwerung Eintreten, über di« : genauer« Mitteilung noch erfolgt bzw. auch den einzelnen - Ortsgruppen von ihrem zuständigen Landesoerband ge- 2 geben werden wird. : Die beschlossene Aendertzng hat zum Ziel, durch ein« ■ Herabsetzung des Preises aut,« Pfennig pro Monat und j d e dadurch erleichterte Unterstützung feiten» aller Bundes- : stellen und Kameraden den Leserkreis für unser Bundes- £ organ zu vergrößern mit deck Endziel, daß schließlich jeder; Kamerad Leser unseres Buntstsorgans werden soll. In : diesem Preis ist «in schon bssl er stets seitens der Orts- £ gruppen bzw. Landesverband, gegenüber der vundest leitung oerrechneter Beitrags mttil enthalten. Genau« £ Informationen erteilen Ortsgruppen und Landesverbände. 2 Diese Herabsetzung des Preises ist nur dadurch mög- £ lich gewesen, daß ab 1. IoMmr 1930 der „Schild" nur £ zweimal im Monat erscheinen still. Es soll aber angestrebt : werden, den Umfang der Einzelnummer in dem Maß« zu £ erhöhen, als durch vergrößerst», der Leser-.und Inse- > rentenzahl das Einkommen iuf dem „Schild" diese Um- | sangoergrößerung deckt. > Zftr alle diejenigen Kam - bereits beziehen, sei es auf! gruppenobonnement oder als Post, sind irgendwelche neu« j treffen. „Schild"-Bezieh«r, di« ment abzugehen und sich einem bestehenden Ortsgruppen abonnement anzuschließen wünschen — was durchaus erstrebt werden soll —. Hab«nt dies lediglich spätestens vier Wochen vor Quartalsbegian der zuständigen Ortsgruppe mitzuteilen und brauchen di« Postquittung. di« ihnen jeweils am Schluß «inesi Quartals für da» folgend« neue Quartal vorgelegl wird, nicht mehr einzulöfen. Bei rechtzeitiger Bekanntgabe der /Umänderung an die zuständige Ortsgruppe erfolgt alsdann vom Beginn des neuen Quartals an d'e Lieferung ohne werteres durch die Post auf der Basis des Ortsgackpenabonnements. Di« Bundesleitung.