Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 51 (13.12.1929)
- Date
- 1929-12-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslau Wenn in diesen Tagen anläßlich der Unruhen an den Prager Hochschulen von den Rektoren der deutschen Hochschulen und Technischen Hochschulen die Erklärung abgegeben wurde, datz die studentischen Erzesse keine sachliche Ursache gehabt hätten, sondern lechglich rassischen Gegensätzen entsprungen seien, so beleuchtet diese Tatsache blitzartig die hochschulpolitische Situation. Wie ein Bazillus verbreitet sich der Numerus^clausus-Gedanke an den osteuropäischen Hochschulen: Fast zu gleicher Zeit finden Exzesse gegen jüdische Studenten an den Hochschulen von Budapest, Wien, Berlin. Warschau, Krakau und Prag statt. Die gefährdeten jüdischen Studenten in Wien werden gezwungen, einen jüdischen Studentenselbstschutz ins Leben zu rufen. Fragen wir uns nach der Ursache dieser ast einheitlichen Erscheinungen an den Hochschulen, so werden wir vor allem auf die frappante Aehnlichkeit der völkischen Studentenkrawalle mit der „Tages-Politin" gewisser radikaler Parteigruppen stoßen. Es zeigt sich, daß die Methoden der Straße in immer stärkerem Maße an den. Hochschulen Eingang finden, und als Wechselwirkung die bemerkenswerte Tatsache, daß Studenten als Kandidaten der völkischen Partei auftreten. In Berlin wurde ein Student für die Nationalsozialisten in!das Stadti'arlament gewählt, in Breslau und anderen Städten kandidierten ebenfalls Studenten. Es besteht sicherlich eine Kausalität zwischen dieser Erscheinung und der Tatsache. daß die Hochschulbehörden dem Führer der Unruhen an der Berliner Universität, dem Vorsitzer der völkischen Studentenschaft. Hoppe, die Reimmsttrikulation wegen Mangel an Fleiß verweigerten. Für unsere Völkischen war bisher Ungarn das klastische Land des Numerus clausus gewesen. : In welche Schwierigkeiten die Rassenschützler aber auch bei konsequenter Durchführung des Numerus clausus kommen, beweist die Tatsache, daß die ungarischen Studenten darüber Klagen, die Juden machten der Rasse nach 7 Prozent aus, nach der Konfession nur 5 Prozent; in Budapest seien die Zahlen 30 Prozent und 25 Prozent. Der Prozentsatz der zugelasfenen Studenten werde aber „leider" nach dem Religionsbekenntnis statt nach der Abstammung berechnet; wohin die Zustäitde führten, beweise z. B. das Budapester Barreau. woi von 3800 Rechtsanwälten 2000 Juden sind. Man sieht also, daß in der Praxis die jüdische Konkurrenz gegenüber den Christen in den akademischen Berufen mit dem Numerüs clausus nicht auszuschalten ist. Die völkische Hetze hat also eigentlich kein Ziel, sondern ist nur um ihrer selbst willen da, um zu hetzen und Unruhe zu stiften. Der jetzt auch immer lauter geforderte Numerus clausus für die jüdische Dozentenschaft ist ein Wahnsinn: Will die Wissenschaft Männer wie Willstätter oder ■••■•••■»«••••••••••••••••••••••■••••■■■«••••■■••••■■••■■••••••■■••■••••Mi•••%! Neuregelung des Schild-Bezuges j Laut Beschluß der Bundeshauptoersammlung vom » 24. 11. 1929 wird ab 1. Januar 1930 in der Cri schelnungsart und in der Berechnung unseres Bundes- : organs „Der Schild" eine Aenderung eintreten, über di« j genauer« Mitteilung noch erfolgt bzw. auch den einzelnen! Ortsgruppen von ihrem zuständigen Landesverband ge- » geben werden wird. r Die beschlossen« Aenderung hat zum Ziel, durch «ine : Herabsetzung des Preise« auf 45 Pfennig pro Monat und j d e dadurch erleichtert« Unterstützung seitens aller Bundes- » stellen und Kameraden den Leserkreis für unser Bundes- organ zu vergröbern mit dem Endziel, datz schließlich jeder | Kamerad Leser unseres Bundesorgan« werden fall. In - diesem Preis ist «in schon bisher stets seitens der Orts- gruppen bzw. Landesverbände ' gegenüber der Bundes- : leitung verrechnet«» Beitragsanteil enthalten. Genau« - Informationen erteilen Ortsgruppen und Landesverbände. ■ Diese Herabsetzung des Preises.ist nur dadurch mög- lich gewesen, daß ab 1. Januar 1980 der „Schild" nur - zweimal im Monat erscheinen soll.-Es soll aber angeftrebt : werden, den Umfang der Einzelnummer <jn dem Maß« zu - erhöhen, als durch Bergröherung der Leser- und Ins«- rentenzahl das Einkommen aus dem „Schild" diese Umi fangvergrößerung deckt. , . i '? Für alle diejenigen Kameraden. die^dech ^.Schild" bereits beziehen, sei es auf dem W«e übew bas Ortsgruppenabonnement oder als direhter^AhonpenI bei der Post, sind irgendwelche neue Veranl«F«wgen rsticht zu treffen. „Schlld"-B«zieh«r, die vom djeeklea Postahovnement abzugehen und sich einem bestehendentOrtsgruppenabonnement anzufchließen wünschen, —^waS^herchaus erstrebt werden soll —. haben dies lediAtch spätestens vier Wochen vor Quartalsbeginn der zusnhtd'ae* Ortsgruppe mitzuteilen und brauchen di« »PostWbMma, die ihnen jeweils am Schluß eines Quartals für da«, folgend« neu« Quartal vorgelegt wird, nicht mehr «inzulSM. Bei rechtzeitiger Bekanntgabe der UmLchSNMst^st chi« zuständig« Ortsgruppe erfolgt alsdam »m» ststwstm de» neuen Quartals an d'e Lieferung ohne «eibergstzUrch di« Post auf der Basis des Ortsgruppengbchmpmestw^ Die Bu üd,e«iVjtung. t