Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 45 (8.11.1929)
- Date
- 1929-11-08
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* Im gleichen Sinne äußerte sich Graf Andrsisty: auch die Vertreter der Türkei erhoben keine Einwendungen. Gortschakows Niederlage war vosiständig. / Fürst Bismarck stellte nun das Ergebnis der Abstimmung fest und erklärte» daß der Kongreß die Unabhänx igkeit Serbiens anerkenne, aber unter der Bedingung, i aß in diesem Fürstentum die Religionsfreiheit eingeführt werde. Fürst Bismarck fügte hinzu, daß die Redaktionskommission bei der Formulierung dieses Kongreßbefchlusies die Aufgabe haben würde, zu konstatieren, daß der Kongreß zwischen der'Unabhängigkeit Serbiens und der Anerkennung der Religionsfreiheit eine rechtliche Verbindung (connexite) hergestellt habe. Nun sollte endlich Rumänien an die Reihe kommen. Am 28. Juni abends gab Bülow in einem Gespräch mit Netter nochmals die entschiedene Versicherung, daß „alle Bevollmächtigten übereinstimmend entschlossen sind, von Rumänien das gleiche zu verlangen, was sie von Serbien verlangt haben: das ist nun einmal eine Prinzipienfrage". Allein von Rumänien verlangte man außerdem noch etwas anderes, nämlich die Abtretung einer ganzen Provinz, Beßarabiens, an Rußland, was Rumänien als schwere Kränkung und Demütigung empfand. Namentlich stand zu befürchten, daß Rußland ernstliche Opposition machen würde, .schon um die Beraubten zu ver^ söhnen und ihnen eine Genugtuung zu gewähren, auch damit es dem Vorwurf entgehe, daß die unter rumänischer Oberhoheit verbliebenen Juden ein besseres Schicksal erwarte, als jene in dem abgetretenen Beßarabien. Am 1. Juli 1878 fand die denkwürdige Sitzung statt. Nach einer eingehenden Beratung wurde beiden rumänischen Ministern, die bis dahin keinen Zutritt zu den Beratungen hatten und in den'Vorzimmern warten muß ten, gestattet, vor dem Kongreß zu erscheinen und ihre Klagen und Wünsche vorzutrügen. Sie protestierten in sehr bewegten Worten gegen, die geplante Abtrennung Beßarabiens, betonten auch noch andere Forderungen, machten aber keinen Einwand gegen die geplante Emanzipation der Juden. Als sie den Saal verließen, nahm der Kongreß seine Beratungen kühl wieder auf. als wäre nichts geschehen. Nur Waddington machte sich zum Fürsprecher Rumäniens bei den russischen Delegierten, erbat und erwirkte auch eine Erweiterung der Grenzen der Dobrudscha, die den Rumänen als Ersatz angeboren wurde. Was die Judenfrage anbelangt, erklärte Waddington folgendes: „Getreu den bisher verfolgten Grundsätzen, verlangen die Bevollmächtigten Frankreichs, daß der Kongreß die Unabhängigkeit Rumäniens an dieselben Bedingungen knüpfe wie die Serbiens. Wir verhehlen uns die örtlichen Schwierigkeiten nichts die in Rumänien obwalten. Aber nach reiflicher Erwägung aller Argumente für und wider haben die Beoollmächtigten Frankreichs eingesehen, daß es vorteilhafter ist, sich von den großen Prinzipien der Rechtsgleichheit und der Freiheit aller Kulte nicht zu trennen. Es ist übrigens unstatthaft, daß die rumänische Regierung auf ihrem Gebiet die von der Türkei für ihre Untertanen anerkannten Grundsätze ablehne. Man braucht nicht zu zögern, es auszusprechen, daß Rumänien, welches in die große europäische Völkerfamilie einzutreten wünscht, die Lasten und sogar die Schwierigkeiten einer Lage auf sich nehmen muß, deren Vorteile es zu genießen wünscht. Es dürfte sich lange keine so feierliche und entscheidende Gelegenheit finden, von neuem die Prinzipien zu bekräftigen, welche die Ehre und die Sicherheit der zivilisierten Nationen ausmachen. Was die örtlichen Schwierigkeiten anbetrifft, find die Vertreter Frankreichs überzeugt, daß sie viel leichter überwunden werden können, wenn Rumänien die gedachten Prinzipien sich zu eigen inacht. Die jüdische Raste wird begreifen, daß sie von keiner anderen Seite etwas hoffen kann als nur von ihren eigenen Anstrengungen und von der Solidarität ihrer Interesten mit denen eingeborenen Bevölkerung." Der Redner schließt ,ü t der dringenden Bitte, daß dieselben Bedingungen d?- politischen und religiösen Ordnung, die für Serbien g.- ten, auch Rumänien auferlegt werden mögen. - lFortsetzung folgt | 6t>ori tm RjF. Tralniugstag« >«r OefdjäftefteUe: SS. 80, Hobenftaufenftr. 32. Montag: Training der Kamvfmannfchaft. Mittwoch: AnfäugerkurfuS und Fortgrfchrtttene Beginn stets ab 8,30 Ubr. Trainingsräume: Schöneberg, Hobenftaufcnstrahe 31. C,: Müpchener «trabe, Kellerlotal. — (»äffe willkommen! — RamcrnfHi betucht unser Training! Svortgruvv« i« ReichSbun» jüdischer Frontsoldaten. Ortsgruppe Berliu. ««rschäftSstelle: C. 2. Burgftr. 26. Zimmer 10, benutzt Norden 89c: TratntngStage: Alt-Herren-Abtetlung: Irden Montag von 8—10 Ubr. Turn balle, Alt-Moabtt 23. — Junamädchen-Abtetlung: Jeden Donnerstag von 5—7 Ubr. Turnballe, Satserstrabe 29/30. — Männer-Ablei. lima: Jeden Montag von 8—10 Ubr. Turnhalle. Blumrnstr. 77. -4 Männer-Abtetlung: Irden Dienstag von 8—10 Ubr. Turnballei Wasiertorstr. 37. — Jugend-Abteilung: Jeden Montag von 8—16 Ubr.j Turnhalle. Wasiertorstr. 37. — Tamenabteilung: Jeden Tiens, tag von 8—10 Ubr. Turnhalle. Blumenstr. 77. Jeden Tonnerstag: Woldlaustraining für all« Abteilungen, Umkleidelokal tm Restaurant Sonnenwende in Treptow um 8 Ubr: . Turn- »ad Sportverein „Schild" «. 8.. Frankkurt a. M. Mitglied des Süddeutschen . Fubball- und Leichtatbletik-Berbandes.! Svortvlav: Bertramswiese, Haltestelle der Strabenbabn Hauvtsriedbof, neues Portal. Turnhallen: Petersschulr. Scilerstrabe. für Tamcn. Allerbciligcnschule. Hanauer Landstr., für Herren. Geschjgstsstell«: Artbur Fuld. Schäsergaste 52. Laden. Tel.: R. 2617. Arbeitsplan: , Montags: Turnen und rbotbm. (gomnastik für Tamen: 8 Ubri abends, Petersschulr: Leiter: Martin t^ebbardt. — Leichtathletik 1 Training für Herren: 8 Ubr abends, Allerbeiligcnschule: Letter:! Fritz Tritschler. — Svortausschub-Sitzung: 9,30 Ubr. CafS Frei mark, Sandwcg. Donnerstags: Turnen und Oinmnaftik für Sinder: 1—5 Ubr nachmittags, <9omnastiksaal des städt. Schwimmbades: Leiter: Martin olebhardt. — Turnen und Mnmnnftif für Zöglinge: .->,30—6.30 Uhr nachmittags, Allcrbriltgcnschulc: Letter: Marli» i'iebbardt. — Turnen der Herren: 8—10 Uhr, Allerbetligeaschule: Leiter: Martin tHebbardt. — Leichtathletik-Training für Dame» _ 8—10 Ubr. Petersschulr: Leiter: Emil Siel,er. «onntags: «viele der Fug- und Handballer. Treffpunkt: abends, Lass Freimark. Alle Anfragen erledigt die liieschäftsstelle) Srortausfchust: Dir Sitzung des Ausschusses findet jetzt wie der rcgclmäftig Montags 9.30 Ubr statt und werden die AuSfchub Mitglieder gebeten, immer regelmäbig zu erscheinen. Stelzer. Mitteilungen der Bundesleitung Tagesordnung für di« Bundeshauptoerfammlung am 24. November 192g. 1. Geschäfts- und Jahresbericht (wird schriftlich oorgelegt). 2. Finanzbericht. 3 Referat des Bundesoorsitzenden. 4. Referat des Kam. Eifenkraemer: „Tie Lag« der Iudrn in Deutschland". ' 5. Aussprache. 6. Anträge. 7. Siedlung. 8. Diverses. * Wir bitte» bi« Landesverbände »ub Ortsgruppe» dringend. uuS di« Aumeldekarten »nr Hauvtverlam«!»»«. soweit noch nicht geschehe», sofort einiuseude». evtl, auch mit de« «er«erk „Feblantci««'. * .Wir machen daraus ausmerkla«, dag di« nächste Nummer des „Schild als Sondernummer N»rdw«std«»tlchlaud in vergröbertem Umfange rrfcheiue» wird. Schlnh für dies« Nummer am Montaa. de» 11. 11. 1929. Berichtigung. Der Eingang zum Empfangsabend für die auswärtigen Kameraden im Römerfaal bei Kroll am 23. November 1929, abend», liegt am Platz der Republik (also nicht Groß« Querallee). Aus de« raabeSverdSadeu und Ortsgruppe« L-»deS»«rb«»d B«»er». .Aßruberg. Am 26. Oktober veranstaltete unsere Ortsgruppe ibr diesjähriges Sinterveranügeu tu den Räumen deS Ttadtvark in Form eines «imchaS-Tbora-BalleS mit bunttm Abend. Dank der 358