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Der Schild · 1929-11-08 · 45 (8.11.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
45 (8.11.1929)
Date
1929-11-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Weckruf der Nationalsozialist« n sand Gehör bei um das Dasein ringenden Bauern, bei Mittelstöndlern, die im Larenhause ihren Feind sehen, bei mittleren Beamten, die Ge- Haltsnöte bedrängen, bei einem Teil Jugendlicher, legen Uniform. Lastwagen und prahlerische Großsprechereien Rettung aus Deutschlands Elend dünken. Unter dem Schlacht ruf: „Tod der verjudeten Republik, Vernichtung der kapitalistischen Wirtschaft» ordnung, Rettung nur im drittetr Reiche, dem vö Irischen Paradiese" zieht man in den politischen Kampf, wühlt in Tausenden von Versammlungen landauf und landab die Bevölkerung auf. beschimpft den toten Stresemann in widerlichster Form und macht sich so zum Schuldigen daran, dah nach die en Versammlungen Und bei Umzügen Zusammenstöße zwischen Andersdenkenden erfolgen bei denen Verwundete und Inte leider allzuoft auf der Strecke bleiben. Was Wunder, wenn nunmehr dis Behörden in Preußen und in den einzelnen Ländern über diesen zerstörenden liadihalismus inruhig werden, was Wunder, wenn in immer stackerem Maße. -ffonnene bürgerliche und Arbeiterkreise diesem zi gellosen Treiben mit Besorgnis für das gesamte Vaterland entge zensehen, was Wunder, wenn sogar deutschfreundliche Kreise des Auslandes — die „Neue Züricher Zeitung" z. B. bietet säst tägli h Belege dafür — von immer ernsteren Befürchtungen sür die politische und wirtschaftliche Zukunft Deutschlands erfüllt werden, wenn sie en, dah der Radikalismus täglich mehr Anhänge^ gewinnt. Auf günstigem Nährboden treibt er empor! Ueberall klagt man über die schlechten Zeiten! Rationalisierungen der Beiriebe, d. h. EntlassungenvielerAnge st eilten, da rv'iter auch vieler jüdischer, sind an der Tagesordnung; die Kaufleute ihre Wäre nicht absetzen, sind viele Fabrik- > eige schlecht beschäftigt. Die milde Witterung dep letzten Monats hat das Herbstgeschäft in verschiedenen Branchen stark ges^ädigt. Der unbefriedigende Stand der Börse ist das Tagespc sprach — kurzum, die wirtschaftlichen Verhältnisse arbeiten den Niiionalsozialisten in die Hände. Und wenn nun gpr ein harter Winter einsetzt, die Arbeitslosigkeit weiter zunimnit. die wirtschaftlichen Verhältnisse sich zuspitzen, so werden diejenigen, die sich dabei die Hände reiben, die Nationalsozialisten, die glücklichen Gewinner in einem trüben Spiele sein. Deutschland erwache! Wcfnn erwacht in allen seinen Gliedern endlich das Judentum? Ter Nationalsozialisnius ist heute durchaus keine reine judenfeindliche Angelegenheit mehr. Er rennt mit aller Gewalt gegen Verfassung und Wirtschaftsordnung an und ist daher eine staatspolitische Angelegenheit geworden: aber grimmigster Judenhaß ist sein Herzstück. Wer einmal Hitler» Lebensbeschreibung „Mein Kamps" durchblättert, sieht sofort, daß dieser Mann im Judenhaß und in her Iudenbekämpfung sein Lebenselement sieht, das er aus ta&tifä)en| Gründen nur dann und wann in den Hintergrund treten läßt. Wie wenig« unserer teutfche« Juden, ja wie wenig« unserer Kameraden. haben den Ernst der Lage begriffen, haben fich entschlosten milzuarbeiten an ihrer Besserung, find bereit, den Organisationen. die sich mit aller Energie der Bekämpfung judenseindlicher Umtriebe widmen, Mittel zur Verfügung zu stellen. Statt dessen: Lauheit, Gleichgültigkeit, ein verblendeter Optimismus, ein Herumnörgeln an Nebensachen, ja sogar jetzt noch unfruchtbare Unterhaltungen in jüdischen Zeitungen über die Frage, ob man die religiös- und politisch-neutralen Gemeinden persönlich in die Abwehrkämpse hineinziehen solle. Große Worte in den Versammlungen und kleine: kleinste Taten nachher. Vierzehn Tage trennen uns von den Kommunalwahlen. Die nationaisozialistifche Hochflut braust über uns. Das erste Gebot muß sein, daß jeder Kamerad, seine Angehörigen, seine' Freunde, die Bedeutung der Lage klar erfassen, daß sie daraus ihre Folgerungen sür den Abwehr- und Ausklärungskampf ziehen, daß sie sich persönlich für die Kleinarbeit zur Verfügung stellen, daß sie selbst Opfer bringen und Opfer bringen lehren. Neben dem jüdischen Interesse besteht aber ein allgemein deutsches Interesse. Das Wohl des deutschen Vaterlandes erfordert, daß in allen Stadtverwaltungen Männer und Frauen sitzen, Bundes-Hauptveriammlung! Di« diesjährige ordentli«he Bunbes-Hauptversammlung findet statt am Souatag, dem 24. November 1929, zu Berli» im rogeuhauS. Sleiftftrahe 10 Die Delegiertes unserer Landesverbände und Ortsgruppen und die Kameraden de» Bundesvorstandes werden auch hierdurch zur Teilnahme — kameradschaftlichst «ingeladen. \

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