Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 44 (1.11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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seMonellen Gegensätze Äumapiqfcer und kam zu dem Resultat da«-, der Hatz ja nicht der Lehre gelte, sondern den unzähligen verderblichen Legenden. Sie müsse man zerstören. Der Forderung, datz nicht nur Minder, sondern ganz besonders auch Eltern iin Sinne der Versöhnlichkeit und Toleranz erzogen werden müssen, schlotz sich Frau Fried an. Sie erinnerte die Frauen und Mütter an ihre ureigenste Pflicht. Sie haben die Aufgabe, ii rc Kinder zu Verständnis und Achtung der Mitmenschen zu erziehen. Sehr feinsinnig bewies Dr. Alfred Wiener, Syndikus des Centraloereins, den Judenfeinden die Inkonsequenz ihres Handelns. Ein echter und rechter Antisemit dürfe eigentlich keinen jüdischen Arzt befragen, sich von keinem jüdischen Anwalt verteidigen lassen, ja, er dürfe auch niemals das Lied von schwarz-weitz-rot singen, dessen Dichter auf dem ludischen Friedhof in Wettzensee begraben liegt. Eis« Czapski. Die Blutherrschaft der Tfchandalen Eine neue Irrfinns-Broschüre . Bitte die Aermel auszukrempeln, es geht jetzt in den Dreck. Der Dreck ist heute eine Broschüre in rotem Umschlag, überschrieben „Die geplant« «ustilgung de» deutschen Volkes durch den Aoung-Plan," versaht von einem, der sich „Hermann Wieland" nennt, und verlegt durch einen Verlag, der „für Volkseinh-it" aufzutreten behauptet. Aus dem Innentitel wird man noch belehrt, datz die geplante Austilgung des deutschen Volkes durch den Aoung-Plan hier nach dem Zeugnis des Reichsministers Rathenau geschildert werde. Dem entspricht die Broschüre auch sonst. Mit 17 Nummern wartet ein Verzeichnis beweisender „Urkunden" auf, das unter anderen folgende Kleinodien enthält: „der biblische Moses — ein ägyptischer Bergwerksdirektor — als Pulver- und Dynamitfabrikant nach dem Zeugnis der Bibel" ldiese Nummer 8, eine Schluhabrechnung des Christentums mit illtoses uns» seinem Gott, liegt im 21. bis 30. Tausend vor!), „der Ritualmord bei den Talmudjuden, attalantische Urbibel, zurückrcichend aus 85 000 Jahre vor Christus" (biefe Nummer 16 steht uns noch bevor, sie soll noch in diesem Jahre erscheinen, nachdem üe offenbar fast 87 000 Jahre verborgen blieb). Natürlich fehlt auch nicht die famose Broschüre des Handelsschuldirektors Fritz Reinhardt über „Aoung-Plan und Menschenexport", die das elende Märchen von der Sklavendeportation deutscher Jünglinge und Mädchen aufbrachte. So muh alles, mag es 87 000 Jahre oder acht Wochen alt sein, als beweisende Urkunde dienen. * Entzückend ist das Geleitwort, das ein angeblich ehemaliger Äkademie-Professor Frenzols Schmid aus Vilshosena.d.Donau der Broschüre mitgibt. Er sagt etwa folgendes: Auf altallalantinischem Boden entbrannte der erste Kampf der Tschandalen gegen die Arier, vor ungefähr 30 000 bis 35 000 Jahren. Äald darauf brach das dem Tschandalentum angehörige Hebräervolk, immerhin durch arische Stämme aus Mesopotamien verlrieben, räuberisch in Palästina ein und unterjochte die dortselbst ansässigen arisch-attalantinischen Kolonisten. Lange schon vorder hatten hebräische Schristenlehrer und Rabbis den Hebräischen -'und ins Leben gerufen. Jetzt wurde er erneuert und ausgei-cltet. Den aus dem arabisch-attalantischen Königsstamme der faffe entsprossenen Arier Jesus von Nazareth trieb der Hebrä- -che Bund in die Kreuzigung, mutzte das durch Zerstreuung des Judentums in alle Welt büken, aber das Streben, die Weltmacht uch den Plänen und Vorschriften des Hebräischen Bundes zu -reichen, beseelt diese Tfchandalen seit jener Zeit. Nun kommt'» aber erst richtig: „So sehen wir auch in unserer :it den alten Kampf des finsteren, den Tiermenschen entstammten Tschandalentums, des Hebräischen Bundes und seiner Anl inger, gegen die lichtumlohten Gottessöhne arischer Herkunst." itj: Paris. Ausübende Organe: Freimaurerlogen in allen arischen ernte«. Leistungen: Begründung und Entwicklung der Sozial- -.-nokratie und de» Kommunismus, Protetarisierung. Entrechg und planmäßige Verhetzung der deutschen Massen durch den bischen Kapitalismus usw. usw. bis zur Ersinnung des teuf- 'scheu Aoung-Planes. Einzige Rettung: das vorliegende „Werk" •>f) Gemeingut des arisch deutschen Volkes werden, dem die rliche Pflicht erwächst, den Hebräischen Bund und seinen An- :>g mit dem gesamten Freimaurertum aus deutschen Landen ■i vertreiben. ■k So, nun rasch, ehe wir vertrieben sind, hinein in den Dreck. o er am dicksten ist. Denn vertrieben werden wir alle. Wer anlich nicht Jude ist, ist Iudengenosse. Bitte sehr: „die ge- ~'unte jüdische Weltbank ist. wie einst der Tempel in Jerusalem, i Bankzentrale der jüdischen Geheimregierung. All die groften denbanken der Gegenwart sind nur ihre Nebenstellen, und '? deutsche, von Juden geleitete Deutsche Reichsbank (eine jü- " Iche Privatbank!), eine armselige Filiale derselben." Also auch Schacht bleibt nichts erspart. Und in Paris waren bis. Sachverständigen „fast ausschlietzlich Juden und Iudenge- > assen". Der Hebräische Bund ist nach seinen Satzungen verpflichtet, die arischen Deutschen auszutilgen. Darauf istder Aoung-Plan bewutzt zugeschinitten. Man braucht ja nur das „Berliner Tageblatt" zu lesen, da steht das ja alles gedruckt. Und nun folgt, in Anführungsstrichen, als wörtliches Zitat auf tretend, die Lüge vom Sklaven-Export. Diese Broschüre behauptet, im „Berliner Tageblatt" habe gestanden: ,Kann Deutschland die Tributleistüngen nicht aufbrmgen, dann verlangt die Rcparationsbank, datz jährlich Musterungen in Deutschland veranstaltet werden. Zu diesen Musterungen werden deutsche lnicht jüdische! der Verfasser) Jünglinge und Mädchen geladen, u m auf ihre Exportsähigkeit untersucht und bei entsprechendem Gesundheitszustand als exportfähig erklärt zu werden. Die Zahl der zwangsweise exportierten deutschen Jünglinge und Mädchen richtet sich ganz nach der Summe, die Deutschland nicht in ausländischer Währung aufbringen kann." Diese freche Stirn, mit welcher der Mann, der sich hinter dem symbolischen Decknamen Hermann Wieland verbirgt, hier ein erlogenes Zitat erfindet und seine angebliche Genauigkeit noch unterstreicht, indem er eine Beifügung höchst korrekt als von ihm herrührend charakterisiert, übertrifft noch die Schamlosigkeit, die bisher auf diesem Gebiet erlebt wurde. Das gilt aber nicht nur von seinen Methoden, das gilt auch von seinen Behauptungen. Er malt in grellen Farben „das Los der durch die deutschen Behörden zwangsweise ins Ausland verschobenen Deutschen": LebenslSnglich« Zuchthausarbeit, kein Lohn, schlechte» Schützengrabenesten. zehnbi» zwölfftündig«, Arbeitszeit, bewaffnete Aufseher, kein« Fürsorge in Krankheitsfällen, di« Verbindung mit der Heimat unterbrochen. kein« Möglichkeit zur Rückkehr. Seine Phantasie macht auch vor den Gegebenheiten der Geographie nicht halt: er läßt die deutsche Jugend auch in den Bergwerken am Nordpol ein frühe« Grab findeu. Aber er hat ja recht. Bei so viel grotesker Lüge kommt es auf ein Bergwerk im Polarmeer nicht an. . * _ Keine Müdigkeit vorgeschützt! Jetzt kommt der Dreck aus dem Schweinestall: ~ „Die deutschen Mädchen nämlich werden nicht nzir auf ihre Gesundheit, sondern auch auf ihre Schönheit amtlich (wohl von . jüdischen Aerzten) untersucht." „Ein kleiner Teil wird wahrscheinlich in jüdischen Unternehmungen Verwendung finden, ein anderer Teil als Dienstmädchen und Hurenweiber in Iudenhäuser geschoben werden, der größere Teil aber wird als ständig „frische Ware" die jüdischen Bordellhäuser im Ausland füllen, nachdem der jüdische Mädchenhändler zuvor seine perversen Triebe an ihnen befriedigt hat." v Endlich erfährt man nun auch etwas über die Gebräuche im regulären Mädchenhandel. So ein jüdischer Mädchenhändler pflegt 10 000 bis 20 000 Mark pro Stück zu erlösen. Während aber sonst die Arbeit der exportierten Sklaven auf Reparationskonto verrechnet wird, — allerdings müssen wir uns die Kosten für ihre Ernährung anrechnen lasten — ist es leider fraglich, ob für die exportierten Sklavinnen der Erlös auf Reparationskonto verrechnet wird. ■k 9lurf ist aber „Wieland" noch in der Lage, etwas zu enthüllen, was unt der Hebräische Bund bisher sorgfältig verheimlicht hat: die Opsgrung junger germanischer Jünglinge und Mädchen, insbesondere schöner germanischer Mädchen, von Staats wegen. „Datz diese MaUenschächtungen natürlich, wie schon immer, in aller Heimlichkeit geschehen werden, ist selbstverständlich." * Genug von dem Dreck! Er ist auf 28 Seiten übeldustend ausgebreitet. Diese Fülle des Unsinns, die wir hier rekapitulieren. gibt nur einen kleinen Teil wieder. Da ist von dem sozialdemokratischen Reichsminister Rathenau die Rede, der in Wirklichkeit selbst „einer der jüdischen Fürsten" gewesen sei. konnte ihn doch auch „Hermann der Deutsche" den „Leiter der jüdischen Weltrevolution" nennen. Der vorsichtige Verfasser demüht sich dabei noch, den Maschen des Strafgesetzbuche» zuentwischen. Er beruft sich bei seinen Beschimpfungen der 347