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Der Schild · 1929-11-01 · 44 (1.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
44 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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««schein« «Schentltch. 2donne»»»t»»re<» . I.« M. vlertellLheltch vu»- schlichUch Poftdetlellgelb yr,av«,eb«r u. Rerkeger: Relchsbunb Illdtscher Frontsoldaten «. >v r>«r Schilt komm« Freitag irrigen durch da» «Post. z.i,uo»»am» zu« Dersand. FZ« Aufnahme und Rück. I« .bung unverlangt einge andrer Manuskripte wirb keine SewLhr grleiftet. Aleinig» Anzeigen-Ann2«>» durch B«»»^0e«lo^ Dentkl »-Pakuscher, Derlta W SS,hvlu«eahot » TeULdRoUendf. SS41/« Anzeigenschluß, Jeden Sonnabend für dt» ndchsterscheinend Ru AnzelgenteM, di» dt» zu diesem Tag« nicht bei an» eingeqangea ssnd. werden in der Rümmer » Deraatwgrtltch für den Anzeigenteil: .%>. »o Derlin-ASjeißense« iBBmSi -Hummer 44 Berlin, 1. November 1929 gang Berlin ab die Gebnvtsstcrdt ber endgültigen In^eneinnnzipntion Von B. W. Segel / Unser zu Ende gehendes Jahr hätte Allspruch darauf gehabt, als Iubiläumsjahr gefeiert zu werden, es ist nämlich das f ü n f z i g st e. seit der Berliner Kongretz stattgefunden hat, auf dem die Grotzmächte Europas nach dem russisch-türkischen Krieg in den staatlichen Verhältnissen aus dem Balkan' und im Nahen Orient jene Ordnung eingerichtet haben, die im großen ganzen, trotz der vielen inzwischen vorgejallenen Aenderungen sich bis zum Weltkrieg erhalten hat. Für uns Juden aber bedeutet der Kongr.eh ein geschichtlich merkwürdiges Ereignis, denn auf diesem Kongreß haben sämtliche Vertreter aller GrohmächteEuropas, zumerstenmalinder neuerenGeschichte, esalseinenunbe st reitbaren Grundsatz des internationalen öffentlichen Rechtes einstimmig ausgesprochen, daß kein Staat berechtigt sei, seine jüdischen Bürger als minderen Rechtes zu behandeln» denn seine nicht- , ü d i s ch e n. Dieser, bis heute praktisch noch lange nicht in allen Ländern verwirklichte Grundsatz wurde gleich- ,eilig den neugeschaffenen Balkanstaaten auferlegt, in- ^cm ihre Anerkennung, also gleichsam ihre Aufnahme in 2ie europäische Dölkerfamilie, an die restlose Durchführung dieses-Gxundsatzes geknüpft wurde. Der Schauplatz dieser Borgänge war die Hauptrr a b t d es neugegründeten Deutschen )i eiches, der Protagonist, der mit eisernem Willen und :luger Berechnung die Verhandlungen auf dieses Ziel ''inleitete, war Bismarck, dessen erster Kanzler, die -Männer aber, die dieses Ergebnis von langer Hand vorbereiteten und über dessen Zustandekommen mit nimmer rastendem Eifer wachten, waren deutsche Juden, fast amtliche Mitglieder der Berliner jüdischen Gei einde. Es geziemt sich also, an dieser Stelle auf den Verlauf der Ereignisse von damals einen kurzen Blick zu werfen. * Als im Januar 1878 klar wurde, daß ein internationaler europäischer Friedenskongreß sich mit der Neuordnung der Zustände auf der Balkanhalbinsel befassen würde, begannen die Freunde der rumänischen Juden, die schon viel für diese gearbeitet hatten, sich aufs neue zu regen. / <. In Berlin existierte seit 1868 ein besonderes Rumänien-Komiteei das aus den angesehensten jüdischen Persönlichkeiten bestand und über die Mittel beriet, die Lage der rumänischen Juden zu verbessern. Jetzt schloß sich diesen Bestrebungen auch Gerson von B l e i ch r ö d e r an, der mächtige Bankier, der finanzielle Berater und Vertraute Bismarcks, neben dem Baron Cohn, der Vermögensverwalter Kaiser Wilhelms. Das mußte als bedeutender Triumph der jüdisch-rumänischen Sache gelten. Denn Bleichrüders Ansehen und Einfluß waren groß. Man wußte, daß er n^ben David Hansemann beim Abschluß des Friedens mit Frankreich mitge- ' wirkt und auch sonst dem Staate große Dienste geleistet hatte, die mit seiner Erhebung in den Adelsstand belohnt wurden. Die Jüdische Gemeinde in Berlin überreichte am 1. Februar dem Fürsten Bismarck eine von den Vorständen-sämtlicher jüdischer Gemeinden Preußens ‘ mitunterzeichnete Petition, in der gebeten wurde, auf dem Kongreß die Stellung der Juden in Rumänien zu regeln. Die Petition wurde schon am 28. Februar vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes im Namen des Reichskanzlers sehr freundlich beantwortet: „Der Herr Reichskanzler wird, wie bisher, so auch künftig, gern jede geeignete Gelegenheit benutzen, Denkt an die Wahlen am 17. November! Stellt Euch ganz in den Dienst Eurer Staatsbürgerpflicht, jeder im Sinne seiner politischen Anschauung! Wahlarbeit ist auch Abwehrdienst!

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