Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 42/43 (22.10.1929)
- Date
- 1929-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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wenn er in das Land zurückkehrte, wo er kein Fremder sein würde. Tort könnte er frei sein. . Und so, kaum ahnend, welche Folgen es haben würde, chrieb er sein Buch: „Ter Iudenstaat". Es machte ihn zum Zührer der Weltbewegung des „Zionismus". Er sah sich, für >en Rest seines kurzen Lebens, einer doppelten Aufgabe gegeniber: Tie Juden für die Idee des Heimatlandes, das Heimatland für die Juden zu gewinnen. Tie westlichen Juden waren bereit, dieses Heimatland für ihre armen, östlichen Brüder irgendwo zu begründen. In Afrika, Argentinien, ganz gleich. Tie Ostjuden aber klammerten sich an den messianischen Ge danken, .und so wuch^ die Sehnsucht nach Palästina. Herz! starb im Jahre 1904: seine Idee reifte und fand im Jahre 1917 in der sogenannten „Balsour-Erklärung" ihre Erfüllung, welche den Juden Palästina als Heimatland versprach und seitens der damaligen Alliierten garantierte, i Run kann aber nur ein Schelm mehr versprechen als er hat. Und Schelme waren die Alliierten des Jahres 1917. Sie hatten wohl die Macht Erklärungen zu erlassen, wohl auch die Merz. aus ihren Schissen die geplagten polnischen und russischen Iu.m zu ermäßigten Preisen nach Palästina zu befördern. Aber ± konnten nichts daran ändern, dah diese auch hier wieder v eine verschwindende Minderheit, ein Fels im Meer der „Ung!, * bigen", jetzt der Mohammedaner, sein würden. Und so kehrt unsere Geschichte zu ihrem Ausgangspu:! -urück, der von den Kanaanitern und Moabitern, von der bae Ionischen und assyrischen Gefangenschaft erzählte. Bibelkapi ' in moderner Ausdrucksform, das sind die Reutertelegramdie von den Zwischenfällen in Jerusalem und Tel-Awiw l richten. Und wieder haben sich die Juden gespalten: nur zn Stämme, die Aermsten der Armen, sind Balfours Lockruf n. Palästina gefolgt, indes zehn Zwölftel des Judentums sich der westlichen Welt assimiliert haben. Wer von beiden hat redr Vielleicht werden Juden in zweitausend Jahren diese Fra : besser beantworten können. Fritz M. Witte. Sportgiu-Iitsu-Sruppe RjF. gegen Polizei Leipzig und Chemnitz Es war ein guter sportlicher Gedanke, das fünfjährige Bestehen der Iiu-Iitsu-Gruppe des Reichsbundes jüdischer Front- ■ svidaten, Ortsgruppe Berlin, duifch einen großangelegten Kampfabend zu feiern. Tie Bedeutung dieser Gruppe mutiger und sportlich interessierter junger Juden ist längst über den Wert - einer lokalen Sportorganisatioit hinausgewachsen und mit ^en erstklajsigen „Bar Kochba" und „Makkabi" Berlin, für T>as Judentum von erheblicher Bedeutung. Sie hat auch wesentlich zur Mehrung des Ansehens dep RjF. beigetragen. Ter gute Besuch im großen Saale der Spichernsäle bewies, daß das Messen der Kräfte der Gruppe mit erstklassigen Kämpfern sowohl das Interesse der Kameraden, als auch das aller sportlich interessierten Kreise in steigendem Mäße gewonnen hat. Ter Kampfrghmen und die flotte Abwicklung der Kämpfe machte auf alle Ztschauer einen sehr guten Eindruck, und mancher, der solchen Kämpfen zum ersten Male beiwphnte, gab seiner Bewunderung für die gute Haltung der jüdischen Kämpfer gegen die im allgemeinen körperlich überlegenen! Gegner begeisterten Ausdruck. Tfe Veranstaltung derartiger Atzende hat zweifellos auch einen großen propagandistischen Wert für die jüdische Sache, und die praktische Widerlegung der Behauptung von der körperlichen Minderwertigkeit der jüdischen Rasse wirkt mehr als 199 gute Versainmlungsreden. Nach Ueberreichung von Blumen an die auswärtigen Führer und Begrüßung durch den verdienstvollen Ersten Borsitzenden der Gruppe. Kamerad Beck, fühlte der ausgezeichnete Trainer der Gruppe, Kressel. mit seinem Partner einige Griffe vor. Der erste Kampf Schulze- Leipzig gegen U n g e r - RjF. wurde von letzterem durch ArmhebeF in 9 Min. 15 Sek. gewonnen. U. war ständig überlegen. Ter Kamps des deutschen Polizeimeisters Schumann-Leipzig gegen ^den jungen, sehr guten Wittenberg-RjF. endete unentschieden. . Desgleichen der Kampf Bormann Chemnitz gegen Oppenheimpr-RjF. Beide haben technisch nock viel zu lernen. Ebenfalls! unentschieden trennten sich Wirker Leipzig und der nicht mehr junge Friedländer-RjF., beide gute Techniker. Im interessanten Kampf Schneider-Leipzig gegen den Hospitanten der Gruppe Schwabe siegte erfterer nach st Min. 19 Sek. durch einen gilt angesetzten Armhebel. Im letzten Kampf des Abends des 179 Pfund schweren sehr starken Gast-Chemnitz gegen Rolhstein-RiF. <152 Pfunds erreichte letzterer durch seine Kraft und Energie ein Unentschieden. Im Rahmen dieses Abends veranstaltete der Reichsoerband für Jiu-Jitsu den Entscheidungskämpf um die deutsche Meisterschaft im Leichtgewicht. Ter schon zweimal unentschieden gebliebene Kampf von Rock-Reinhold vom Ersten Berliner Iiu- Iitsuklub gegen Neumann-RjF. etzdete zum dritten Male unentschieden. Der Kampf machte den! besten Eindruck des Abends. Keiner der gleichwertigen vorzüglichen Kämpen konnte einen entscheidenden Griff anbringen. Tie -starke Verkürzung der Kampfzeit trägt zu diesen häufigen unentschiedenen Resultaten bei. Dieser Kampf sowohl als auch der in Leipzig unentschieden gebliebene Meisterschaftskampf van Wittenberg-RjF. wird im nächsten Monat wiederholt. Ter pbend fand seinen wirkungsvollen Abschluß in einem Beisammensein mit den Kameraden, den-Kämpfern und vielen Berträtern der Berliner Iiu-Iitsuoergine und des Reichsverbandes.!Für die vorzügliche Organisation gebührt dem Kameraden Bech der Tank des Bundes. Trainingstage der Jin-Jitln-Gr»»»«. Geschäftsstelle: 8. 39. Hobcnstaufcnstr. 32. Montag: Training der Kampftzrannschaft. Mittwoch: Anfängerkursus und Fortgeschritten«. Beginn stets ab 8,39 Ubr. Schild Traiuingsräume: Schöneberg. Hobenftaufenftrab« 3f, Eck' Müfichcner -trabe. Kcllerlokal. — Gäste willkommen! — Kamerad, 'besucht unser Training! J Svort«roov« im Reicksbund iiidilcher Frontsoldateuj Ortsgruppe Berlin. | Geschästsstelle: C. 2, Burgstr. 26. Zimmer 19, benutzt Norden 8fi TraintngStage: Alt-Hrrren-Abteilung: Jeden Montag von 8—IQ Ubr, T»r, balle. Alt-Moabit 23. — Jungmädchen-Abteilung: Irden Donners,»« von 5—7 Ubr. Turnhalle. »aiscrstratze 26/39. — Männer-«b,e lung: Jeden Montag von 8—19 Ubr. Turnballe. Blnmenftr. 77. Männer-Äbreilung: Jeden Dienstag von 8—19 Ubr. Turnball. Wastertorstr. 37. — Jugend-Abteilung: Jeden/Montag von 8—1 Ubr. Turnhalle. Wastertorstr. 37. — Damenabteilung: Jeden Dien, »ag von 8—lv Ubr. Turnhalle. Blumcnstr. 77. Jeden Donnerstag: Kaldlaustraintng für alle Abteilungen Umkleidelokal im Restaurant Sonnenwende in Treptow um 8 Ubr. Mitteüungen der Bundeslettung Die lbtzte ordentlich« Hauptversammlung batte eiu« Kommission von >2 Knmeradrn gewählt, dir der nächste« H««pt»erlammlnng zur Regelung der Angelegenheit des „Schild" Anregungen rnr weiteren Beschluhfastung unterbreiten sollt«. Di« letzte Tagung vom >3. 16. der Kommiss»»», an der dir Kameraden Löwenstei», Vaeckicr Ticneman», Jacks. Frisch. Kanu. Landsberger. Fuerft. Koppe und als Gäste di« Kameraden der Redaktion. Götz und Schäffer, teil nahmen, kam »u folgendem Ergebnis: „Ab I. Januar l836 wird der „Schild" au die Bnudesmitalic der zweimal monatlich grliekert. Die Landesverbände sind per pflichtet, dem Bundesvorstand rinschllestlich Bundesbeitrag ab t. Januar 1630 Mk. 6.4.1 lür die zu drlieferude» Mitglieder r» zahlen." i * Di« ans unserer Bundesarbeit brroorgegauaene Jüdische Land arbeit G. m. b. H. bat unumehr ihre praktisch« Siedlnugsarbeit »ui genommen. Der erste der in der Nähe vou Berlin zur Scholle gebrachten Siedler ist ei» Mitglied des RjF.. nufer Kamerad Lubelski Möge die innge Saat wachsen, blühe» und gedeihe«. AuS den Landesverbänden und Ortsgruppen Landesverband Baden-Pfalz. Mannheim. Wir erösfneten unsere Wintertätigkeit mit einen: Bortrag des Bundesvorsttzenden, Kam. Dr. Löwcnstein. Die An Wesenheit des Bundesvorsttzenden batte auster unfern Mitgliedern auch auf zahlreiche Gäste aus allen Schichten der israelitischen Ge mcindcn Mannheim und Ludwigshafcn und dt« benachbarten Oris gruvven eine starke Anziehung ausgeübt. Der Borsttzende. Kam Bauer, gedachte einleitend der Opfer der Unruhen in Palästina. r>> deren Ehrung stch dir Anwesenden unter Trauerakkorde» erhoben. Kam. Löwcnstein erörterte alsdann die Notwendigkeit, biswrilci einer grüneren Oekfentlichkeit Einblick in die Arbeit des RjF. »n gebe», der. als noch junge Gemeinschaft, nach 19 Jahren heute 39 999 Kameraden umfaßt. Der Borsttzende, Kam. Bauer, dankte Kam Löwcnstein für seine tieswirkcndcn Darlegungen und ermahnte die Kameraden, unter Hinweis auf die badischen Wahlen, ihren Füh rern zu folgen. Landesverband Surbesteu-Waldeck mit Ostweftfäleu und Südhanuover. Wir macke« unser« Ortsgruppen darauf ausmerkla«. dah Kam. Tr. Steffen K a u » - Frankfnrt a. M. in Sastrl am Sonntag, den 11. November d. I.. abends 8.30 Uhr. im kleinen Stadtparklaal, Eingang Wilhelmftrahe. einen Bortrag halte» wird über das Thema: .Unsere Stellnug im politische» Kampf". Kam. Dr. Kanu ist als gntrr Redner bekannt, nnd der Abend verspricht besonder» Intrrestant.,» werde». Anschließend an de« Bortrag findet «in gemütliches Beisammensein der Kameraden mit ihren Angehorigrp mit Tan» statt. — Nachmittags um 4.S6 Uhr findet eine kurz« Beiorechnng der auswärtige» Kameraden mit de» Kastelrr Kameraden im Hotel Meier, «affel. Oberst« «alle 58, statt. Wir hoffe», ein« grob« Anzabl Kameraden mit ihre» Angehörige» am 16. November in Kassel begrüß«» »» könne«. 342