Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 36 (6.9.1929)
- Date
- 1929-09-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dem Gedächtnis Males Mendelstohns seinem 200. Gekurtstag am 6. Deptemker tjr&mt wSchanw^ QTL'CnnmitntgpatbS ®U.Bß B.«icl|4trt. a»*f<ftL <PoH> btttclUttO ©«tMggabtrgnb Dri-rger- Raichbbimb i*. »mb. grondotboam «. <B v>r 2-hilb bmmt Srattag. ms.grn durch bad <Poft* jifrunnaamt jum Vatfanb. gut .lufnabac und 9tt(t> ftntung unscdangt «tagt, sandirr Mamifldpra «leb trt:i« OtBdbt geldfiet dneaaaa 4K> vnm *0ccmi iw ««dag «ab —«Haag. Tat-- ^»lal Oft 96*1-«. a«)tig«*l<blak Atbtn Sanatoblk Me Mbchft, rrs chrtAaWbe 9CaaaMc. «a^ga»W. Mt Mg m ottft« Tagt Mich» hd m» tUigegaagta gab, aart«n la bar bataunoigaabtn 9bnaff aufgtaoauaaL f*n — ,——<ti a vcnn«0niMp ftc btg QtajctgaMdb ©. Sa (r. — ZEITSCHRIFT Nummer 36 «Verlln, 6. September 1929 8. Jahrgang Moses Mendelssohn als deutscher Bolkserzieher Von Professor Dr. Paul Hildebrandt, Oberstudiendirektor, Das Jahrhundert der „Aufklärung", dem Moses Mendels- I lohn angehörte, ja, dessen hervorragender Vertreter er war, hat cmsprechend seiner gesamten Ge stesrichtung auf dem Gebiet der Pädagogik seine schönsten Früchte gezeitigt. Darüber hinaus ober hat jene Zeit in Wahrheit Grund für eine wahrhafte Volkserziehung durch die Betonung örr Würde des Menschen gelegt, (io unerfreulich auch die faktischen Zustände des Bildungswese is in den Zeiten nach dem siebenjährigen Kriege waren, in denen ungebildete und unillende Unteroffiziere, die zu nichts anderem verwandt-werden ' onnten, als Volksschullehrer ihr - interkommen fanden, so stark '-oben doch die Ideen jenes Jahrhunderts weitergewirkt, um schließlich in unserer so ganz ander s gearteten Zeit in die Praxis » versetzt zu werden. Moses Mendelssohn aber kanlr als ein „geborener" Dolksrzieheö betrachtet werden. All« Autodidakten wirken schon urch die Tatsache, daß sie sich rus eigener Kraft emporentmickelt haben, auf die Masse anfe rernd, zumal.wenn sie —'aus »gsten Verhältnissen kommend - durch unerhörte Energie den Anschluß an die Kulturgemeinschift gewonnen haben. Man kann, jg man mutz aber Mendels ohn in einem höheren Sinne -.inen Autodidakten nennen, obwrhl seine Lehrer bekannt sind -o viel er ihnen auch verdankte, er hat sich in kürzester Zert über siq hinausentwickelt und damit den Beweis geliefert, datz die Ouxlle aller Bildung schließlich in ihm selber lag. Nun ober wär sein Anstieg dadurch so augenfällig, datz die große Masse seiner Glaubensgenossen drmals noch in finsterster Unbildung verharrte. Di«! Juden sprachen unter dem Einfluh der polnischen >!abbinär ein entsetzliches Kaudl rwelsch des Hebräischen und! Deutschen, einen Jargon, der trotz seiner deutschen Brocken wie , eine Fremdsprache für den gebildeten Deutschen wirkte und gerade dadurch die Juden von der Kulturentwicklung der Deutschen ausschloh. Diese Mund« rt wurde von den Orthodoxen unter ihnen bezeichnenderweise als das Charakteristikum wahren Judentums betrachtet und das Lesen deutscher Bücher durch Juden geradezu als eine Gottlosigkeit gebrandmarkt. Rut unter den größten Schwierigkeiten vermochte Mendelssohn sich deutsch geschriebene Büch rr zu verschaffen. Mit unendlicher Mühe — unterstützt durch säin feines Sprachgefühl lernte er^Deutfch wie eine Fremdsprache und hat sich dann im Laufe der Jahrzehnte eine Sprachgen andtheit erworben, um die er bekanntlich, sogar von. Kant benei ret wurde. Sicherlich hat Mendelssohn den weder gekannt noch erfaßt. Aber in Höherentwicklung seines Volkes nich^ daß es die Sprache des Landes, in de Legriff der Volkserziehungtinktiv begriff er, daß eine. möglich fein werde, ohne n es lebte, bis ins Innerste Mendelssohn-A Ausgeführt von Robert Ball Nachsg hinein begriff. Und merkwürdiger»» schritt zu erzielen, zum demselben benutzte, um für die Deutschen die Bildung zu schaffen. Mendelssohn (Pentateuch, Psalmen, Hohes Liei) Fibel zur Erlernung der guten deuts Juden jener Zeit der Wortlaut diesi r edaille Müiizeuhandlung, Berlin äse hat er^ um diesen Fg^ Mittel gegriffen, das, Luther . Grundlagen einer religiösen iberfetzte, Stücke der Bibel gewissermaßen als eine ishen Sprache. Denn da den Schriftep dis ins kleinste i-