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Der Schild · 1929-08-30 · 35 (30.8.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
35 (30.8.1929)
Date
1929-08-30
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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1 weis auf kirchenrechtliche Bestimmungen abgelehnt worden. * III. Man yruß sich klar darüber fein, daß der Streit um die Klagemauer nur den äußeren Anlaß für die blutigen Zusammenstöße bildet, die gegenwärtig das Leben der palästinischen Juden und Araber erschüttern. Die letzten Meldungenbeweisen, daß sich die nationalistische A« der Aagemcmer änml Feindseligkeit der Araber gegen die jüdische Einwanderung und gegen die zionistische Ansiedlung über das ganze Gebiet des Heiligen Landes wie eine Flutwelle ausbreitet. Es ist bei den Kämpfen in den Straßen Jerusalems, bei den planmäßig vorbereiteten Angriffen der Moslems auf die von Juden bewohnten Stadtviertel und Vorstädte durchaus nicht geblieben. Schreckensnachrichten kommen aus dem Süden des Landes. aus Hebron, wo die Eingeborenen in eine Talmudschule eindrangen, 4D Juden niedermetzelten und 70 andere mehr oder weniger schwer verwundeten. Unter den Toten in Hebron befanden sich zwölf Bürger der Vereinigten Staaten. Die Regierung in Washington hat daraufhin bei der Mandatarmachr England Protest erhoben und mit energischem Nachdruck den Schutz für die amerikanischen Staatsangehörigen Palästinas und für das in palästinischen Unternehmungen investierte amerikanische Kapital gefordert. Weiter und weiter breitet sich die Bewegung der Araber aus. Ueber gantz Palästina züngeln die Flammen des Aufruhrs. An fast allen, von Juden besiedelten Ortschaften ziehen sich Haufenfanatischer Fellachen zusammen, zum Angriff auf die schutzlosen Kolonisten, zu 282 Mord ui d Totschlag, zu Plünderu i$en und Gewalttätix keilen t rreit. Soeben, da diese < eilen geschrieben wer den, tre en neue Schreckensineldv ngen ern:! sie Unruhen haben sich iber das ganze Lauf, ausa dehnt. Gestern wurden z, »ei Angriffe auf T e l Avis abgeschlagen. Bei dem ersten Angriff wurd ein £ ude und zwanzig Araber, bei dem zweiten für Fuder getötet und über zwanzig Araber verwund?! Die 5 terluste der Araber sind unbekannt. Haifa wurde ebenfalls zweimal vergeblich o, gegri fen. Eine Refhe von Jure« wurde verwundei In ierisan wurden alle jüdischen Häuser vc brannt, ein Jude getötet und 21 verwunde, Rehvwoth. südlich Jaffa, wurde gestern übe fallem Bis jetzt sind von dort noch keine Nachrichtcr zu erhalten gewesen. Äie Kolonie Artus zwischen Jaffa und Ierusu lem »and in Flammen. Die Lage scheint hier abe, etwcm leichter zu sein. Doch s nd fast alle Geschäft, geschaffen. Es herrscht Mange an Brot und Lebens Mitteln, da alle Arbeiter in den Selbstschutz eintraten Die ^Regierung entwaffnet »iese Organisationen während die Araber fortgesetzt Munition aus Trans jordapien erhalten. T ie arabischen Ausschreitungen in M o z z a waren graueihaft. Die Banditen drangen in das Haus einer bekar nten Familie ein, schnitten den Frauen die Brüst i ab. folterten sie zu T rde und verbrannten sieben Juden. Viele Christen n iarkierten ihre Häuser mit b auen Kreuzen. Alle Zeitringen des Landes sind oerbo en. Es gibt auch keinerlei amtlichen Nachrich tendierst und es gehen deshalb infolge der allgemeinen Nervosität die wildesten Gerüch e um. Ang, der Hun angesichts arabischei F e st st e s a g t Hai Die der hei großer jordanisi hat es. IV. sichts dieser grauenvollen Vorgänge, angesichts rrte von jüdischen Toter und Verwundeten dieses ganzen, katastrop Halen Ausbruchs des Vulkans ist es traurige Notwendigkeit, d i e llung zu treffen, daß England ver landatarmacht hat in ginzlicher Unkenntnis rufziehenden Gefahr die Einwanderung srabermaffen aus den angrenzenden trän» en Gebieten in Palästina gestattet. Sie tm Widerspruch zu ihrin in der Balfour Deklaratwn feierlich gegebenen Versprechungen, an ausreichendem Schutz für die jüdischen Siedlungen fehlen laffen. So ist es gekommen, »aß jetzt den gewaltig andrängeiiden Scharen der Moslems, die von chauvini stischer Leidenschaft bis zur Siedelsitze erregt sind, nu. ganz geri rge und unzurerchende Polizeimannschaften und Truppen;egenüberstehen, unfähig zu wirksamer und um fastender Abwehr. Von zionistischer Seite wurden aus jungen ^uden OrganisaTionen gelildet, die zusammen mit den pärlichen englischen Mannschaften den An griffen d, r Araber tapfer Widerstand leisten. Aber dies? wenigen Ratzregeln sind nur ein schwacher Damm gcgc«; die steige lde Flut. Alles in allem: die Juden Palästinas die für d n Wiederaufbau des Landes so gewaltige Opfe gebracht haben, sind im wesentlichen verlassen un > schutzlos. . I . 3m I etzten Augenblick hat sich die englische Regio rung aufgerafft. Sie hat über ganz «Palästina den Kriegs zustand r erhängt. Sie hat Kriegsschiffe von Malta au nach Haim beordert und Regimenter von Aegypten nac! dem Heisigen Lande kommandiert Flugzeuge kreise, über den Grenzgebieten und Ortschaften, um die Zusam menziehurg arabischer Masten zu verhindern. Und zu letzt hat Ke den früheren jüdischen Oberkommiffar Palö stmas, S t Herbert Samuel, der Mitglied der erwei terten „Irwish Agency" ist und soeben noch als Gast be dem Presidenten der tschechoslowakischen Republik. Masaryk, weilte, nach London berufen, um ihm das Ober kommista siat zu übertragen, nachiwm Sir John Chan cellor eir wandfrei gezeigt hat, daß er der schwieriger Lage nicht gewachsen ist. Hoffen wir, daß diese Maßnahmen Englands in letz ter Minche das Aeußerste von den bedrängten Juden Palästina , abwenden werden. - eld.

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