Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 32 (9.8.1929)
- Date
- 1929-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4911661-5448526-5449123--2296-4913697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Antisemitisches Merlei Kundgebung de» Z.-V. gegen die Ritualmordlüg«. Ter Zentral-Berein deutscher Staatsbürger jüdischen Glau- s. Ortsgruppe Köln, gab Kürzlich den Nationalsozialisten die rwort aus ihre Veranstaltung vom 26. Juli. Damals hatte 7 . Ley. nachdem er am gleichen Tage wegen Religionsbeschimp- . i und Aufreizung zu 1006 Mark Geldstrafe verurteilt wor- . war, in einer öffentlichen Versammlung zu dem Thema ellung genommen: „Ist der Ritualmord geschichtlich und rassisch rundet?" — Die Jüdische Gemeinde Köln hatte die Ein- ,'ung. für diese Versammlung einen Redner zu stellen, abge >:it. Dafür erfolgte die Kundgebung des Zentral-Vereins. .; große Saal der Harmonie, der etwa 1400 Personen faßt, r von über 2000 Zuhörern besucht und stark übert. Lange vor Beginn der Veranstaltung mußte er polizeigesperrt werden. Die Rlut der Einlaßbegehrenden schwoll ,r derart an, daß der Verkehr in den umliegenden Straßen ckte und starke Polizeiaufgebote Ordnung schaffen mußten, .'er 00 Prozent der Zuhörer waren Nichtjunden. Tie Leitung der Veranstaltung lag in den Händen von ndikus E. Iacobi vom linksrheinischen Landesverband des V. Zu Beginn der Versammlung überbrachte Rabbiner Tr. .'sentlsal, Köln, die Sympathie-Erklärung des .bischöflichen Generalvikariats. Sodann spra- ,ii Rabbiner Dr. Eschelbacher und Rabbiner Tr. Rosenthal in iwrischen und religions geschichtlichen Ausführungen unter rker Anlehnung an die aktuellen Geschehnisse über den Aberiauben des Ritualmordes und wiesen überzeugend die Aehn- ■ dlheit dieses Aberglaubens mit dem Hexenwahn und der anticulschen Kriegsgreuelpropaganda nach. Beide Referenten fan -'!i langanhaltende stürmische Zustimmung. „Iudenrepublik" — doch eine Beschimpfung. Wegen Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutze der Repu I'üli hatte sich vor dem Altonaer Schöffengericht der Führer der .Hamburger Nationalsozialisten zu verantworten, der bei einer alionaisozialistischen Kundgebung in Lauenburg einen Polizeicmnten als „Knecht der Iudenrepublik" bezeichnet hatte. Be- 1:nnntlid> wurde kürzlich der abgesetzte Pfarrer von Borkum, "iimchmeyer, der denselben Ausdruck gebraucht hatte, von einem i'mmoverschen Gericht freigesprochen, da das Gericht darin keine 2. •chimpfung des Staates erblickte. Im Gegensatz hierzu ver i: teilte das Altonaer Gericht den Angeklagten zu der aller- '•"05 nur geringen Geldstrafe von 150 Mark. Es stellte hierbei ürücklich fest, daß die Bezeichnung Iudenrepublik zweifelals eine Beschimpfung des Staates anzusehen sei. Aufräumen mit einer Fabel. Ter Preußische Minister des Innern Albert Grzesinfki, der rzlich sein 50. Lebensjahr vollendete, veröffentlicht im „Bereu Tageblatt" eine kurze Selbstbiographie und erklärt unter UeberfchriftAufräumen mit einer Fabel" folgendes: „Ich sei, so behaupten meine Gegner, um mich gleichzeitig rch Verletzung des Andenkens meiner Atutter zu treffen, in .eptow a. d. Tollenfe in Vorpommern — diesen Ort kann n ja nicht wegleugnen! — im Hause des Juden Cohn ge- >en, bei dem meine Mutter in Stellung gewesen sei. Davon kein Wort wahr und alles aus den antisemitischen Fingern logen! Meine Mutter ist nie bei einem Herrn Cohn, nie erhaupt in Treptow selbst in Stellung gewesen. Meine beiden ern sind durchaus arischen Ursprungs." lIta.) ■* ' Mit Franzosen gegen Juden. Das französische Berufungsgericht bestrafte, wie aus Mainz tgeteilt wird, den Lehrer Bürgel-Germersheim und den Kauf- »n Büdel aus Landstuhl wegen beleidigender Haltung Angerissen der Besatzungsarmee gegenüber mit 100 Mark bzw. Mark. Beide find Führer nationalsozialistischer Ortsgrup-; Büdel erklärte in seiner Verteidigungsrede, die Nationalialisten wollten keinen Krieg mit Frankreich, die Franzosen eit besser daran, mit den Nationalsozialisten als Bundeswssen die Juden zu bekämpfen. _ (Ita.) Schimpffreiheit für Münchmeyer. Der frühere Borkumer Pastor Münchmeyer, gegen den zur> t nicht weniger als 48 Beleidigungsklagen Sweben, hatte sich vor dem Schöffengericht Hannover zu ver- •iworten. Er hat in einer Versammlung auf die „Juden - publik" geschimpft und die Ermordung Rathenaus s ein großes Glück für Deutschland bezeichnet. Auch ^impfte er auf den Reichskanzler Hermann Müller. Der Staats- J'iualt beantragte eine Strafe von sechs Wochen Gefängnis. 7 ns Gericht sprach Münchmeyer frei mit der Begründung, daß - »auf die begleitenden Umstande ankomme". Das „Berliner Tageblatt" meint, daß auch dieses Urteil der Rechtsprechung des Reichsgerichts, deren böses Beispiel sich auf die unteren Instanzen auswirkt, zu verdanken sei. „Aber darf man da wirklich noch von „Rechtsprechung" reden? Die Vertrauenskrise dauert an." Der „Vorwärts" schlägt ironisch vor, den Richter schleunigst ans Reichsgericht zu versetzen. „Dort ist ja für die Justiz über die „Iudenrepublik" schon richtig vorgearbeitet worden." - ' / Sport im RjF. * Am Sonntag, dem 11. August 1020, findbt im Poststadion das große jüdischeSport-Meeting statt: Für die leichtathletischen Klubkämpfe zwischen Hakoay-Wien und Hagibor-Prag gegen Bar Kochba-Berlin sind die besten Vertreter der genannten Klubs gemeldet. An den offenen Einzelkämpfen werden sich auch Mitglieder der Sportgruppe Berlin des RjF. beteiligen. Der Fuhballkampf zwischen Makkabi-Paris und Hakoah-Berlin dürfte den Zuschauern ein interessantes Spiel bringen. Dieses Fest wird auss neue zeigen, daß unsere jüdische Jugend auch aus dem Gebiete des Sports wertvolles zu leisten vermag. Wir bitten die Kameraden, sich diesen Tag für diese Veranstaltung frei zu halten. Ztatalaaötaae »er Jiu-Jitsu-Gruvve. Berti». Kamvsmannlibast: jeden Montaa ab 8,80 Uhr. — Kortgelchrittene: leben Mittwoch ab 8.8« Ubr. — Anfänger: leben Donnerstag ab 8.30 Ubr. — Trainingsräume: Lchönebera. Hobenstausenftr. 81. Kcllerlokal. — .Gälte willkommen! Kameraden, besucht unser rratning! kvartgruvve l« Reichst»,»» siibiicher Ariutsoldate». Qrtsgruvve Berli». Geschäftsstelle: Berlin E. 2. Burgstr. 28. Zimmer 10 lNorden 8S08I. Training für Männer: Jeden Montag von 8—10 Ubr, Turnballe. Alt-Moabit 23. — Training kür Iungmädchen: Jeden Dienstag von 6—!48 Ubr. Zvortvlatz Einsame Pavvel — Training für all«: Jeden Dienstag ab 8 Uhr. «vortvlatz Einsame Pavvel. — Training für Handballer: Jeden Mittwoch ab 6 Ubr. Toortvlab Einsam- Pavvel., — Sraintna für alle: Irden Donnerstag ab 8 Ubr, Lvortvsav Einsame Pavvel. - Am Sonntag, den 2l. Juli, beteiligte sich die SvoAaruvve im RtK. am Lciscr-Zvortfcst. Tie 4x I0»-Mktcr-Damen,tasfel konnte beim Borlaus ganz überlegen sich den t. Platz sichern und oualifi- ,irrte sich so für den Endlaus. Im Endlaus konnten unsere Damen, die in der Ausstellung («ristal. Goldwasser, «brabamowsko. «nsbachi liefen, einen guten S. Platz binter Bergmann belegen. Irl. Goldwasscr konnte beim INti-Metcr-Mallausen den 6. Platz belegen. Unsere 4xU>U-Mctcr>Ztafsel für Männer kam »war in den Zwisckcn» laus. aber sür de» Endlans reichte es nicht. Wenn diese Ltassel mal ob»e Ersatz aiitrctc» würde, könnte sic auch mebr Erfolg baden. Aus den Landesverbänden und Ortsgruppen Landesverband Rordwestdeutschland. Landesoerbaud Mitteldeutschland. DaS Sachfentresfen am 2«. Juyl l»2». Am 23. 8. 29 vereinig, tcn sich einiao Qrtsgruvvcn des Landesverbandes z» einem «achsc»- trcsfen in rmsdors. einem dllbsch aelcgencn Lrt in der Rabe des UolmhergeS. Trotz ungünstiger Witterung beteiligte» sich die Lcivrigcr/Kameraden mit ibren Damen in gröberer Zadl. Kerner waren gut vertreten die Ortsgruvvcn Ebemnitz und Dresden, die im Auto mit dem RiK.-Wimvel sich am Tressvunkt einkanden. sowie ein Kamerad ans Krankenberg i. Za. und »wci Kameraden aus Eislehen. Um l> Ubr wurde das frübcr« Jaadschlol, Hubertnsbura. letzt als Irrenanstalt dienend, und seine »äbere Umgebung benchtigt.Bei der sich anschlicliendrn gemeinsamen Mittaasfäfcl be- Srükite der Landesverbandsvorsitzende. Rechtsanwalt Tr. Alkred a c o b v - Leivztg. die erschienenen etwa 80 Tetlncbmcr mit einer kurzen und brrzlichen Ansvrachc, in der er besonders seiner Kreude darüber Ausdruck gab. dab der Bundesoorsitzende. Kam. Dr. Leo 263