Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 32 (9.8.1929)
- Date
- 1929-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Diese Tendenz kann dann leicht zu Einseitigkeiten führen, wenn, wie es ja wohl meist der Fall fein wird, der Berfasser die Dinge aus einem doch immer nur engeren Kreise seiner persönlichen Erfahrungen heraus beurteilen kann. In dieser Situation ist es sehr zu begrüßen, daß das Reichsarchiv es unternommen hat, in einer Reihe von ausführlichen Darstellungen das Bild jener gewaltigen, ungeheuren Kämpfe bis in die Einzelheiten möglichst getreu für alle Zeiten zu zeichnen und festzuhalten. Bor kurzem erschien erst die Darstellung der „Osterschlacht bei Arras 1917" in zwei Bänden. (Verlag Gerhard Stall ing, Berlin 1929.) Dieses Buch ist, trotzdem es sich auf einer umfassenden Archivarbeit aufbaut, ein Meisterwerk künstlerischer Darstellung zu nennen. Dabei bringt es in seiner gewissenhaften Ausführlichkeit die Namen aller in jenen Kämpfen hervortretenden Personen vom General bis zum Infanteristen. Ganz besonders auch wir jüdischen Frontsoldaten werden in dem Buch manchen uns bekannten Namen finden. Ja, wir können sogar, falls auch hierbei etwa jemand eine „Iudenzählung" veranstalten wollte, dem Ergebnis einer solchen mit Befriedigung entgegensehen. Auch in diesem Buche zeigt stch, daß wir jüdischen Soldaten auch in diesem, einem der schwersten, Kriegsabfchnitte unsere Pflicht an der Front taten. Es feien in folgendem, um die Art der Darstellung in dem Buche zu schildern, zwei kleine Abschnitte wahllos herausgegrisfen. I-ö. Band l, Seite 109: „Am Gefechtsstand befehligt Lt. d. R. Weil» Ord.-Ofsi des Bataillons, die wenigen Gefechtsordonnanzen, an die sich Mannschaften oer 8. Komp, angefchlosfen haben, die dem Todeskampfe ihrer Kompagnie zu entrinnen vermochten. Weiter nördlich halten zwei Züge der 7. Komp, unter Lt. d. R. Z a p f 311 beiden Seiten der Bahnbrücke des Feldweges Bailleul- St. Laurent ihre Schützenlöcher in der Böschung besetzt. Während es Lt. W e l l vor seiner Front gelingt, die Engländer bald wieder an den Boden zu zwingen, tauchen sie in dichten Wellen, denen durch eine Mulde ein gedecktes Borgehen möglich gewesen ist, plötzlich unmittel, bar vor der 7. auf und versuchen, hier in die Stellung zu kommen. Der Ansturm zerschellt und ebbt in die Trichter zurück. Auch Versuche des zähen Angreifers, sich durch einen auf den Gefechtsstand zuführenden Verbindungsgraben vorzüpirschen, schlagen fehl. Lt. .Weil, Utff. Rosenberg und Gäschel sowie Gefr. Michael Meier vertrieben ihm mit Handgranaten jede weiteren Gelüste. Um 8° vorm, schweigt plötzlich das M.-G. beim südlichen Nachbarn (Hpt. d. R. R 0 bisch). Zwei Mann hasten hinüber, um die kostbare Waffe zu holen; sie kehren nicht mehr zurück. 20 Minuten vergehen in spannender Ungeduld. Bon neuem setzt die englische Artillerie Treffer auf Treffer in die Stellung der 7. Kpmp. und zermürbt langsam ihre Gefechtskraft. Abermals rücken aus der l. Stellung englische Verstärkungen an und reihen die zurückgeworsenen Reste des ersten Angriffs wieder mit vor. Diesmal gilt der Stotz der ganzen Stellung. In einer Lücke zwischen der 7. und dem B.T. K. gelingt der Einbruch Der ganze Bahneinschnitt wimmelt plötzlich von khakibraunen Uniformen, immer mehr dringen nach und rollen mit wuchtigem Stotz nach Norden auf. Utff. Sohmer springt mit einwen anderen aus der sicheren Deckung herunter, hockt^sich hinter eine Steinwand und schleudert gemeinsam mit einem M.-G. seine Geschosse den Feinden entgegen. Schon tehen diese in 30 m Entfernung unter der. Brücke Da schweigt das deutsche M.-G. — Ladehemmung. Ein engisches taucht auf der Brücke auf und peitscht seine Garben den Bahneinschnitt entlang. Schwere Verluste treten ein. Ein Teil der Mannschaft steht wie gebannt auf der Böschung, sieht starren Blickes zu. wie sich Lt. d. R. Hösl verwundet in einen Unterstand schleppt, ist ratlos, hilflos. Andere weichen bereits nach rückwärts aus. Xviele fallen. Panik ergreift den Rest. Auch im Norden beim Maison Blanche-Wäldchen krachen die Handgranaten. Also auch da ist der Feind! Jetzt ist auch für Utff. Sohmer der letzte Augenblick gekommen, in dem er der Umklammerung vielleicht noch entgehen kann. Durch _ eine Rinne, verfolgt von Geschossen, gewinnt er die jenseitige Böschung und klettert hinauf. Von dort sieht er feindliche Trupps im Vorgehen nach Osten. Flieger brau- Familien-Anzeigen stärken den SemeinsthaftSstn». Daher gehSren sie in dev „Schild-!