Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 30 (26.7.1929)
- Date
- 1929-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Surften Nadziwill. Der polnische König Siegmund August hatte dortj seiner Geliebten, der Prinzessin Barbara Radziwill ein prächtige» Schloß mit einem Garten errichten lasien. Gärtner au» Italien waren gebracht worden und hatten in diesem Garten die wunderbarsten Bäume und Gewächse gepflanzt in ihm blühten die schönsten Tropenpflanzen und alle Arten von Bäumen de» Süden». König Siegmund August hatte diesen Fleck Erde in ein Paradies verwandeln lasien und in der Orangerie dieses herrlichen, fürstlichen Gartens gab es auch einen Esrogbaum und einen Lulaw. , Der Woiwode Fürst Radziwill, der diesen wunderbaren Garten mit dem Echlosie geerbt hatte, sandte sofort einen Boten dahin, um einen Esrog und einen Lulaw zu holen, und mit feinem ganzen Gefolge brachte er diese Geschenke dem heiligen Rabbi, dem Gaon von Wilna. Siu Ratheuau-Brunnetl ili Berlin Die städtische Deputation für Kunst und Bildungswesen in Berlin hat im Einvernehmen mit dem Bezirksamt Wedding beschloffen, zur Ausschmückung des Volksparkes in den Rehbergen auf der Erhöhung am Ende der großen Allee einen monumentalen Brunnen nach einem Entwurf von Professor Georg Kolbe zu errichten. An den Stirnseiten der beiden Pfeiler der zur Höhe führenden Treppe sollen die Reliefs von Rathenau. Bater und Sohn, angebracht werden. Die Mittel sind von privater Seite zur Verfügung gestellt worden. Der Stadtverordnetenversammlung wird eine Vorlage des Magistrats zwecks Zustimmung zur Errichtung der Brunnenanlage aus dem gekennzeichneten Platz in den «ehbergen zugehen. (Ita.) Jüdische Arbeiter verlassen die Eowjet-Fabriten „Emes" veröffentlicht aufsehenerregende Mitteilungen über Massenslucht jüdischer Arbeiter aus Staatsfabriken, in denen sie einem Martyrium ausgesetzt sind. Man muß, schreibt die Zeitung, der Wahrheit die Ehre geben und nicht weiter verschweigen, daß die Persuche, jüdische junge Leute in den Fabriken unterzubringen, bisher fehlgeschlagen sind. 200 junge Juden haben das Donez-Bassin verlassen müssen. Komzet hat aus Tultschin >06 junge Juden in die Fabriken von Artiomowsk geschickt, die Fabrikoerwaltunst aber ließ sie von Fabrik zu Fabrik wandern und verweigerte «hnen Schlafstellen. Es wurde ihnen ein Tageslohn von 60 Kopeken statt, wie gehörig, 1 Rubel 15 Kopeken, gezahlt. Natürlich verliehen die jüdischen Arbeiser diese Fabnken. Aus Uman sandte Komzet 100 deklassierte IZiden auf Arbeit nach Dnjepr-Petrowsk, ferner 30« junge I/den aus Rlohilew-Podolsk: beide Aktionen erwiesen sich al» Fdtzlschläge iMolge oes herrschenden Chaos. Komzet und ' zIewsekzia" (Jüdische Sektion der Kommunistischen Partei) schieben einander die Schuld zu. „Emes" fordert eine strenge^ Untersuchung. sIta.) -r ' ~ Sport-6child V Ein neuer Erfolg Robert kronfelds 150 Kilometer ohne Rotor. — «it Sewitterwinde« als'Antrieb. Jubel im Rhönlager. ' j Wasserkuppe (Rhön), im Juli, j > Der Wiener Rekord-Segelflieger Robert Kronfeld verwirklichte seine Absicht und stieg zu einem Frontsegel. , f! u-g auf, bei ürm die jedem Gewitter voraufgehende Wolkenwand abgepaßt wird. Die Flieger segeln dann vor ihrer Front Her, um vor allem Auftrieb in die Höhe und damit genügend Anlauf in die Weite zu erlangen. Kronfeld ist in der bewußten Absicht gestartet, einen großen Fernslug zurückzuleaen. Wir wissen, daß er bereits den Teutoburger Wald überquert und im Verfolg der Ausschreibung des „Grüne Post"- Segelflugpreises 10« Kilometer hinter sich gebracht hatte. Kronfeld. wartete diesmal zunächst einen kleinen Teil des Gewitters ab. Dann trat eine Windstille ein, worauf aus Westen ein neues, sehr schweres Gewitter heranzog mit tiefen Wolken, die das gesamte Kuppenmassiv einhüllten. Vor diesem Hauptgewitter setzte Kronfeld sein Flugzeug in Richtung der Gewitterbayn, also nach Rordwesten, ein. Er nutzte den Pelzner-Hang dazu aus, um Höhe zu erlangen, schlug dann den Weg nach Auersberg ein. Bald hatte er 100« Meter Höhe über Startpunkt erreicht und schraubte sich nun, immer vor bet Gewitterwand kreuzend, höher und höher hinauf. Als er genügend Höhe gewonnen hatte, wandte er sich dem Thüringer Wald zu und überflog diesen. Das muß in sehr großer Höhe — man rechnet auf fast 3vv« Meter — geschehen sein. Unterwegs wechselte Kronseid-dann mehrmals feine Richtung, Überquerte das Saaletal und landete dann glatt bei Hermsdorf, etwa 2V Kilometer vor Gera. Er hat damit die Theorie des Frontsegelfluges »taktisch nachgeprüft und sich ihre Vorteile zu sichern gewußt/ Rein fliegerisch tst der 150-Kilometer-Flug^ als glänzende sportliche Leistung zu bewerten. Dementsprechend gestaltete sich der Empfang von Kronfeld. der aus Thüringen mit dem Auto zurückkam. Man hatte inzwischen, das Fliegerlager festlich geschmückt, und „Rhönvater" Oskar Ursinus hielt eine Be grüßungsansprache, in der er auf-die Bedeutung der Leistung des Wieners hinwies und den Flug als einen wichtigen Markstein in der Geschichte des Segelfluges bezeichnete. - (.Voss. Ztg") Mit den letzten Worten hauchte der kleine Iosö seine reine Seele aus-- — Als Donna Clara das Gemojch betrat, sah sie ihren Gatten mit dem Haupt an die Brust d§« Priesters gelehnt und beide Männer weinten wie Kinder. ' Stunden vergingen in stillem Schmerz. Unbeweglich saßen die drei neben der Leiche des Kindes. Und als die Nacht herabsank und die Glocken der großen Kirchen ertönten, erhob sich Don Fernando langsam, küßte die. geprüfte Mutter und den gebeugten Pater und sprach in wehmütigem Tone: „Euch hat Gott den Sohn genommen — mir schenkte er einen Sohn und eine Tochter-Ich wist Euch schützen, solange meine Augen offen sind, wie ich auch die behüten werde, die für ihren Glauben sterben können-“ Der Priester küßte dreimal das schwarze Buch und besesttgte mit zitternden Fingern das goldene Kreuz auf seinem Kleid. „Mit diesem hier will ich von nun an denen dienen, die Fleisch meines Fleisches und Blut meines Blutes sind — so wahr, wie der einzige Gott unser Vater ist-" Er küßte nochmals die beiden und verließ hochaufgerichtet das Haus. - Spttltämvle am Scrfaffunflätaa. Der jüdisch« Sportklub Bar Kochba und der jüdische ilubballklub Hakoah veranstalten gemeinsam am Verfassungstag im Poktftadio» ein grokeS Sportfest. Die Vereine kämpfen gegen ausländische Mannschaften aus Paris, Prag und Wien. An den Rahmen-Kämpfen beteiligen sich satt alle Berliner jüdischen Sportvereine. Die Svort- >aruvv« des RiS. dürfte für alle Konkurrenzen Meldungen abgeben. 1 Es wird erwartet, dak die jüdische Bevölkerung Berlins diese sportliche Veranstaltung am Versaffunastag dadurch unterstützt. dak' sie in grober Zahl den Wettkämpfen beiwohnt. Unsere Mitglieder, und Kreunde werden im Interesse unserer ausstrebenden Sportgruvve besonder» gebeten zu erscheinen. Eintrittskarten »um Preise von RM. 0.75 bis RM. 2.— sind im Vorverkauf bet der Geschäftsstelle der Berliner Ortsgruppe erhältlich. Der Landesverband Preußen jüdischer Gemeinden bewilligt Sportbeihilfe. Am 8. Juni fand eine Sitzung des Suboentionsausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter Vorsitz de» Herrn R.-A. Dr. K l e e ftptt. Sechs Gemeinden wurden zur Instandsetzung von Friedhöfen und Synagogen Beihilfen gewahrt, vier anderen Gemeinden für gleiche Zwecke zinsfreie Darlehen. Die im Etat des Landesverbandes für das Rechnungsjahr 1929/86 vorgesehenen 6666 RR. für Sportbewegung wurden unteres einzelnen Spitzenverbände »erteilt. Unterstützt das Handwerk Der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens E. V.» Berlin hat tat Miner Or*«jüeatk>n alle Beruf» vereinigt und tot )ederaett bi dar Lag«. lel»tungefHltlpeHanJw*rli*iiiel>lerniAiuetk«« Gesdtlftsstellei Louis Wolff — Berlin NO 18 — Große Frankfurter Straße 80/81. Fernsprecheri E 3 Königstadt Nr. 2490 247