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Der Schild · 1929-07-26 · 30 (26.7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
30 (26.7.1929)
Date
1929-07-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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OrftcM m64t*Oi%. ^bonncwBttpnM «U.96 rertrtWd aa*r«L «Po». Jabgat 9tatt*buxli ß. dlsch. gtonAottatan ®- ®. Der Schab tommt Srettog. morgen durch da» Post. ,rst>ma»a««M» Dertant. Zür Antaahme und Rück- Irodung unscriangl (tage« fanMet VtonuJMpU wkr» keine OcaAftt geleistet. QOetetae AnAeigen-^>U»i§me' bnrch •3X. <Sc«Ml «Berfta «*» *6. Vertag na» Qüncigcnpe npaffeng. Tel, oRoSenbotfOMl-C. Ln,etgenlch>nß:ge»en Sonaabcn» für die nächste erscheinende Sktanmer. An^igenteNe. »ich bi» pt diese« Xagc nicht bei kr« eingegangen stich, «erben in »er bneaxisoigenben Wummer ausgenommen. VeraniWortlich ftr den stlnzeignnteil: Sk »o*e. Vln. »Wetstensee ZEITSCHRIFT Rümmer 30 «Verttn. 26. Juli 1929 8. Jahrgang « Die jüdische Siedlungsfrage in Deutschland _ Von Professor Dr. Boris BrutzKus. Dank der tatkrästigeu Fattiattve des ReichSbuudes jüdficher Frontsoldaten wurde die SiebluugSsrage uuter beu deuischeu gubea wieder auf die Tagesordnung gestellt. Da ich alS Fachwauu gerade «ü deu jüdische« Landwirten ia Rußland viel zu tua hatte, so will ich iu dieser für das deutsche gudeutum so wichtige« Frage ia der solgeabeu Aufstellung meiae Ansicht eutwickelu, tu der Hoffnung, daß baut «eiaer Srfahruugea auf diesem uur weaigeu dekauatea Gebiete sie für meiue deuischeu Stammesgeuosseu «mregeab wirke» köuueu. I. Die Versuche der deutschen Juden ihre erst seit dem Mittelalter durch Verbot des Landerwerbs erzwungene Entfremdung von der landwirtschaftlichen Arbeit zu überwinden ist natürlich und zweckmäßig. Die Aufgabe ist aber, den richtigen Weg zur Verwirklichung des vorgezeichneten Zieles zu finden, damit die gemachten Anstrengungen und die verwendeten Mittel den größten Erfolg zeitigen. Der Gedankengang der meisten, die für die Ansiedlungsfrage mit Begeisterung eintreten, ist ungefähr der folgende: Das deutsche Volk besteht bis über 20 Prozent aus einer Bauernbevölkerung. Also müssen auch die Juden aus ihrer Mitte eine gewisse Bauernbevölkerung ausscheidvn. Es müssen auf der heimatlichen Scholle jüdische Dörfer geschaffen werden, in denen jüdische Bauern ungefähr ebenso tüchtig den Boden bebauen, wie es die deutschen Bauern zu tun verstehen. Dieser weitverbreiteten, vielleicht vorherrschenden Meinung möchte ich eine andere gegenüberstellen: wsnn die Gönner der Ansiedlungsidee wollen, daß sie wirklich das Leben des deutschen Judentums beeinflusse, so müssen spezifische Wege zur Verbindung der Juden mit der Landwirtschaft gefunden werden, die zu den spezifischen Eigentümlichkeiten der Juden am besten zugepaßt sind und die auch dem heutigen Zustand der deutschen Volkswirtschaft Rechnung tragen. Von diesen Standpunkten aus sollte die Schaffung von typischen Bauernwirtschaften für die jüdische Siedlungsbewegung gerade nicht als Ziel angenommen werden. Die Frage, welche ich aufwerfen möchte, ist diejenige, ob es sich lohnt eine gesellschaftliche Bewegung in Gang zu setzen, um-einige jüdische Dörfer bäuerlichen Typus zu schaffen. Hier gestatte ich mir gewisse Zweifel auszusprechen. Die gemachten Anstrengungen könnten nur dann als lohnend betrachtet werden, wenn dadurch ein neuer Weg dem deutschen Judentum gebahnt sein würde. Davon aber kann keine Rede sein. Wenn es auch gelingen würde, einige jüdische Dörfer in Deutschland zu schaffen, so wären sie eine exotische Erscheinung auf dem deutschen Boden und blieben in einem unüberbrückbaren Gegensatz zu der großen jüdischen städtischen Bevölkerung, denn diese Bewegung steht im krassen Widerspruch mjit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Es ist in Deutschland keineswegs eine solche Lage, daß es auf dem Lande an tüchtigen Bauern fehlt. Die allgemeine Lage der deutschen Landwirtschaft ist eine solche, daß die Kräfte der anwachsenden bäuerlichen Bevölkerung auf der heimi. schen Scholle nicht ausgenutzt werden können, und — darum müssen die Bauernsöhne nach den Städten auswandern. Daß es unter solchen Bedingungen den Juden gelingen würde, eine dem entgegengesetzte Bewegung zu entwickeln, ist höchst unwahrscheinlich. Damit möchte ich keineswegs sagen, daß jeder Weg der deutschen Juden zur Landwirtschaft verbaut sei. Man muß aber einen anderen Weg suchen, und diesen hat eigentlich die Entwicklung der jüdischen Landwirtschaft in Rußland und in den Ueberseeländern schon vorgezeichnet. . . II. Die Landwirtschaft in den alten jüdischen Kolonien in Rußland, die mir nicht nur aus der Literatur, sondern auch aus eigener Anschauung sehr gut bekannt sind, wird in gewisser Hinsicht besser, in gewisser Hinsicht auch schlechter, als bei ukrainischen und weißrussischen Bauern geführt. Ich könnte es nicht sagen, daß die jüdischen- Wirtschaften einen bedeutenden Vorsprung vor den bäuerlichen hätten. Es gibt aber gewisse spezielle Zweige-der Landwirtschaft, in denen die Erfolge der Juden unverkennbar sind. Familien «Anzeigen stärken den SemeinschaDfinv. Daher gehSreu sie in den „Schild-! i

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