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Der Schild · 1929-06-28 · 26 (28.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
26 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gar manches Mal während des Krieges haben wir uns ausgemalt, wie wohl der darauf folgende Friede aussehen würde, aber wohl niemand und wohl keiner von uns hat damals an ein solches Ende gedacht. Heute, 10 Jahre nach Unterzeichnung dieses „Friedens", ist es wohl die bedauerlichste Tatsache, daß auch heute noch kein Zustand eingetreten ist, den man einen Frieden unter den Völkern nennen könnte. Schwere Lasten hat das Deutsche Volk in diesen 10 Jahren tragen müssen und muß sie noch weitere Jahrzehnte hindurch tragen, ohne daß seine Stellung im Rate der Völker heute seiner Bedeutung in kultureller, wirtschaftlicher und sonstiger Beziehung entspräche. Besonders schwer lastet auf allen Verhandlungen, Entschlüssen und Beschlüssen mit den übrigen Vömern die Wirkung der während des Krieges und nach demselben über das Deutsche Volk verbreiteten Lügen. Mag es sich hier handeln um die ungeheuerliche These von der Alleinschuld am Kriege, mag es sich handeln um fast lächerlich anmutende Lügen, wie z. B., daß das Deutsche Volk im Kriege menschliche Leichen zu Fett verarbeitet hätte oder dergleichen mehr, mag es sich handeln um pseudo-wissenschaftliche Erörterungen über raßliche Minderwertigkeit des Deutschen Volkes. Wohl alle Parteien, alle Organisationen und Bünde Deutschlands führen «egen diese Lügen und ihre Benutzung in irgendeiner Weise den Kamps. Auch die Angehörigen unseres Bundes werden hierbei entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu jenen Parteien und Organisationen ihre Anschauung haben und für dieselbe im Dienste des Wiederaufbaus unseres Vaterlandes eintreten. Für uns als deutsche Juden kommen leider außer diesen Lügen, die der Krieg gebracht hat, noch andere hinzu, die ebenso wie jene unsere 'Ehre und unsere Existenz und unser Recht aufs schwerste untergraben. Es ist ja merkwürdig, daß innerhalb der Grenzen unseres Vaterlandes gegen uns deutsche Juden von starken gegnerischen Seiten her in ähnlicher Weise mit Lügen gearbeitet wird, wie in der oben gekennzeichneten Weise vonaußen gegen das ganze Deutsche Volk. Auch gegen uns hetzt man mit Märchen vom Ritualmord. Auch gegen uns verbreiten pseudo-wissenschaftliche Skribenten willkürliche Rastentheorien. Auch gegen uns wird von eigenen Mitbürgern noch immer, zum Teil wider besseres Wissen, die Lüge verbreitet, daß wir deutsche Juden im Kriege, in der schwersten Rot des Volkes,'nicht in der gleichen Wei^ Opfer gebracht hätten 'wie die übrige Bevölkerung. Mit solchen Märchen und ganz besonders mit dieser zuletzt erwähnten Kriegslüge will man deutsche Juden in der gleichen Weise um ihr Recht bringen, wie wiederum im großen gegen solche Märchen und Lügen das Deutsche Volk um jeine Rechte kämpfen muß. Der RjF. darf es als sein besonderes Verdienst sich anrechnen, daß immerhin doch in großen Teilen des Deutschen Volkes sich ein gerechteres Denken über uns deutsche Juden jm Lause dieser 10 Jahre durchgesetzt hat. Aber es gibt leider auch noch große Masten, und diese sind auch nicht gering an Zahl, die auch heute noch mit aller Macht jene Märchen und insbesondere jene Kriegslüge gegen uns mit allen Kräften aufrecht zu erhallen suchen, um mit dieser Verhetzung ihre dunkeln politischen Ziele zu fördern. Aus vielen Beispielen sei hier nur herausgenommen ein in der Nummer 21 des „Fridericus" erschienener Artikel, in dem in der sogenannten „Mecker-Ecke" unter der Rubrik „An viele Leser" folgender Artikel steht: Bielen Dank für die Mitteilungen über die von nicht jüdischer Seite getroffenen Feststellungen über die Zahl der im Weltkriege gefallenen jüdischen Frontsoldaten. Diese Feststellungen, insbesondere das Buch „Die Juden im Heer", von Otto Arnim, erschienen im Deutschen Volksverlag. München 1919, find uns bekannt. Uns kam es mit unserer Anfrage darauf an. die Beweise für die jüdische B e h a u p tu n g, es seien-zwölftausend jüdische Frontsoldaten während des Krieges gefallen, von den Juden zu erfahren. Bisher hat sich die jüdische Presse, die bei minder wichtigen Angelegenheiten sehr schnell bei der Hand ist, nicht gerührt. - Tie „Deutsche Handelswacht" vom 23. Juli 1921 veröffentlichte seinerzeit folgende Notiz: „Es find nicht 12909 deutsche Juden im Weltkrieg gefallen, sondern genau 5,827. d. h. nicht ganz 1 Prozent der jüdischen Bevölkerung Deutschlands. Bon der eingeborenen deutschen Bevölkerung sind 1809 099 oder rund 3 Prozent gefallen. — Man kann den jüdischen Zahlen gar nicht mißtrauisch genug gegenüber sein. So wurde im Reichsbundestag am 13. Juni 1813 von einem Redner behauptet, daß in den Befreiungskriege» auf preußischer Seite 6999 Juden gefallen seien. Nachher stellte das Militärwochenblatt fest, daß nur 731 Juden den Krieg mitgemacht hätten! Schon gleich nach Beendigung der Freiheitskriege sprengte ein jüdischer Schriftsteller das Märchen aus. bei Waterloo seien 55 jüdische Offiziere gefallen. Dabei hatte die ganze preußische Armee in dieser Schlacht nur insgesamt 21 Offiziere verloren. — Schwindel stets und überall. — Ter Jude Landau wußte, was er sagte, als. er äußerte: .Ich habe Gelegenheit gehabt, in das während des Krieges gesammelte Material Einsicht zu nehmen. Eine Veröffentlichung dieses Materials würde dazu geführt habe», daß man die Juden auf der Straße tot geschlagen hätte.'" Auch auf diese Notiz habe» die Juden'keinerlei Beweise beigebracht, sondern lediglich unbewiesene Behauptungen und > i 1

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