Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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2ü(K;,ur tatkräftige» Diitarbcit .'.ufamineiiflcfuiibcn ljabcii. Er freut sich. fcftftcUcii :,u hbnnen. bafc es dem tKjJr. auf Wrunb feiner neutrale» Einstellung gelungen ist. einmal alle jüdischen Verbände zur gemeinsconen Arbeit -,u vereinen. Ö» diesem Sinuc bittet er alle Anwesenden in ihrem Kreise für die Weiter Verbreitung dieser Idee zu sorgen mib;,u iverben Ein Anthropologe, der sich aus Ludendors^ und die „Weisen von Zion" stützt. Tr. Walther Kruse. Theimer Medizinalrat, ordentlicher Professor und Direktor des Hygienischen Instituts in Leipzig, veröffentlicht im Leipziger Perlag K. Thieme ein Werk „Tie Deutschen und ihre Nachbarvölker", das er eine „neue Grund legung der Anthropologie. Rassen-. Völker, Ttammeskunde und Konstitutions,ehre nebst Ausführungen zur deutschen Rassen Hygiene" nennt. Es heißt dort, ..Noch nicht ganz gelöst erschein die Frage. ivclche Jaden das intcriiationalc jüdische Kapital mit diesen aus den Umsturz lzin.zielcndcn Bewegungei verbinden. Plan hat in den „Geheim nisten der Weisen von Zion" Tinge vor sich, die säst zu abeii tenerlich erscheinen, als daß sie wahr sein könnten. Aber frei lich find die Wege des Kapitalismus oft schwer ersorschlich . . . Wenn matt dann hört, daß Sic Anklagen gegen die Freimaurer, die offenbar immer in engen Beziehungen zum Judentum ge standen habe», schon bald zwei Jahrhunderte alt sind, so wundert man sich kaum noch über jene obengenannte und viele andere neue Enthüllungen, die jüngst in den Veröffentlichungen Luden, dorfis ihren Höhepunkt erreicht haben ... Es liegen doch außerordentlich viele sich untereinander stutzende Beweise für eine feit langer Zeit arbeitende, im wesentlichen jiidische Berschwö rung gegen die Grundlagen unseres politischen und völkischen Daseins vor." Platt Konti es nur pls eine ivisfenschastliche Schande be zeichnen. daß ein solcher Mann Ordinarius an einer deutschen Universität sein darf. ein'Mann. der derartiges hirnverbranntes Zeug hinschrcibt und nicht von dem Gelochter der Wissenschaft liehen Welt hinweggefegt pirö. / Alle jüdischen Waisenkinder werden zwangsweise dem Islam zugesührt. Tic Zeitung ..Toar Hitnom" in I e r u f a I c hj veröffentlicht Sen Briet eines aus -Icnifn eingctrötfeitcn Iuoen. in dem über den furchtbaren Glaubenstwang, den man aus der südarabischen /Halbinsel -seinen gegen die Juden ausubt. berichtet wird. Ter Inian Iahia vom Peine» Erließ vor Ende eine Perfügung, tvonach alle jüdischen Kttiaben und Ntädchen. deren Pater gestorben ist. zwangsweise dem Islam zugcfiihrt werden sollen. Nach dem Willen der Mutier und der Kinder tvird nicht gefragt. Auf Grund dieser Verfügung veranstaltet die Polizei seither eine ununterbrochene Luche nach jüdischen Waisenkindern, um deren zwangsweise Zuführung -.um Islam zu betverkstelligen. )iese Nqäjforschuiigen Zie Iudenschait quälenden finden unter sehr peinlichen und für Umständen statt. Besondere Regie rungsbeamtc wurden ernannt, deren Aufgabe es ist. die Kinder und die Jugendlichen t'iir den Islam zu gewinnen und sie in die Lehren des Koran ei izuwcihcn. Nach den ersten erfolg ioscn Bemühungen wird vön Ucberrcdungskunst zu Zwang übergegangen. Tie Kinder und Jugendlichen iverden furchtbaren liorperlichcn Martern unterzogen und schließlich gefesselt und in tiefe Gefängniskellcr gewshfen. Man droht ihnen für den Fall, daß ne die Bekehrung ablehncn sollten, mit dem Martertode. Trotz aller dieser drastische» Maßnahmen konnte man seit Mitte Dezember v. I.. da der'Erlaß des Iman bekanntqegeben ivurde, im ganzen L7 jüdische Waisenkinder dem Islam zuführen. Ein besonders tragischer Ja» betntst zivei jüdische Waisen Kinder. Bruder- und Schwester, die am 2:>. Januar nach sechs wöchigen furchtbaren Nlartern in den Schoß des Islam gebracht ivurden. Tie Bemühungen! der Geineinde. die ein beträchtliches Lösegeld für Freigabe des Geschwisterpaares angeboten hat. blieben erfolglos. weil der Befehl zur Bekehrung dieser Kinder als unabänderlich hingestelit wurde. Wahrend die Kinder dem Islam zugcsnhrt wurden, waren Hunderte von Juden um das Gebäude versammelt. Trotzdem die Juden des -leinen unter einem furchtbaren Truck gehalten und bei jeder Gelegenheit schrecklichen Verfolgungen pusgesetzt sind, bringen sie den Mut aus. gegen die zwangsweise Bekehrung von Kindern, die an 'die schlimmsten Taten der spanischen Inquisition erinnern. Protest .u erheben. Ein unterirdischer Ausbruch Tie „Frankfurter Zeitung" bringt folgenden Beitrag unseres Kam. Freudenberger, Man schreibt uns: „Die so unbemerkt vor sich gegangenen unterirdischen Erdarbeiten in Berlin beim Einbruch in die Filiale der Diskonto-Gcsellschast erinnert mich an eine ähnliche Arbeit, die wir als Kriegsgefangene im englischen Ge fangenenlager in Tura-Madi in Aegypten geleistet haben. Modi liegt zwischen Kairo und Heluan direkt am Nil. Das eintönige Leben im Gefangenenlager ließ bei verschiedenen Kameraden den Entschluß reifen, ,zt> fliehen. Aber wie und wohin? Wir hatten aus der einen Leite den Nil und auf der anderen die große Landwüste, die bis zum Luez Kanal, bzw. bis zum Roten Meer reicht. Tag und Nacht scharf bewacht. riKgs umgeben von vierfachem Drahtverhau, war also ein Entkommen auf „gewöhnlichem" Wege ausgeschlossen. Es wurde daher bc schlossen, einen unterirdischen Gang mit Ausgang nach dem Nil ,zt> graben. Von unserem Lager bis zum Nil waren es ungefähr 7>0 Meter.. Der Gang mußte an einem großen Kommandoqebäude vorbei unter der ausgebauten Uferstraße hindurchqefiihrt werden. Die erste schwere Arbeit, das Loslöscn der Lleinplatten. wurde dadurch übertönt, daß unsere Lager ' Kapelle besonders laute Weisen spielte, Nachdem wir aus die Lchmerde gestoßen waren, ging das Graben lautloser vor sich. Tie Erde wurde mittels Trinkbecher in kleine Lacke geschatifell und nun ganz gleichmäßig unter unsere Schlafmatten verteilt. Wir schliefen zu <>00 Mann in einer großen Halle auszdcm Boden. Mit der Zeit lagen wir also sämtlich etwa 10 Zdnti metcr höher als ursprünglich. Ter Ltollen ivurde kunstgelrccht abgcsprießt, war ein Meter breit und 1' > Meter hoch. Trti Monate dauerte die Fertigstellung des Ganges, der bei :12 Meter Länge die Uferböschung des Nils erreichte. Lieben Kameraden entschlossen sich zur Flucht. Sie ivöhlten die Route nach dem Luez Kanal, wo sie ztt den deutsch türkischen Streit Kräften zu stoßett hofften, die dainals,. im Juli 1018, bis dahin vorgcstoßen ivaren. Als „Ausbrtich" wtirde der Tag gewählt, an dem sieben Kameraden aus dem La'arett entlassen und wieder zu uns ins Gefangenenlager zurückkehrtcn. Ter deutsche Schreiber im Büro, war genau instruiert, diese sieben neu ein treffenden Kameraden nicht in die Lagerliste cinztitragcn. Ta durch vermehrte sich nicht unsere Anzahl und verminderte sich auch nicht durch die rechtzeitig ausgerückten sieben Tetitschen. Wir beteten, daß das ivaghalsiae Unternehmen gelingen möge. Es vergingen acht Tage, Nichts störte das eintönige Gefangenen leben. Da plötzlich am 10. Tage gab's Alarm. Das ganze indische Wachregiment ivar in Aufruhc. Maschinengcwehre und sonstiges inodcrncs »ricaszcug wurde lim unser Lager in „Stel lang" gebracht. Durch Lional wurden wir zum Antreten, d. h. zum Zählen befohlen Gezählt iviirden ivir ja jeden Morgen 7, Uhr und abends 7 Uhr. Tiefes Mal ivurden ivir nicht c i n itt a I gezählt, sondern mindestens whiimal schritt eine Anzahl englischer ^sfizicre linscre 10 Reihen non je 00 Mann ab. Ständiges Kopfschütteln. Bis abends 0 Uhr diirftcn ivir nicht abtreten. Was ivar der Grund des langen und ivicdcrholten Zählens? Unsere sieben ausgerückten Kaineraden hatten glücklich die Wüste durchquert. Unglüchlicherweise aber erreichten sie nicht den Suez Kanal, svndern kamen ivciter südlich am Roten Meer heraus. Das iväre noch nicht das Schlimmste gewesen, ivenn ihnen nicht das Trinkivasser ausgcqanqen iväre. Nach zwölf Tagen sielen die sieben Tciitschcn halbvcrdiirstet einer Kamel rcitcrpatronille in die Hände. Nachdem die ...Herkunft" fest gestellt war. ging sofort die Melduna an unser Gefangencnlaocr weiter. Bon hier erfolgte jedoch die Rüchantwort. daß-keine Gefangenen abgängig, sondern die bvchmäßi-'c Anzahl zur Stelle sei. Tie Riiaiantwort'besagte jedoch, es müßten sieben Manu fehlen, da dir Einocfanqcnen nach ihren Angaben von Ni o d i aiisgerückt feien. Immer und immer wieder ivurden wir ge zählt, bis endlich unser Lagerältxster mehr aus Mitgefühl zu de» Engländern den Sachverhalt'mit den ein-'elieserten sieben lOcnescnen tmd den entslohencn sieben Kamraden aiifklärlc. Mit großem Hallo empfinoen ivir am nächsten Tage unsere Kameraden. Für das „Ausrücken" erhielten stv nur eine kleine Strafe, dagegen wegen Diebstahls englische» Eigentums 1-1 Tage strengen Arrest, weil sie u. a Messer. Lössel. Stiefel usw. atis dem „Laqerbestand" hatten tnitqehen heißen. Die ganzen ägyp tischen Garnisonen aber ivallfahrteten in der nächsten Zeit nach unserem Gefangenenlager, um sich unsere tadellose Minierarbeit, die wir min den primitiven Hilfsmitteln so geräuschlos aus geführt hatten, anzuschen. Es verschaffte uns sogar den Besuch des Höchstkommandierenden.der ägyptisch syrischen Ltreitkräfte. des Lord Allenby. Theodor l-‘reudeul>er>rer. U<<