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Der Schild · 1929-05-17 · 20 (17.5.1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
20 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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üb« 6t« Beziehungen «um Landesverband «rfolate dt« Ntuwahl drS SorftaubeS. nachdem dem alten Vorstand seitens des Kameraden Rabbiner Dr. Neufeld sowie seitens des Landesverbands. gek«bLft»MbrerS ü« Tank sür dir geleistete Arbeit ausgesprochen worden war. Zum Vorsttzenden wurde Sam. Giersch wiederaewählt. »u, wetteren Mitgliedern des engeren Vorstandes die Kameraden StsenftLdt und «obotker. ,u Beisstzern dt« Käme, rade» Salwttz und Pt k a r s k t. Ti« Verteilung der «cmjer innerbaL. des.engeren Vorstandes soll sväterhin erfolgen. Zum Zchlust btelt Kamerad Sabatzku ein Reserat über die völkische Kebrbewegnna in Ostvreussen. Er ging zunächst auf den Stahlhelm und den gerade in Söntasberg ftattfindenden Stadlbelmtaa ei», um dann insbesondere auf dt« Gefahren htnzuweiien. die dem Inden »um in Ostvreussen durch die militärisch ausaczogeneu Stnrin , abteilungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei! drohen, schliesslich erwähnte er auch daS zur Zeit im Memellaud' »«breitete Ritiialmordmärchtu und schilderte demgegenüber die rätiakeit des RiF.. deren Höhepunkt in letzter Zeit die Raste» burger Jubiläumsfeier gebildet habe, die unter Teilnahme der Vertreter der Reichswehr und der Zivilbebörüen sowie der Kriegs- »eilnehmerperbände stattgefundcn habe. Mit dem Gelöbnis. daü dir Ortsgruppe Hand in Hand mit dem Landesverband arbeite» iverdr. fchlost der Vorsitzende unter Korten des Danke» a» den Redner die Versammlung. — Eine Anzahl von Mitgliedern schlos, sich dem Reichsbund sür jüdische Siedlungen an. Landesverband Mitteldeutschland. Holberstadt. Vor einigen Kochen hielt Kam. H e i » c m a n » --inen Vortrag über das Thema: «Der Talmud und seine Gcvner". Nachdem der Geschäftsführer. Kam. Kober, die cinlcitendcn SLorte sprach. begann Sam. Heinemann mit seinen hochinteressanten Ans» ilibrnngr». denen von de» Anwesende» mit grüsttcr Aufmerksamkeit gefolgt wurde. Er betonte, dast die Gegner des Judentums ihre Giftgase gegen alle schichten der Vevölkerung verspritze» und ihr »auptangrisfsvunkt fei der vielgeschmähte Talmud. Der Redner »>ies nach, indem er stch nur an streng ivistcnschaftliche Tatsachen ' clt. dast die Angriffe der Feinde nicht nur haltlos stnd. sondern ivistcntlich falsche Deutungen verbreitet werden. Er ging ans einzelne im Talmud enthaltene Vorschriften ei», wobei er erstaunliche Kenntnisse bewies: er gab der Ansscht Ausdruck, dast Kenntnis der jiidilchen schritte» unter den Juden die beste Waffe lei. bösartige» Verleiimdungen zu begegne». Besonders interessant war auch die »om Redner beleuchtete Gegenüberstellung von strcl'lragen vom Ende des vorigen Jahrhunderts und der Neuzeit. Der Redner lchlvst Mit den Worten ded Pfalmiften: »Mögen ssc »ns alle hasse», wenn Gott uns nur segnet!" Znm Schluss dankte Kam. Kober dem Redner für seinen gehaltvolle» Vortrag. Landesperband Niederlchiesse«. Breslau, l. Wir beklagen den Tod unserer lieben Samcraden: simon OstrowSkv. Hohe »zoll ernst r. «8. sowie Mar Perl, Kaiser-Wiibelm-str. 75>. Wir baden den treuen Kameraden da» letzte Geleit gegeben und werden ihr Andenken-in Ehren halten. 2. In unserer letzten Mitgliederversammlung am <!. Mai im »Vorwärts"-2aal hielt Sam. Rechtsanwalt Keiler einen Liästbildervortrag^über daS Thema: «Der deutsche Osten". In 77, Lichtbildern wurde die deutsche Sultnrcntwicklnng im Osten und ihre teilweise Zerstörung durch den Krieg und das Versailler Friedens- »iktat den Zuhörern zur Anschauung gebracht. :l. Mit Rücklicht auf die warme Jahreszeit! fallen die monatlichen Mitgliederversammlungen im Juni. Juli. Anauit aus. 4. Unser lstjähriges stittungsfest wird im Lemembcr 1929 voranssschtlich in Form eines Bierabends gefeiert werden.!>, Wir fordern unsere Kameraden ans, stch bei Beerdigungeu von Kameraden und Shrenkameraden. die stets izi der Zeitung angezrigt werden, zahlreich zu beteiligen! «. »am. Abraham beging am IN. 4. 29 seinen 541 Geburtstag. Nochmals von hier aus unsere herzlichsten Glückwünsche. -~'v Glooau. Am Sonnabend, de» 4. Mai. feierte unsere Ottsaruvoe das zehnjährige Bestehen des Bundes im Marmorsaal des Deutschen Sauses. Nach einleitendem GefangSvortrage des hiessgrn Kantors hegrüstte der Vorstvende, Kam. Pollack, di« Gäste und ganz besonders den Ehrenoorsstzende» des Landesverbandes, Sam. Dr. Ernst Fraenkel-BreSlau. und de» LandeSverbandSvorsstzendc». Kam- Dr. Rechnitz-BreSlau. Letzterer leitete in kurzer Rede, in der er über die Notwendigkeit des 3Hft. auch für die Gesamtheit des Judentums ivrach^zp dem Sauvtvortrage ded Sam. Dr. Frarnkel über. In gedanklich lind 'inhaltlich vollendeter Rede verstand es- Sam. Dr. Fraenkel. allen Zuhörer» ein wahrheitSgetrnies Bild über di« allgemeine politisch und wirtschaftlich schwere Lage und ganz besonders die der deutsche» tguden zu entwickeln. Er bewies in feiner bekannt offenen Art Sie unbedingte Notwendigkeit einer baldigen Berussumfchichtung der Inden und empfahl allen Gemeindemitgliedern, stch an dem SiedlunaSioerk tatkräftig zu beteiligen. Der grostangclegte Vortrag fand starken Beifall. Auch an dieser Stelle sprechen wir dem Vortragenden und «am. Dr. Rechniv unteren Dank aus. der dadurch besonders bekräftigt wird, dast eine Anzahl der Anwesenden dem Reichshund für jüdische Siedlung bcigetreten ist. — Die Violinkünstlerin, Iran Ezdvahss-Bresla». and durch ihre «uns» den Weg ,u den Herzen der Zuhörer, ei» ürdiger Abschluss der offiziellen Jeirr des zehnjährigen Bestehens nseres Bundes. Landesverband Südweftbentschland. Franks»« a. Mai«. »ürzlich fand im grasten Saale der Frankfurt-Loge die diesjährige Gen«aloersammlnng der Ortsgruppe statt. Nach Bcarüstung durch den l. Vorsttzenden. Kameraden Otto Schiff, und nach der Feststellung, dast die Versammlung ordnungsgemäst etnberufen und auf alle Falle beschlustfahig sei. gedachte der Vorsitzende der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden: Dr. Ernst Hahn, Dr. Jakob Mev«, Dr. s. «chwarzschild. Julius Weih sowie der Eh«nkameraden: der Veteranen Moritz Eohn und Natban Bletbtreu. Zu Ehrender Verstorbenen batten 'ich die Anwesenden während dieser «uSfübriNtgcn von ihren Platzen erhoben. AlSdann erstattet Kamerad Arthur Beckhard den GefchäftS- und Tätigkeitsbericht. Er schildert eingehend die Tätigkeit a i, . t . r. r f .u««. ft± «fX USA Ot «Ca« m x (tu ISA 4m!■>*. «n , sein* Äekerat' über"alle''uns 't'm'«üaenblick Znteressterenden Fragen. Meisterhaft, wie stets, verstand er es. in einer etwa etnftündttieii Red« uns alles da» zu sagen, was uns im Augenblick bewegt. Mit gespannt« Aufmerksamkeit lauschten die Anwesenden seinen, vorzügltchen Ausführungen und der lebhaft« Beifall, der nach «chttlst »« Rede ihm gezollt wurde, bewies ibm. wie sehr -r in jeder Be- »iehung daS Richtige aetrofsen batte. Nachdem Sam. »tthnr Schiss üb« die Sassen Verhältnisse berichtet hatte und Sam. Münz« den r erstatt« .batte, beantragte «am. Münzer auch dem Kassierer Entlastung zu «teilen. Es folgte dann eine V «6'"5. Dcba,tc. in der. soweit notwendig, an der Tätigkeit »ritik geübt und Vorschläge gemacht wurden, über das, was der neue Vorstand in Zukunft bessern solle. Es solgte dann die Bornandswabl, die vom Kameraden Schotteusrls geleitet wurde, und die die Wahl per Akklamation zunächst des l. Vorsttzenden ergab, zu welchem Sam. i.t»o Schiff wiehertzewählt wurde. Die Veriamm luna erklatte stch dann damit einverstanden, dast die von dem alten Vorstand voraelegte Liste wiedergcwäblt wird und hast es dem Vorstand anheimgcgebcn wird, diejenigen Kämerahcn, die er dazu geeignet halt, in den Vorstand zu kooptieren. I Zn Sasscnrcvilorcn werden einstimmig die Kameraden Frist Münzer und Erwin Schindler wicdcrgewählt. Der stell». VvrsttzrndiL-SeS Lanbesverbandes. Kam. Studienra« Gabricl-Osfenbach. der »»fällig im Hanic anwesend war, liest e« stch nicht »rhmcn, dem grösttcn Teil unserer-- Versammlung beizuwobnen und übcrbrachtc die Grüstc der be »achbartencOrtsgrnptzc Ofscnbach. Easteilauu lHnnorücki. Kürzttch hielt die Ortsari,vvr ihre dies iadrige (nrneralversammlung ab. zu der sie auch die Förderer und die Damen der Vcreinsangehörigen cinacladc» hatte. Tie Zier si^stnilnng wurde von dem t. Vorsitzende». Kameraden Alcr Forst. crössiFt und . nach Bcarüstung d« Anwesenden gedachte er vor Eintritt in die Tagesordnung der verstorbenen jüdische» Kameraden der Ortsgruppe und insbesondere des Kameraden Sieg. Hiriäi ^ie Versammlung - hörte diese Aiitzlühriingen stehend an und ehrte damit diese Kamerhoeu. Hierauf gab der Vorsitzende einen kurzen Bericht über die Tätigkeit der Ortsgruppe und erwähnte besonders, dast diele alle Tclegiertenversammlungen besucht habe und dast die Kameraden I4tägig »nsammenkommc». um die Uameradschait z» pflegen und ansrechtzucrhalten. Nachdem die Kasse geprüft und in Ordnung bcsunden wurde, wnrde dem Gesamtvorstand Enilastnvg erteilt. Die Vorftandsneuwabl ergab die Wiederwahl des hcwülit ken Führers Kameraden Aler Forst »»in l. Vorstvende». ('hiit.ui Forst »um ftellv. Vorsttzenden. Kam. Schwarz znm Kassierer und die Kameraden Julius Kahn und Scligmann zu Beisitzern. Man trat dann i» die Behandlung der Sicdlungssragc ei». Hier»» hielt Kam. Katzenstein ei» ausführliches Referat. Es meldeten stch daranilii» fosort 12 Mitglieder für deu Reichobund für jüdische Siedlungen a». Es ist dies ein besonders grosser Erfolg in Anbetracht der kleinen Gemeinde. Diese hat damit de» Beweis erbracht, wie lehr sie die Belange des allgemeine» Judentums versteht, und dast sie jederzeit bereit ist. dabei z» sein, wenn es gilt, jüdische Ideen vorwärts ,n bringen. Es folgten noch kurze Anslvrachen über die weiteren Ver anftaltnlmen und mit herzlichem Dank für das Erscheinen schlvi; der Vorsitzende die Versammlung. — Mit besonderer tzlenngtunna nimmt der Landcsverbaudsvorstand von den Erfolgen -dieser rührige» Ortsgruppe Kenntnis und möchte nicht versäumen, den bewährte» Kameraden seinen verbindlichste» Dank ,» sagen. Ortsgruppe Berli». ' Die Bezirk« Nord. Ost. Süd. Stadtvark. Zoo und Moabit veranstalten am Lonntag, den 30. Juni im Landesansstellungsvark. Alt-Moabit ein grostcs -ommerfcst. Grosses Konzert — Tan» i», Freien — Fackclzug — F-encrwcrk uiw. Bezirk Oft. Die Kameraden trefsen sich jeden Donnerstag abend im Restaurant Saiserbad, Trevtvw. Bezirk Ebarlotteubura. Jeden Morltag Ttammtischabcnd im Easö Kerftcn. «ursürstendamm, .Ecke Lehnincr^Platz. Bezirk Stabtvark. Jeden Dienstag Ttammtiichabend in dcr «ondttorei «chmidt. Martin-Lnther-Ltrastc «. Bezirk Moabit, Am Lonntag. den 2. Juni. F'amilicnansslna »ach Nikolassee—-tülvchcnsrc. A Bücher Die Kunst des Rokoko Bo» Lothar Briigsr. Als 1:j. Band der Propyläen-Kunstgeschichie ist nunmehr, von Max Ösdorn betreut, ^Die Kunst des Rokoko" erschienen. Roch ein Band — ^Die Kunst des Mittelalters" — und das Riesenunternehmen ivird mit 15- Bänden und 8000 Bkldtascln uollständig vorliegen, eine kunstgeschichtliche Leistung, deren sich kein anderes Volk zu erfreuen hat und die der Verlag zudem in einer der schwierigsten Zeiten Deutschlands meisterte. In Hunderten von bunten und schwarzen Tafeln marschieren die grossen Meister des Rokoko vor. uns auf, die Schöpfer seiner blühenden Architektur, seine Bildhauer, seine grossen Maler in allen Ländern, begleitet von den Meisterwerken des Kunst gewerbes. Jedes Land gibt seine eigene Rate, seine eigene besondere Stimme, und doch vereinigtsich alles zu einem charak tcristischen, blühenden und von Wohllaut erfüllten Konzert. Im Rokoko ist Mozart, in allen seinen Aeutzerungen ein lieber guellen von Wohllaut, von Reichtum und Grazie, hinter dem nur pedantische Zeiten den tieferen Sinn vermissen wollten. Rokoko ist Leb^n, Leben kann nie nur Oberfläche sein, sondern in seinen Aeutzevungew zur Oberfläche emporgewachsenes Gefühl. Max Osborns Aufgabe, zu-diesem vielstimmigen und vieldeutigen Konzert die thematische Einführung zu schreiben, war um so schwerer, als gerade auf diesem Gebiete die wissenschaftliche Arbeit noch keineswegs durchaus zur kritischen Einheit zusammengewachsen ist. Mit seiner starken Fähigkeit, künst lerische Tatsachen klar und volkstümlich eindringlich zu machen, hat Osborn es ausgezeichnet verstanden, aus der Fülle der Einzelheiten, aus den viele'» rieselnden Quellen den einheitlichen Strom breiten Zejtausdrucks zu gewinnen. Sein Werk mit seiner sachlichen und kritischen Sprache, seiner klugen und ruhigen Gliederung wird der lange verkannten Kunstepoche gerade in breiteren kunstliebenden Kreisen sehr viele neue Freunde gewinnen. Es gibt Begriffe und einheitliches Zeit- " 167

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