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Der Schild · 1929-05-03 · 18 (3.5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
18 (3.5.1929)
Date
1929-05-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ZEITSCHRIFT SSfiUS Seschesttt «SchmUNch. gtbofuMMnttptcti M.1.V» DUmUdfetL «Mchl. «Po*. bcfteOotd ^rronSgcbcc mb Verleget: 9Rrt$»bimb |fl* dilch. 9nmlfolbotcn E. (5. Der Schild kommt Freitag, morgen durch ba» Post, zettunqsamt zu» Versand. F2r Aufnahme und Rücksendung unverlangt einge» sandter Manuskript, wirb kein« Gewähr geleistet. M'«S»n«r> VeÄln W »5. Vlumeß'ws \ Verlag und Gnreiqenverwaltung. Tel.: NollenborfvS«1-«2. Anzeige ns chl utz Heben Sonnabend für die nächste erscheinende Nummer. An zeig enterte, bl« bl» zu diese« Tage nicht bei uns j eingegangen find, «erben 1 ln der i darauffolgenden Nummer ausgenommen. Verantwortlich stir den Anzeigenteil: & Sog«. Vln. «Weitzensee Rümmer 18 «Verlin, 3. Mai 1929 8. Jahrgang r Wohlfahrtsarbeit der jüdischen Frau Im Sommer dieses Jahres werden auf deutschem Boden zwei große Kongresse jüdischer Frauen stattfinden. Beide sind der jüdischen Wohlfahrtspflege gewidmet, beide werden einander wirksam ergänzen und zu neuen Methoden und Aufgaben jüdischer Fürsorgearbeit wertvolle Anregung geben. Bom 4.-^6. Juni wird in Hamburg die zweite Weltkonferenz Jüdischer Frauen tagen. Es folgt ihr in unmittelbarem Anschluß vom 9.--11. Juni in Berlin dieDelegiertentagungdesIüdischen Frauenbundes. Sie wird in diesem Fahre das festliche Gepräge eines Jubiläums erhalten: Als Feier des funfundzwanzigjährigen Bestehens des Bundes. Nächstenliebe ist uralte, gut jüdische Tradition. Und stets hat die fürsorgende Arbeit der jüdischen Frau einen, wesentlichen Bestandteil dieser Tradition gebildet. -Ihre mütterlich aufrichtende Sorge für den gefährdeten und | verelendeten Mitjuden ist eine der stärksten Wurzelkräfte unserer Gemeinschaft von jeher gewesen, sie soll in Gegenivart und Zukunft eine Durchblutung unserer Gemeinden mit frischen Lebenssäften bewirken. Eine Verbreiterung und Vertiefung der jüdischen Wohlfahrtspflege zu schaffen wird die Aufgabe der beiden bevorstehenden Kongresse sein. Viel stärker als in vergangenen Jahrzehnten ist seit dem Weltkrieg und durch ihn der Bestand des Judentums von innen und außen bedroht. Darum ist. Hilfe vok Juden an Juden ein Gebot unserer Zeit. Unter der unabweisbaren Macht dieses Gebotes hat die jüdische Fürsorge ihre Gestalt gänzlich verändert; sie ist darin der Richtungsänderunq aller öffentlichen und privaten Fürsorgetätigkeit in Deutschland gefolgt. An diq Stelle der früheren Wohltätigkeit, die den Unterstüßenden der moralischen Gefahr eines sentimentalen und selbstgefälligen Mitleids ausseßte und den Unterstützten demütigte, indem sic ihn in die Rolle des Almosenempfängers drängte, ist mehx lind inehr eine von sozialem Bernntivorl u n g s b e iv u ß t s e i n e r f ü l l t e Wohlfahrtspflege getreten. - , Die erste Weltkonferenz Jüdischer Frauen tagte im Jahre 1923 in Wien. Sie wurde von Marianne H a i - n i s ch. der Mutter des österreichischen Altbundespräsiden ten in herzlichen Worten als der erste wahre Kongreß des Friedens und der Versöhnung nach dem Weltkriege begrüßt. Auf dieser Wiener Tagung war bereits die Gründung eines Internationalen Jüdischen Frauenbun des angeregt worden. Aber die diesbezüglichen Verhand lungen waren ohne festes Ergebnis verlaufen. Hamburg soll jetzt den entscheidenden Schritt tun. In den Händen! des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland liegt die Borbereitungsarbeit für die Weltkonfercnz? lDie Zerstreuung des jüdischen Volkes über den Erd ball bewirkt es. daß eine große Anzahl von Wohlfahrts Problemen nur mit Hilfe internationaler Vereinbarungen gelöst werden kann. Dazu gehört beispielsweise die A n Passung der jüdischen H e i r a t s und Schei du n gsge se tz e an die Z i v i l g es e tz g e b n n g d e r Länder. Ein Problem, das besonders für die'oftjüdische Bevölkerung bedeutungsvoll ist. Mit der Frage der Er Haltung des Judentums ist aufs engste die jüdische Jugendpflege und Jugendbewegung ver bunden. Eine hervorragende Vertreterin der Settlc ments-Arbeit, die sich unter! anderem in der Errichtung von Jugendheimen in proletarischen Großstadtquartieren betätigt, Frau Henri q u c s. wird zu diesem Punkte der Tagesordnung sprechen. Tic Frage der;Berufsbe r a t u n g und B e r u f s u in; s ch i ch t u n g eine Frage, die seit dem Weltkriege auch für die Juden Deutschlands infolge der Verelendung des Mittelstandes in der Provinz akut geworden ist - bildet einen weite ren Punkt des Programms der Weltkonferenz. Daß das Aufbauwerk in Palästina von ihr nicht ignoriert werden kann, versteht sich am Rande: man wird sich mit der B e deutung der palä st inensi scheu Kultur a r b e i t fürdie j ü d i s ch e n F r a u e n befassen. Die Delegiertentagung des Jüdischen Frauenbundes, die sich an die Weltkonfereüz anschließt, wird, wie be reits erwähnt, das fünfundzwanzigjährige Bestehen des Bundes festlich begehen. Er wurde am 13. Igni 1904 in Berlin ins Leben gerufen. Seine'erste Aufgabe war cs. die zahlreichen bestehenden «jüdischen Fraucnvereine in Deutschland zusammenzufassen, um sie zu größeren und einheitlichen Leistungen zu organisieren. Bei seiner Gründung umschloß der Bund 4? Beweine. Jetzt, nach - 25 Jahren seines Bestehens, vereinigt er 450 Vereine mit rund 50 000 Mitgliedern, di« sich auf zehn Landesoer- Schlietzt Versicherungen ab! Die Lebensversicherung des RjF. ist eine soziale Fürsorge. Darum hinein in die Lebensversicherung I de« RjF!! I

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