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Der Schild · 1929-02-15 · 8 (15.2.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
8 (1929)
Issue
8 (15.2.1929)
Date
1929-02-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Die Schristleitung. Ad heno asorunu rachamecho wlau asowunu chassodecho w'al titschenu ad. el. lonezach. „Bis hierher hat uns Tein Erbarmen beigestanden, und Deine Liebe hat uns nie verlassen, o verwirf un» nicht. Ewiger unser Gott, allezeit!". Mit diesen Dorten mag es recht sein, die religiöse Gedenkfeier des zehnjährigen Bestehens unseres Bundes einzuleiten, denn sie weisen uns darauf hin, daß nicht nur Mannesmut und Führerwillen, sondern Gottes Walten und feine Fügung das Werk gewollt und gefördert hat. Was Israel so oft nach dem wahren Wort des Psalmisten erfahren hat: rabbas z'roruni minuroj. „Gar sehr haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an!", das hat sich auch in den schweren Jahren, die jetzt hinter uns liegen, aufs neue erwiesen, aber das Leid wurde wie immer durch eine andere Verheißung des frommen Sängers abgelöst: higdil ad. la'assaus imonu. „Der Herr hat Großes an uns getan!" Darum dürfen wir dankbar, gläubig und voller Vertrauen unfern Blick auf Gott richten und diese feierliche Stunde mit dem Worte grüßen: ad. aus l'amau jiten ad. j'worech es amau bafcholaum. „Der Ewige gibt seinem Volke Kraft, der Ewige segnet sein Volk mit Frieden." Amen. Andächtige Festversammlung, liebe Kameraden! Es ist ein bewährter Brauch, in unseren Gotteshäusern bei der religiösen Ansprache meinjono d'jaumo „Bon der Stimme des Tages" auszugehen und den Gedanken des Augenblickes, den Ruf der Stunde auf einen weiteren Raum der Zeit und des Sinnens zu übertragen. Wenn wir so verfahren dürfen, dann spreche der heutige Tag, der ein rausch hachaudesch, der Anfang eines neuen Monats ist, zu uns. Man zeichnet nämlich dieses kleinere Fest durch eine Einfügung der uns bekannten, sogenannten Halle! Psalmen aus, aber am Neumonde wird nicht da», ganze Halle! gebetet und gesungen, sondern nur ein Teil, und diese Uebung entspricht gar sehr der Stimmung unserer Feier und unserer Seelen. Dir können noch nicht da» ganze Halle! sagen, die Zeit und ihr Ernst verbieten un» einen uneingeschränkten Jubel, einen vollen Lobgesang: aber e» zeigt sich doch schon der Anfang einer Wendung zum Guten, und darum sind wir berechtigt, unsere Herzen mit einem halben Halle! höherzustimmen. Nach dem religionsgesetzlichen Brauch hätte auch nichts im Wege gestanden, daß wir jetzt am rausch hachaudesch aus der Tkora gelesen und die Bevorzugten und Würdigsten vorgerufen hätten, damit sie bekunden: ascher kochar bonu mikol hoamim. „Gott hat uns erwählt vor allen Völkern", w'chaje aulom nota b ssauchenu, „und er hat das ewige Leben in unseres Mitte gepflanzt". Israels besondere Aufgabe besteht; zu allen Zeiten, und wenn unser Bund auch nur einen kleinen Teil von ihr zu erfüllen bestrebt war. dann hat er schon am Bestand der Juden heit mitgearbeitet, und wir können dieser Ssunde in Zuversicht das schöne Wort des Propheten'Ieremia weihen: mini kau lech mibechi w'enajich midimo, ki jefch stochor lif'ulosiech. w'schowu me'erez äujew w'jesch tikwo l'acharisiech.w'schowu worum ligwulom. „Hemme deine Stimme vom Weinen und deine Augen von den Tränen, denn es gibt einen Lohn für dein Tun, sie kehren heim aus dem Lande des Feindes: und es gibr eine Hoffnung für deine Zukunft, deine Kinder kehren in ihr Gebiet zurück!" . . '; Wenn wir den Anfang dieses aus hochheiliger Stunde uns bekannten Satzes recht verstehen wollen, dann müsi.en wir uns klarmachen, welcher Unterschied zwischen dem Bersiegen der äußeren Tränen und dem Nachlassen des inneren Schmerzes besteht. Wenn da» Auge nicht mehr weint und beruhigt scheint, dann beginnt oft erst der ganze Gram der Seele, und ihn in Frieden und gar zur Harmonie zu lösen, da» ist viel schwerer. Und doch ist ein Teil dieser ersehnten Wirkung schon eingelrossen, ohne daß wir lange historische Vergleiche zwischen unseren Tagen und den vor 10 Jahren nötig haben. Es ist nicht ange bracht, weit auszuholen, aber jeder von uns überblickt die Zeit und erkennt, datz wir in den Stand der Genesung eingetreten sind. Wenn e» in diesem Sinne in unserem Worte heißt: w'schowu . . . ..-»Sie sind zurückgekehrt", dann denken wir ge rade in unserem beruhigteren Eemüte zuerst an die 12 0C0 ge fallenen jüdischen Helden, denn auch sie sind zurückgekehrt: zu rück zur Erde. Lpser für uns alle! Wir aber, denen das Lebenslos beschteden war, sind nicht nur au» dem Lande des Feindes heimgekommen, der jenseits der Grenzen unser Widersacher war, wir haben uns auch entfernt von dem Feind, der in der Schlange des Ueberpatriotismus sein Sinnbild findet. Weil man uns nicht verstehen wollte und weil man uns angegriffen hat und zu unserer Entehrung fähig war. deshalb haben-wir uns auf uns

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