Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 6/7 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I«AI> mm*L Vdt* »*ch. SimUtamm «.«. 9ra«Hin »» «-SB.»«8» * 1» SkwftilMan 180 l DL UiWt- MtO 7488 1 8884. t*U «*«*•: .S> M zeitschriftNJ^'des ßEia- DES BEICHSBUNDES JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E V AüeiaiH» Annay«» E»ur2> B«n»kt Berlin *ffi J\ 9fuawl«o> \ 4kt(j| und QUi^ctgcnoctoo tuag. Anzeigen, chlutzrHeven Sonnabend für die nLchne «rlchemend« Ru««er. Anzetgenrene. di« bl» zu diesem Tag« nicht bei un» eingegangen sind, werden in der darausfolgenddn Rümmer ausgenommen. 'verantwoerirch für den Anre«aenreil fy Log«. Vln. -Weltzense« r Nummer 6/7 Berlin, 8. Februar 1929 8. Jahrgang' T . . , Der RjF.. ein Lebenüwerk der jüdischen Frontsoldaten Von Kam. Dr. Leo Löwenstein. »Sie haben sich zusammengeschlossen, um Glaubensgenossen zu schützen. Das war ein Akt der Notwehr.-" Diese Worte stehen in dem Urteil des Grotzen Schöffengerichts Berlin-Mitte vom 15. Mai 1924. Damals waren die führenden Kameraden in Berlin angeklagt wegen Bildung bewaffneter Haufen. Tragens von Waffen usw. vor Gericht und wurden glatt und vollständig, freigesprochen, weil das Gericht ihnen da> Recht der Notwehr zuerkannte. Diese Worte des Kam. Dr. Leo LSwensteln. Berlin Gründer und Bundesvorsitzender des RjF. Urteils kennzeichnen besser als jede sonstige Auseinandersetzung die Motive, aus denen heraus unser Bund gebildet wurde. Als ich Ende 1918 die ersten Schritte zu seiner Gründung unternahm, da war es noch ein. Tasten nach der Form und nach dem Inhalt; aber jene Worte geben sich gut wieder, was ich damals wollte und mit mir diejenigen, die ich für meinen Plan gewann. Der erste, der mich in meinen Bemühungen unterstützte, war mein Bruder, Kam. Karl Löwenstein. der damals auf dem Wege von der Ostfront zu seiner Heimat . Aachen in einem Berliner Lazarett seine Knochen zusammenheilte. Ich wandte mich dann an den Centralverein als Abwehrorganisation, der mir auch eine Reihe, von Kameraden benannte. Bon den Kameraden, die in jenen ersten Tagen mir halfen, sind heute nur noch die Kameraden R.-A. Samoje und Dr. Wiener im Vorstände des RjF. ' . ' . Die Idee eines Bundes jüdischer Frontsoldaten als dauernde Bereinigung wurde zunächst wohl von allen - skeptisch aufgefaßt. Es warenwohl Borschläge da, ge- _ legentlich eine Gedenkfeier aller Kriegsteilnehmer für die jüdischen Gefallenen zu veranstalten, oder auch für / 'besondere Zwecke Selbstschutzabteilungen zu bilden usw^ _ aber ein Bund, wie er uns heute doch selbstverständlich ist, waö dies damals keineswegs. Es war sogar aus tzen verschiedensten Gründen aus allen Kreisen, direkter Widerspruch gegen die Gründung vorhanden. Ich selbst bin auch nur nach sehr reiflichen Ueberlegungen an die Durchführung gegangen. Ich habe schon einmal, nämlich im Einführüngsäufsatze in Nr. 1 des ersten Jahrganges des „Schild" meine damalige Stimmung dargelegt und dieser Stimmung Ausdruck gegeben: »Als ich Ende 1918 an die Gründung unseres Bundes herantrat, habe ich dies schweren Herzens getan. Das Ideal, das mir einst vorgeschwebt hatte, war ein Bund, der unterschiedslos alle die Millionen F-r-ont• mpfer umfahte, die draußen als gute Kameraden zusammengestanden hatten. Diese Millionen enthielten ganz sicher diejenigen Elemente des deutschen Volkes, die am ehesten bereit waren, für die Gesamtheit Opfer zu bringen ( und den in allen Schichten wuchernden Materialismus durch ' gesunden Idealismus und kernige Schlichtheit zu verdrängen. , Aber ein solcher Bund war damals unmöglich und ist dies auch noch heute. Ich brauche ja nicht erst darzulegen, wie.sehr das ganze Volk zerspalten ist in einzelne Richtungen, die sich gegenseitig als Todfeinde im wahrsten Sinne des furchtbaren Wortes ansehen." J Die verflossenen 10 Jahre haben aber leider nur allzusehr gezeigt, wie notwendig unser Bund für die Ab-