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Der Schild · 1923-09-01 · 17 (September 1923) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
1-2 (1922-1923)
Issue
17 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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m m Wir mach«» hindurch »aserr Mitglieder darauf aufmerksam, daß vom i. Oktober d. I». ab »Der Schild" nicht mehr ptt StrtUl* fcaak zugefchitkt wird, sonder» daß jede» saferer Mitglieder die Zeitschrift bei seiser Postanftalt abssmierea NUtß. Wir bitten also auch diejenigen, di« bither, wie erwähnt, durch und per Kreuzband beliefert wurden, bet ihre« Postamt die Zeitschrift zu verlangen und freundlichst dafür jn sorge», daß ihnen di« Zeitung auch geliefert wird. Wir bitten ferner darum, Beschwerden über dir Zustellung möglichst umgehend an und zn senden, damit wir in der Lage find, diesen Beschwerden aachzugehen. Wir machen unser« Mitglieder ferner darauf aufmerksam, daß, da die Zeitung jetzt bei der Post bestell» werden muß, wir buch ^lbonnemeottgebähr erheben und zwar wird diese!al« Grundgebühr Stosotlich Mt. st. 10 mal Multiplikator betmgen und durch de» Postboten eingezogen. Diese Summe bedeutet nur d«n notdürftigen Ersatz der Selbstkosten und soll vor allem dazu dienen, daß wir den .Schild"' nunmehr auch regelmäßig erscheinen lasten könne». Wir brauchen wohl kaum zu erwähnen, daß «< die selbstverständlich« Ehrenpflicht einet jeden Frontsoldaten ist, diese lächerlich gering« Summe! für seine Zeitschrift prompt za bezahlen, daräitin der Zusendung keine Stockung «intritt und damit auch wir wissen, mit welche» ^Beträgen wir regelmäßig rechnen köniien; denn nur, wenn wir wissen, daß dl« Beträge rechtzeitig eingehen. können wir auch bei-den jetzt so unsicheren DerhälmUe» im Druckereigewerb« eine regelmäßige Herstellung de« .Schild" und seine Zustellung gewährleisten. Alle anderer» Organistrtion nehmen erheblich höhere Erträge für ihr« Verbands oraane und find trotzdem in ch«, Lage, 4h« Zeirjchrifre» in immer stärkerepr Umfange erscheinen zu lasten. Wir wollen un» doch durch unsere Gegner auch hierin nicht beschämen lasten! * , - Jur Deckung der Unkosten für die vorliegende Nummer, für di« noch keine Gebühr erhoben werdest kann, erwarten wir freiwillige Beträge mir der Maßgabe, daß die Unkosten für ein« Nummer heute etwa Ms. ioaooo.— betragen. Ueberweisurigen auf Postscheckkonto Nr. 24639 Verlag .Der Schild". . Jeder muss den auf der letztzn Seite oefindlichen Postbestellschein autschneidea, ordnung-gemäß auifüllen und' unfeankiert in - den nächsten Briefkasten werfen odex-aV.^stckstschstirer feinet zuständigen Postamtes abgeben. ■ ' 4 . J; '; Auf Posten! Dunst die Zeitungen ging por kurzem die'Nachricht, daß bei den bekguerlichen Plünderungen und Unruhen in Bveslau, unsere dortigen Kameraden sich gemeinsam mit den Gewerkschaften und bürgerlichen Organisationen zur Wiederherstellung der Ordnung den Behörden zur Verfügung gestellt u^nd erfolgreich gewirkt haben. . I Damit haben die Brcelauer Kameraden der Oeffen^lichkeit bester als dzftcb Schrift und Wort, grämlich durch di^ opferwillige Tat gezeigt, was unser Bund politisch will.! Wir sind politisch neutral. Wir zählen zu uns zahlreiche Mitglieder aller Parteien/ denen ein deutscher Jude, ein füdstcher Deutscher in Ehren angehören kann, /von rechts, von links und von der Mitte. Irgend eine parteipolitische - Entstellung des Blindes ist da lindrnkbar und aller politisch^ Streit muß unseren Reihrn fernbleibcn. lDas läßt sich hei uns auch praktisch ausgezeichnet durchführen, trotz dcr^zumeist sehr ausgeprägten politischen Interessiertheit der - einzelnen Kameraden oder vickinelr infolge des hierdurch-, hfrvorgerufenen politischen Verständnisses und Taktgefühls.! Wir wollen über alle Parteien hinweg ankämpfen gegen die nicht nur unser Leben, sondern unser gajnzee Vaterlands vergiftende antisenlirische Hetze. Wir wollen die Maueizn oiederreißen zwischen uns und unsern nichtjüdischen Volksgenossen. Ist uns das gelungen, dann sind wir überflüssig und dürfen unsern Bljnd auflösen. Aber leider geht diss Entwicklung umgekehrt.' Tie immer stärker angefachle antisftnitische Hetze muß hcrhalten als Agitationsmittel für diejenigen Kresse auf der äußersten ^Rechten und äußersten Linken, dje' den ^Staat vollständig in den Abgrund stoßen möchten unh durch einen furchtbaren Bürgerkrieg die vermeintliche Macht! in die Hand bekommen wollen. Ja, diese beiden Richtungen reichen sich die Hand? zu diesem edlen Zwsck. Herr Grcst Reventlow schreibt in der Roten Fahne, der uns aus einem Prozeß mit unfcrm Kanceraden Kamnitzer wohlbekannte Dr. Dinter spricht in , kommunistischen Versammlungen und Frau |9tutlj kommunistische Führerin und russische Jüdin, proklamiert den Pogrom iw einerHeutsch-völkischen Versammlung^' Wir wissen, daß die Vorbereitungen zum Bürgerkrieg weit gediehen sind. Wir wissen aber auch, daß dieser Bürgerkrieg »sicht nur das Blut der deutschen Juden kosttn, sondern weit darüber hinaus unendliches Elend über unser Vaterland bringen und wohl für immer das Ende des Reiches bedeuten wüfde. Doch wirbrauchen noch nicht zu verzweifele Allmähllch sehen die großen Massen aus fast allen Parteien, daß all« Mann heran müssen, um dvs sinkende Schiff zu retten. Sie erkennen, daß wichtiger als aller politische und wirtschaftliche Streit die Erftaltung des Staate«, de« Reiches ist. Fester Zusammenschluß ist jetzt das beste Mittel gegen verbrecherischen Wahnsinn im Innern und ruchlöse Gewalttat von außen. Gegen beides abex werden dis zum letzten Blutsttopfen Hand in Hand mit ver großen Mehrzahl unserer übrigen deutschen Volksgenossen stchen: wir jüdischen Frontsoldaten. Wir melden uns auf Posten! Kain. Dr. Leo Löwenstein, Berlin. Die Behandlung eines Schwerkriegs- , beschädigten durch die Franzosen. Der Schlosser Otto Hilein zu Gefängnis «nd Ausweisung bestraft. Tie uns feindlichen Zeitungen und Zeitschriften können sich nicht genug darin tun, in imi^ner wiederkehrenden Artikeln hämische Glossen und Bemerk.cn zen dazu zu machen, daß angeblich die deutschen Arbeite, und Kaufleute jüdischen Glaubens im besevkeni Gebiet vo 1 den Franzosen besser behandelt werden oder sich in d r Ausübung des passiven Widerstandes lässiger zeigen, als ste andersgläubigen Volksgenossen. Trotzdem wiederholt vc n den maßgebendsten Stellen die Unwahrheit dieser Gerücht: gebrandmarkt wurde, und trotzdem es., ein alter Erfahrungvs >ß ist, daß eine verleumderische Lüge dadurch nicht wahrer chikd, daß man! sie wiederholt, lassen die deutsch-völkischen Zeitungen und Ze-tschriften doch keine Gelegenheit vorübergehen, um diese gemeine Verleumdung und Lüge ihren Lesern mmer wieder vorzusetzen. Sie ^ehen dabei in raffinierter Wcise von dem Standpunkt auh, daß sie ja nur allgemein g/saltcne Gefühlsäußerungen uftd törichtes Gerede wiedergeben, ,hne irgendeine« positiven Fcstl zu nennen und haben damst das, was sie wollten, die 'giftige Saat der Verleumdung inji te allzu aufnahmebereiten Gemüter ihrer.Leser hineinzuträuftlm, erreicht. __-» [|2Bir wollen daher an einem gerade vorliegenden positiven Fall beweisen, wie die für die Beurteilung de» Haltung der Bevölkerung zuständigen Stellen üperunserr Gkaubensgenoffen imj besetzten Gebiet denken. SEQtfj erhalten von der Flüchtlingsfftrsorge für Ruhr- und RhdftverdrSngte aus Limburg an-det Lahn folgende Zuschrift: I »Der Schwerkriegsbeschädigte (60V») Schloffer Otto Hilein, geb. am 21. VUl 1890 in Colmar i. Cls.I durch Option deutscher Staatsangehöriger (Preußr), verheiratet, zwei Kinder (4 und r Jahr), ist vom fütnjösischtn Kriegsgericht in RecklinAshausen (72. Jnf-.Div. Dorfitz: Olberstl. Duriand) am n. IV. 23 jJ drei Monaten Gefängnis und Ausweisung bestraft worden,, weil er in offentl. Versammlung erklärte, die deutschen Arbeiter, Kaufleure uswi jüdische» Glauben« werden in gkeicher.Weise.ficd an dem passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung beteiligen, wie di« übrigen Dolksgenoffru. — Wir bitten Sie, sich Ihre« Glaubensgenossen nach Kräften aNzuttehmea. Er ist besten würdig." Ferner geben wir nachstehend einen Auszug aus dem Protokoll über die Aussage des Ott, Hilein:; »Unter Cid vernommen, gibtder »n tt 1) genannte Herr Hilein - folgende» dem gefertigten Stadtsekfttäi Karl Westerhoff und der Stenotypistin Hilda Klinger zu Protökol: l Nachdem di« Franzosen vergeblich versucht haben» Zwiettacht zwischen den Brbefter» und de» übrige» Bürgern der Stad» Reck- Sosea zu sähen, probierten st« htefi Zwietracht dadurch hervor- >, daß fie die diversen Religion«» g« zeneinander au ftu hetzen »rr- . Sie erließe« einen Aufruf in ftaazöfischer und deutsch« | Sprache, in welchem fi« unter «Odereh» bi* Nachstehend« ««»führten: C

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