Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 1-2 (1922-1923)
- Issue
- 17 (September 1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Wer als Deutscher dsirch das Schicksal dazu verurteilt war, den Weltkrieg in den Vereinigten Stualen durchzumhchm, wer als Katholik dm deutschen Kulturkampf entweder erlebt oder aus den Erzählungen damaliger Kä npfer und aus den zeitgefchichtlichm Dokumenten nachempfiudet oder die Ge« finnung kennt und fühlt, die auch jetzt nocj au« Reden spricht, wie sie kürzlich rin Berliner Universitätsprc efsor in der Aula der Berliner Universität hieltz in der er ausfüh te, daß dtr Katholizismus die Aufgabe verfolge, die geft» anischm Völker zu Trabanten der romanischen Nationen lzn machen: der kann den ganzen Schmerz verstehen und mise npfinden, der kann auch die Bitterkeit ermessen, dir die Hsrzen seiner jüdischen Mitbürger heute erfüllktj muß. Finstere Pläne für . die Beherrschung der. Welt, perfide Machenschaften, um dieses Ziel zu erreichen, jeder Deutsche ein willige» Werkzeug jener Pläne und Machenschaften und jeder D»utsche ein Feind der Menschhit, ausgerüstet mit diabolischem Verstand, bsindlings ergebm seinem »Kriegsherrn-, bereit jeden Augenblick-seine besten Freu» de zu verratm, die Gutmütigkeit des »Winvolkes-, das ihn mfgenommen, auszunützen, um die Herrschaft seiner Raffe r orzu bereitet» oder zu vollenden. ,|- ■! All das wurde nich wurde geglaubt, von darnach gehandelt. J> würde entschuldigt, ja gsitgeheißen, wenn ihr Opfer ein Glied chüner verfluchten Raffe ivar, gegm deren < jeist sich, zu wehren. Gelbster Haltung» trieb aller zivilisierten Nitionen war. — Wer das Maß an pummhrjt, Halbbildung und oberflächlichster GeDichtskefintnis' ftnnt, d<s dazu gehört. Um die Legend« von der deutschen Verschwör mg zur Erlangung der Weltherrschaft, zu glauben, zu begtünden und ^»'beweisen, wer gehört ung gelesen hat, wi dieses Märchert in Amerika begründet und ^bewiefmwude, der kann nur mit Trauer feststellen,! daß unser, auf seine Bildung und I deutsche» Volk, in > Bezug auf die denselben Methsden und denselben jteln zu dm gleich« a Resultate»» kommt. Beispiel wirfti h .amerikanischer^ lisführung sind die Abschnitte über »Oberleitung de» jüdischen Volke« - ralo Ludendorff »Kriegführung und nur geschrieben! und verkündet, es illionen geglaubt. Und es wurde e Ungrrechtigkei, jede Grausamkeit sein Denken so stolzes »jüdisihe Gefahrmit! »wissenschaftlichen- Mit Ein hrroorragende« Leichtgläubigkeit und das Judentum und die! in dem Buche des Gm« Politik«. Daß selbstverständlsis ding» vorsichtiger und Ludmdorff in diesem Buch, aller« ' andmtungswei se, nebm dm Juden auch die Katholiken nicht zu dem »ausg fprochm nationalen Dolksteilrechnet, ist baelchnmd. Ja, da» Christentum überhaupt »übte einen stchckm Einstuß auf unser!! völkische Eigenart au«-, und ar»S dem Lubmbo ffffchm Zsifammmergibt sich, dmtltch gmgg, daß dieser Einfluß ein war. Es scheint in >r zwecklos mit!General Ludendorff argumentieien oder u polemisieren.!'-Ebenso wie es zwecklos gewesen wäre' im Kriege mit! etnttrj DurchschnittSamerikaner über »deutsche 8>elangezu spreche». Diel wichtige scheint es mir, dis deutsche Volk darüber aufzuklären, dasi es in Gefahr if, der Ghettopsychose zu erliegen, nicht dl rch Ansteckung — »jüdischer Geist- -ist keine JnfektiopSkraokbrit, wie sich gedankenlose Antisemiten einbilden — sonde n als Produkt d^r gleichen Ursachen, die den Ghettogcist geschiffen und gezüchhch haben. Was ich unter „Gheltogeißtzrkstehe, wird sofprt klar, »venn ich sage, patz er in Drsitschlmd und zwar gfrade in den Kreisen, die > den» General! Luoendorff nahestehen auch vor dem Kriege schon heimisch war > Diese Kreise hatten der übrigen Welt gcuenüber genau dit psychische Einuellung, die man, im Verhälnis einer jWaffeygattung zur anderen, im Mililärjargoir so ^hübsch hyd »reffend als »Jnfanteiie« soup^onbezeichnete«^ ( Das ganze Buch'' Ludendoiffs ist aus diesem deutschvölkischen Ghettogeist heraus gischriebm. Was ist tenn der gekränkte und überall Mißachtung, Zgrückrprisung un) Fcindschaf^witternde ^inn des typischen Alldeutschem an )ers als JNfak ter^istensouphon, als »GH:ttogetst-? Das gkei-he Produkt >us denselben Ursachen, mtstaiiden auf nordd mtschein Boden, wo die Urgroßväter^ »ön 80 Prozent bei Bevölf kerung Leibeigene durch Vorurteil u Emanzipation der oder.Dienstm anneni warm, nieder gehakte »ad Gewalt. Ja sogar reitlich tiifft di«! Juden »nit der Bcfreiuung de» nieder» gehaltenen »Ärierl zusammen^ Kaym / von den Fesseln befreit, durch Geschicklichkeit, Fleiß und Verstand ^»nporgk-i gekommen, durch einen siegreichen Krieg zur äußeren Macht gelangt, konnte dieser Teil des deutschen Volkes, sind ihm war die Führung zzrgefallen, sobald sein innere« Gleichge-swicht nicht finden. Es schwankt« zwischen Überhebung und dem Gefühl, daß andere sein« Leistungen nicht genügend schätztm, demiBewußtsein von Macht,die sich auf Reichtum und all die Dsnge stützt, die Deutschland jetzt »oiuch habm ■ konnte-, — Heer» Marine, Koloniem rc., — und der doch wieder' .instinktiven Erkenntnis, daß all diese Dinge Völkern,'die das alles ^längst besessen, ebmsowenig imponiert, wie dem Grandseigneur die Dinge, die der Parvenü jetzt »auch älle hat-. Gerade das Gebühren dieser Kreise wurde ganz all- * gemein dem Deutschen zur Last gelegt, wie für das Gebühren gewisser jüdischer Kreise das ganze Judentum vera »twortlich gemacht niird. . . Heute, 'wo Deutschland geknechtet ist, wo Mülionm Deuffche außerhalb seiner Grmzm sich in babylonischer Gefangenschaft befindm, wo Tausmd« deutscher Stammesbrüder in Enklgvm lebm, di« dm Ghetto! von früher zu vergleichm sind, heute besteht die Gefahr, daß auch der »Ghettogeistim dmtjchm Volk um sich greift, wenn es sich nicht auf sein« wahre Größe und auf ftinen wahrm, Wert besinnt und von seiner Kulturgemeinschaft keinm Volksteil ausschließt, der mit ihm seine Leidm und di« Lieb« zur Heimat ML 1