Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Journal
- Mitteilungen des Daniel-Bundes
- Volume
- 1 (1920)
- Issue
- Aufru[f] an alle Israeliten! (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4911569-4931773-4931819--14-4911648- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
URTEILE UBER DEN DÄNIEL-BUND: Wieder lind vir Jndan — via schon so oft ia dar Weltgeschichte — aa einem! Wendepunkt, ainor Lebensstation, engelangt. Dar Weltkrieg, dar an dan Grundlastaa dar Kottomli, obar aach dar Wettkuttur rüttelt, ist wahfttch nicht spurlos an üns Vorflbergegangen; tiefe Fnrchan grub ar uns sin, und vor banga Zukunftsfragen stellt er uns. Wie sich unser Geschick gestalten, wer daran bauen, wie das Gebinde erstehen wird, wer kann sie alle die Fragen beanf* wortsn, (Be sich mit Macht uns auf dringen? DaS das Judentum 7 nur auf nationaler Grundlage sich wieder emporrichten kann, kein ( aufmerksamer Beobachter der Zeit und ihrer Bewegungen wird dies s wohl ernstlich leugnen können. Wir haben in dem Kriege gelernt, J jags dar Nationalismus bedeutet, wir lernten aber auch, wie sich 1?Ifase Idee mit der der wahrhalt ethischen Lebensgestaltung in Einklang bringen läßt Und das ists, was der Bund bezweckt, der MB Namen des Mannes führt, dar gleichfalls am Ende einer untergeben den Wett und am Beginne'einer neuen Lebensgestattung lebte wh**e. Keinen besseren Namen konnte sich der Bund, der ** Mtionaler, aber auch wahrhaft sittlicher Grundlage eamnuefr will, wählen, als den des Apokalyptikers Daniel, IttpöJcfa von. dem die Bibel uns berichtet Vor aas nefef’der"Prospäll tfar-nea zu bildenden „.Chewrath- Daniel*. Wahrlich, ein Schriftstück, das erfreut und erhebt in dieser Zeit des materialistischen Utilitarismus, dar nichts höheres kennt als das Streben, die Manschen an die gefüllten Futtqrtröge zu treiben. Friede, wie ihn der große Jesajas verkündete, wahre Sittlichkeit, natürliche Lebensweise, Bebauung des iErdbodens, Arbeit und Ethik, das sollen die Grundpfeiler sein, aul denen neues Laban für unser Jüdisches Volk auf dam alten Boden unserer Propheten erblühen soll. Ein Ziel, dessen Erfüllung aufs innigste zu wünschen ist Vielleicht ersteht aus den blutgetränkten Schlachtfeldern wirklich dar Menschheitsfriede, den unser großer Heüsverkflmfiger einstens voraussagte. Dr. Max Grünleid, Brünn. (,Dr. Bloch’s Wochenschrift* Nr. 12, 1919.) Unter dem Vorsitz von Hofrat Dr. A.Theilhaber wurde in München ein „Daniel-Bund* gegründet Dar Name des großen Sehers und Lebenskünstlers kennzeichnet genugsam die Tendenz dieses Bundes. Mau eat zwar geneigt aaenuahmon, daß die gegenwärtige Zeit der Z Wangsrationierung der Lebensmittel für die Verbreitung von ethisch - vegetarischen Ideen unter den Juden in Deutschland, nichts, weniger alsgünstig gewlhli wtSd*. Allein beim Durchlesen der gediegenen wie auch geschmackvoll ausgestatteten Schriftstücke erkennt man bald, daß die Gründer des Daniel-Bundes ihre Hauptaufgabe in einer neuen" Gestaltung der Zukunft dar jüdischen Ansiedlung in Palästina, vornehmlich in der Förderung der Obstzucht und der reinen Fruchtnahrung bei den Juden erblicken. Dieser seiner Ziele wegen ist die „Chewrath- Daniel* durchaus zu begrüßen, zumal schon verschiedentlich darüber Klage vernommen wurde, daß die jüdischen Ansiedler aus Europa von ihrer mitgebrachten Gewöhnung an übermäßige Fleischkost sich nicht gerne lossagen wollen und dadurch die Eniährungslage in Palästina ungemein erschweren. 'Ashufiehft (Sednnken entwickattederjttdiacbvSchriiteleßar Leopold Schwarz in einem stischen Jahrbuch „Stimme der rSmm jedoch prakttftf»VürtejiMge IW ilfaTyj^^d8ritWig triner Ideen zu machen Dieses hotte ein Überzeugter AnhängerÜef Vegetarismus, flirr Nathan Chavkin, nach, indem er in drei Aulsätzen „Zionismus und Vegetarismus* in der „Vagst. Warte* 1918 auf die Bedeutung des Obstbaues und der reinen Pflanzenkost für die palästinensische Siedehmg hinwies und den Vorschlag zur Gründung einer Jüdisch- Ysgetatiscben Kolonie in Palästina machte. Zugleich gab er in einer Broschüre eine Sammlung seiner in Zeitschriften veröffentlichten Aufsätze über „Tierschutz und Vegetarismus* heraus. Diesmal ist „Die Stimme der. Wahrheit* glücklicherweise nicht in der Wüste verklungen. Es folgten Zuschriften an den Verfasser und es entwickelte sich ein lebhafter Briefwechsel, dessen Ergebnis die Gründung dm DanU-Bundes War, "jfe'H Die Voratandschaft des Daniel-Bandes ist ehrenamtlich und besteht z. Z. aus drei der jüdischen Religion angehörigen Personen, die in München ihren Wohnsitz haben. Der Verein ist gerichtlich eingetragen. Vorsitzeader im Sinne des Gesetzes ist Herr Holrat Dr. med. Adolf Theilhaber, Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender (in außeivarichtttchon Angelegenheiten) Herr Chemigraph Nathan Chavkin, Rechner (Kasseuvarwaltar) Herr Rechtsanwalt Dr. Sigbert Feuchtwanger. Das Jüdische Komitee des Daniel-Bandes: Ludwig Aub, Charakterotoge und Schriftsteller (München): Dr. med. August Feuchtwanger (München); Rabbiner Dr. S. Gelles (Lfsaa LR); Rabbiner Dr. H. Qrunewald (Wien); Generaldirektor Katzenstein (München); Alk Mandelbaum, Privatier (Wien); Dr. Maz Mayer. Redakteur (Bertin); Dr. med. Neuhaus (München); Leop. Schwarz, Schriftsteller (Brünn); Alfr. Siebenschein, Schriftsteller (Wien); Sanitittsrat Dr. E. Simonsoa (HalenseSjj S. Stückgold, Kunstmaler (München). Das nlchtjfldlsche Komitee des Daniel-Bandes: Dr. med.Beehncke (Springe bei Hannover); Robert Ehlers, Buchdrucker (München): Franz Fischer, Obstzüchter (Oberau bei Dresden); Dr. Hans Proelß (München); Hans Schneider, Buchdruck«- (München); Ehr. Rar! Willmann, Mineralog (München); Dr. med. Wilh. Winsch (Halensea-Berlin). Nähere Auskunft erteilt 8LSS5SLS^t*SSES?i.'dÄÄ Nathan Chavkin München, Bergmannstraße Nr. 7; ferner Leopold Schwarz, Schriftsteller, Brünn (Mähren), Augustinergasse Nr. 17. ■■HDBaRnBBiiauiSRaauuaiBaiaiaHiBatiiaBiHNiimiiuuiuHtmHUiuBiffliuiiiuiRuiiwiuuuuiuifiiHiffliunnuuininnniiinintinuiBnrniiRininTniuiriiininmnrfiHiiiiiHiiwiuruHiiiuiiiiiiiiuuiiiiiiiuuiiiiNuiuiiutaDim AITTI”!Jl TMrSRKI (über die im Januar und Februar 1919 eingeUufenen Beträge für den Daniel-Bund). Spenden: Vt^* * UIXULIX München: Rabbiner Dr. Baerwald Mk. 25.—■; Dr. med. A. Feuchtwmiger Mk. 10.—; „Karma* Mk. 50.—; Dr. med. Neuhaus Mk. 5.—: B. Oriow Mk. 6.—; J. Schmal Mk. 10.—; Sigmund Schmidt Mk. 100.—; J. Tutel Mk. 15.—; Hofrat Dr. Ä. Theühaber Mk. 20.—; Dr. K. Willmann Mk. &50; Berlin: Franz Fischer Mk. 30.—; Brünn: Sammlung d. H. Leop. Schwarz Kr. 125.—. Mitgliedsbeitrlge: Bar-Ami Mk. 5.—; N. Chavkin Mk. 4.—; R. Ehlers Mk. 4.—; Dr. Sigb. Feuchtwanger Mk. 4.—; Fr, Fischer Mk. I—; P. Klein Mk. 5.—; A. Mandelbaum Mk. 3.—; B. Oriow Mk. 4.—; J. Schmal Mk. 5.—; Dr. Kan Wübnann Mk. 4.—. — Empfang bestätigt: Dr. Sigbert Feuchtwanger, Kassenverwalter des Daniel-Bundes, München, Residenzstr. 27.