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Mitteilungen des Daniel-Bundes · 1919-03-01 · Aufru[f] an alle Israeliten! (3.1919) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen des Daniel-Bundes
Volume
1 (1920)
Issue
Aufru[f] an alle Israeliten! (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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DANKLo-soaETo 5k*h rmn MNBrBUND GESELLSCHAFT FÜR ETHISCHE ERNEUERUNG DES JUDENTUMS MÜNCHEN, im M&rz 1919 ÄUFRU AN ALLE ISRAELITEN! 0ie Fort» rung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina wurde vom Zehnerrat dei Friedenskonferenz in Paris angenommen. 60 000 Juden sollen jährlich in Palästina angesiedelt werden. Können aber diese Ansiedler ohne vorherige Ausbildung in wahrer Gottesfurcht und strengster Selbstzucht die Hoffnungen verwirklichen, die viele edelgesinnte luden und zum Teil anch bibelgläubige Christen auf die Zukunft des jüdischen Volkes und des heiligen Landes setzen? Die bisherige Politik vieler Zionisten, die nur auf Erlangung äusserer Macht und Förderung der Anstauung von vorwiegend kapitalkräftigen Juden in Palästina gerichtet ist, kann verhängnisvoll für die ganze Judenneit werden und läfit ernste Befürchtungen aufkommen, wie sie Nathan Birnbaum in folgenden treffenden Worten zum Ausdruck bringt: „Ich erschaudere b«i dam Gedanken, dffi auf Palästina der ganze Pech- und Schwefelregen der europäbch- . amerikanischen Walt niedergehen könnte, dafi euch dort der Öde Rummel losbrechsn und man darauf ■och stob sein könnte. Ich erschaudere bei dem Gedanken, daß dort wieder beginnen könnte die alte Jagd nach Geld, die Unterdrückung dm Arbeiters und dm Annen, dm alberne üppige Treiben ohne Selbstbesinnung, dm Geschäft, dm sich ab Unzucht und die Unzucht, die sich ab Freiheit, Schönheit und Kunst maskiert, alb die häßliche ZügeUoeigkeit,; die sich für schön ausgibt de ganze Herrschaft von röbeäisflail iierlnttertfin «nwsamen lieei« IJaiftcbsn-und. erhmeirhbriachen Menschen. Ich erschaudere , W dam Gedanken, daß au heftige Stadt Jerusalem ab Vorstadt von New-York oder London oder Berlin non erstehen könnte — sodaß seihst dort der heilige Gebt im Exil bleiben würde — dafi Jerusalem noch schfimmar werden könnte, tbmde Propheten sehen, and kein Prophet da sein wird. . . .* .Und dethaft scheint mir nur eine Hüb möglich: Wenn irgendwo in einem Winkel dar jüdbchen Walt eine grafte, furchtbare Scham wach würde, em Sichschämen all der Häßlichkeit mit der man sich vollgesogea hat, — vor Gott, vor sich selber, vor dem Exil und vor dem Lande Israeb; wenn db Scham um sich grab, und über dm ganze Volk sich ausbreitete, wenn aus ihr nicht nur Worb und Ideen, sonderti auch gleich Wege herfcfanent . . . .* («Jüd. Echo“ Nr. 9, 19180 Diese Wege sind uns sowohl durch unsere Propheten wie auch durch die neuesten wissenschaftlichen und humanitären Fortschritte vorgezeichnet worden. Der Mensch Ist von Natur aus kein Raubtier; wie die gegenwärtigen politischen Umwälzungen zur Genüge beweisen, kann das Glück der Menschheit nicht auf politischer Macht und materiellem Reichtum, sondern nur auf ethisch-religiösem Fortschritt aufgebaut werden. Der in München gegründete Daniel-Bund erstrebt die ethische Erneuerung des Judentums und die Ausbildung und Sammlung eines ln jeder Beziehung würdigen Menschenmaterials für die Besiedelung Palästinas. Die Münchner Judenheit hat sich seinerzeit ablehnend gegen den politischen Zionismus verhalten, von München soll nun der ethische Zionismns ansgehen, der jraf dem measianischen Friedensideal, auf Menschen- und Tier liebe gegründet ist An Alle, denen die Erhaltung und Höherentwicklung des Judentums am Herzen liegt, ergeht daher der Ruf: UNTERSTÜTZT NACH «OffUN PHI DANIEL-BUND 1 Geldbeträge sind an den Kassen-Verwalter dm Daniel-Bundes Dr. Sigbert Feuchtwaagar, München, Renidensstr. 27, Postscheckkonto Nr. 14333, zu senden.

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