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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 46 (1866) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
46 (1866)
Date
1866-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches-Bolksblatt. Zur JSelefjrunq unö UnterQaftunq aut jiiüischem ^eöiete. HerauSgegrbeu vor» RadbinSr l^r. Ludwig Philippsou in Bonn. ri\)Ä e /» i »on fcirier ärittörift ntorint »nbmuitb eine ftumnfT. 'i'iri# K« Oatt* r.,. , liflO. 40. löOO.J Sa°s« l *Wr. *«trte«äbng 7 * Rgr. »Ue Vu«ba»eUl«g-». %*cfiämn J J. ÄAstrN. 4. HUllrtStr, L J uni A«ning»er»ed,uoue» nebnen «cftcOungrn «u. L,w‘ 25"'" L' ~"MM" ) Bericht Sir Moses Montefiore's über seine letzte Reise nach Jerusalem. (Schluß.) „Sind diese beiden Waisen unter Eurer Sorgfalt, und erhaltet Ihr sie?" Lächelnd erwiederte er: „Ja." „Habt Ihr eigene Kinder?" „Ja, sieben." „Weshalb habt Ihr Euch dann den Unterhalt dieser beiden Waisen noch dazu aufgebürdet?" Er antwortete: „Ihre Eltern waren meine nächsten Nachbarn, und als ich sie vater- und mutterlos und verlosten sah, hielt ich es für meine Pflicht, sie zu beschützen, und daß sie mein Haus mit meinen eignen Kindern theilen sollten. Gott sei Dank, sie find wohl und glücklich, nehmen an meinem Mahle Theil, wenn ich und meine Kinder etwas haben, und wenn wir nichts haben, hungern sie, wie wir selbst." — Später wurde eine, in den traurigsten Verhältnissen sich befindende Wittwe zu mir geführt. Sie hatte gleichfalls zwei Waisen unter ihre Obhut.genommen. Dann wurde ein anderer armer Mann zu mir gebracht, der auch den Unterhalt einiger hülfloser Waisen auf sich genommen hatte. „Nachdem die eben erwähnten Personen uns verlosten hatten, kündigten unsere Kawasten die Ankunft der Zöglinge an, die zu der „Simon Edlen von Lämel's Stiftung" gehören. Sie waren vierzig an Zahl und wurden von ihrem Lehrer begleitet. Ich war mit ihrem Aussehen und Benehmen höchlichst zufrieden, das jeder europäischen Anstalt Ehre machen würde. Sie sangen einige schöne Hymnen und gaben mir vollständigen Bericht über den Gang ihrer Studien. Ich übergab jedem von ihnen eine kleine Summe, indem ich sie ermahnte, treu an ihrer Religion und an dem, auf Sinai verliehenen Gesetze zu hängen, ihrer edlen Wohlthäterin dankbar zu sein, und zu wetteifern, um durch ihre Fortschritte und ihre gute Aufführung sie zu erfreuen. „Früh am Mittwoch Morgen, dem 11. April, gab ich einer großen Anzahl Wittwen und Waisen Audienz, j und es war mir angenehm, ihnen einige kleine Hülse in i ihrer Bcdrängniß zu gewähren. „Donnerstag, der 12. April, war von mir dazu bestimmt, die Anklage zu untersuchen, welche, wie schon erwähnt, ein österreichischer Konsul in -Safed gegen die Juden dieser Stadt vorgebracht hat. Die Bertteter der Gemeinde in Safed waren nach Jerusalem gekommen, ' und an diesem Tage lud ich sie ein, mir die Thatsachen, auf welche sich die Beschuldigung bezieht, voll darzulegen. .Es gelang ihnen vollkommen, den Ungrund der letztem nachzuweism, dir'in der That nur dem Leichtsinn oder dem Uebelwollen entsprungen sein kann. „Da ich wünschte, jeder der Synagogen, Lehrhäuser, Schulen und verschiedenen wohlthätigm Einrichtungen einige Geldunterstützung aus meinen Mitteln zu hinterlasten, so hatte ich für Freitag, den 13. April, einige Vorbereitungm gettoffm, deren bezügliche Vertreter bei mir zu sehen; aber eine ruhelose Rächt und eine, theils durch die beständige Arbeit, theils durch den Kummer, dm ich so stark über dm Verlust meines verstorbenen Freundes, Dr. Hodgkin fühlte, geschwächte Konstitution zwangen mich, meinm Plan zu ändem, und anstatt der persönlichen Zusammenkunft mußte ich mich damit begnügm, mich brieflich an die Herrm zu wmdm, und so wurden 42 Schreiben an di« Behördm und ihre Sekretäre, mit meinen kleinen Geschenken zum Besten aller wohlthätigm Einrichtungen in Jerusalem gerichtet. „Es war spät am Nachmittage, und der Platz war noch voll Menschm, aber ich hielt nun dm Zweck meines Besuches in Jerusalem für erfüllt und zog mich in mein Zimmer zurück, um mich für dm Sabbach vorzubereitm. „Am Sonnabend, dem 14. April, «ach dem Morgengottesdienste, machte ich einen Spaziergang um dm Gartm und erfrmte mich an dm Fonschrittm auf dem Platze seit meinem letzten Besuche in Jerusalem. „Ich bedaure jedoch, 'nicht dasselbe von dem Land bei Jaffa sagm zu könnm, welches unglücklicherweise Leuten übergebm wordm ist. die, da sie nicht im Stande warm, den angedrohten Angriffen der benachbarten Araber zu widerstehen, den Ort ganz und gar verließen. Die Folge ist', daß die Häuser gänzlich zerstört und die Bäume abgehaum sind. Ich stehe indeffm jetzt in Verbindung mit dem Ober-Chacham der Marocco-Gemeinde in Jerusalem über diese Angelegenheit. Wmn hinreichende Mittel für dm Zweck heweigeschafft werden können, so hoffe ich vier oder fünf Familim an diesem jetzt verlassenen Orte angebaut zu sehm, die sich fleißig > der Kultivirung des Landes w dmm; dieses ist von beträchtlichem Werthe u» sollte s »fort durch einm Zaun geschützt werdm, um seine Grenzm zu bezeichnen. „Sowie die Abmdgel ete vorüber waren, gab ich Befehle zu unserer Abreise. Die ganze Sonnabmdnacht wurde im Verkehr mit einer Anzahl von Leutm verbracht, die Briefe herbeigettagm oder eine mündliche

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