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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 34 (1866) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
34 (1866)
Date
1866-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bottsblatt. Zur > KeleQrung uni) Unterhaltung ant jüdischem ^eksele. Herau-gegrben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. tNo. 34. 186«.] Wen vieler $ritMrri»t erltdeia« «tche»Ui» rin« «»««er. Vrei« de« Jahrran-« l Zblt. Vierreliäbri« 7 -i-r. »2« «»ckd«»dl»»-e». Po-ämt« »nd -ie,t»»-«ex»edinv,e, »eb«e» vek«0u»-r» u. [13. Jahrg. 3. Quartal. lieber alte Melodien der spanischen und portugiesischen Inden von H. Guedalla. Noch sehr verbreitet ist die Annahme, daß die meisten in den Synagogen des portugiesischen wie des deutschen Ritus gebräuchlichen Melodien aus uralter Zeit stammen und jüdischen Ursprungs sind, weshalb man auch sich verpflichtet glaubt, sie unveränderlich beizubehalten. Neuere Forschungen haben diese Meinung der deutschen und polnischen Synagogen als unbegründet erwiesen. Die Mehrzahl der liturgischen Melodieen bat sogar einen völlig profanen Ursprung. Folgender, dem „Jew. Chr." entnommener Aufsatz zeigt, daß dasselbe auch von der spanischen Synagoge gilt, und bringt überhaupt nicht unwichtige geschichtliche Notizen über diesen Gegenstand. Wir bringen-daher hier seine Uebertragung. Als das Ritual der Sephardim. bestimmt und allgemein in Spanien eingerichtet und mit den feierlichen Hymnen von Gabnol, Judah Halevi und andern berühmten hebräischen Dichtern bereichert wurde, wurden Gesänge oder Melodien componirt oder ihnen angepaßt und bald allgemein angenommen. Es wäre in der That höchst wünschenswerth gewesen, wenn die erhabenen Gesänge unserer frommen Dichter von ebenso erhabenen und süßen Melodieen von fromm begeisterten Componisten aus unsrer eigenen Nation begleitet worden wären. Aber dies war nicht immer ausführbar, und zu einer sehr frühen Periode wurde es nothwendig, viele dieser Hymnen nach den Volksmelodien des Tages zu singen, und in 8ep!,er lmee Kaum (Amsterdam, 1632, gedruckt bei Menasseh ben Israel), einem sehr seltenen Werke, das ich in meiner Bibliothek besitze, und in andern gedruckten Ausgaben, finden wir Anleitungen zu Hymnen voll Frömmigkeit und Andacht, daß sie nach der Melodie von „Perniilid liella Amaryllis" (Erlaube, schöne Amaryllis), „Tres colores in una"(Drei Farben in einer), „Temjirano naces Ahnend™" (Du blühest bald, o Mandelbaum!) und ähnlichen alten spanischen oder maurischen Gesängen gesungen werden sollen (':«»««- jusa), ein Gebrauch, der aus begreiflichen Gründen sehr verwerfllich ist, und vor welchem der bessere Geschmack der Jetztzeit zurückschrecken würde. Wir müssen jedoch auch bemerken, daß diese Anwendungen, obgleich in gewisser Hinsicht auch unvermeidlich, nicht ohne strengen Tadel von Seiten frommer und gelehrter Rabbis geschahen. Schon Aben Esra erwähnt viele Hymnen, die nach maurischen oder alten Melodien gesungen wurden (siehe' seinen Commentar zu Psalm VIIL). Als einen ferneren Beweis des frühen und fortgesetzten Gebrauchs und Tadels dieser Melodieanwendungen., führen wir die Worte eines seiner energischesten Opponenten an. Bon den Werken des R. Judah Halevi sprechend, sagt er: „Zu seiner Zeit wurde es Sitte, Hymnen mit BolkSmelodien in die Liturgie einzuführen. Dieser Jrrthum wurde zuletzt so groß, daß die Drucker von ihnen, gleich den Sodomiten von ehemals, ohne Schaam ihre Miffethaten erklärten, indem sie anwiesen, daß fromme Hymnen, wie z. B. ‘iai n-nr -na (Singe dem Herrn ein Loblied ele.) nach der Melodie von „Kn toda la tramonu»na" (In dem ganzen Lande hinter den Bergen) gesungen werden sollte; und eine andere ähnliche Hymne nach der Melodie von „Kl Vaguero de la Morayna" (der Kuhhirt von der Morayna) gesungen werden und andere in derselben Weise (Sam. Arcliivolii in niöian nai-i9, p. 100.). Israel Nagara bestimmte selbst alle seine Hymnen für arabische ('a^nx), türkische ('pnin), griechische (-r—ia), römische (-2-21^, und andere Melodieen, und stellte sogar ihre Anfangsworte fest. In den beiden Hymnen, welche wir von ihm in dieser Sammlung haben, weist er an, daß obiy -pan -pp nach der Melodie des arabischen Gesanges-Br«© D'?«® 'acn «-'unbf'iai rter) nach einem römischen oder provencalischen „Fasi abassi! Silvana" gesungen werden soll. I Das Spiel mit Worten ist deshalb gerecht und streng j in folgendem Auszug getadelt, welcher zeigen will, bis zu welchejn Grade diese Freiheit getrieben ward?: — o*b*nntt© B'-no rxp wn ovsab "ix-,® rra 'ibi Ts’in ji®bb niian mbBa. Besonders verabscheuungswürdig ist der Gebrauch, einige (hebräische) Hymnen mit Worten anzufangen, die im Klange Ähnlichkeit mit i denen des Gesänge- (von welchem die Melodie genommen l ist) haben, gleich dem,welcher eine Hymne verfaßte nach der ' Melodie des spanischen Gesanges „ttusrame iui alraa, ai! musrawe," mit dengleichlautenden hebräischen Worten *2in2 man 3-1 dj> na .i? und nun dachte, er hätte etwas Großes gethan, aber nicht wußte, daß ein solcher Gesang „ein Gräuel ist, welches der Herr nicht annehmen wird" (Lev. XIX, 7.) nsm ab «in birv N72 m© und daß die-

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