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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 17 (1866) · p. Seite 67

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
17 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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fein Haus telegraphirt hat, um Gewisseüber den'gegenwärtigen AufenthaltVjenes .Manne« zu erfahren. Der Telegraph bringt die Mückantwvkt, derselbe sei weiter' nach Westen übersiedelt, wo er zuletzt-.-» LL. sich aufhielt. Es geht sogleich rin Brief'dahin ab, und nach einigen Wochen dangey. Harrens trifft dir Network «in, ja^ er sei der Gesuchte, und werde mit offenen Armen den «reuen Sohn empfangen. Eine reichliche Summ« war als Reisegeld beigelegt^ Der letzte hier eingetroffene Brief 2<H>t>et’4 schildert schon die Freude de-Wiedersehens mit dem durch-so wuyderbare Fügung und einen geheimen Instinkt des Hirzens wiebergefundenea Vater, der ein wohlhabender Sattler ist, übrigens in Amerika sich gleichfalls wieder verheirachet hat^ und eine zahlreich« Familie^besitzl. . Vergleichende Studien/ ützer den Talmud. Dom Rabbiner D- Dp pe nHeins zu Gr. Bscskrrek. (Fortsetzung.) Dank.an dre Vorsehung! Zü'den höchst auMllenden Parallelen verdient gewiß folgende Stelle aus Diogenes Laertius, I. vita ThaJetis, gerechnet, zu werden, da dieselbe besonders charakteristisch ist. Hermipp, erzählt Diogenes bezieht in seinen Lebensbeschreibungen das, was einige von Sokrates sagen, auf ThaleS. Er sagte nämliche Er sei dem S ch icksal vor» züglich dreier Stücke wegm Dank schuldig, erstlich, daß er als Mensch, und nicht als Thiep geboren worden; zweitens, baß er «Zn Mann und kei'n Weib sei; drittens, daß er ein Grieche und iei'n Ungcieche, Barbar, sei. r Drei Segenssprüche ähnlichen Inhalts, schreibt nun auch R. Iehuda vor, soll der Israelit täglich sorechen: **:«* «iS» *p*n, ci' baa -pah vnor lp^iaa 'a ... rtwti •':«* rer«, na «b«, m S. Thoßifcha Berachoth Ab. tz; Jerufchaüik ibiö. Ab. 8. 2 und endlich Menachvkh, 43, ln wo aber anstatt mS ab« der mich nicht zu einem Unwissenden!, Rohen gemacht, wel» cher, wie Hrllel sagt, nicht sündenscheu ist, i2:m:£-s rrb« vor» geschlagen wird, eine Form, die ackch in das Gebetbuch übergegangen ist. In dem Danke des Thaies, daß er »in Grieche und kein Ungrieche sei, ist sowohl der Barbar -ra, als auch der Helote und Sklave 22p ausgeschlossen, und es sind darum im Grunde die Meinungen des Griechen und des Radbinen gar nicht von einander verschieden.?' Die Zunge und da- Herz! „Tod und Leben ist in der Hand der Zunge" ist ein Thema, bas die Alten mit besonderer Vorliebe bebaLbelten. Plutacch, Moralische Schriften, hat diesem Gegenstand zwei Schriften: Dom Horen und über die Geschwätzigkeit ^gewidmet, die uns viele Vergleiche darbieten. Die Natur, sagt Plutarch in der letzten Schrift, hat keinevon unfern Gliedern so sorgfältig eingeschlossen und gleichsam verpalli» sadirt als die Zunge, indem die Z§ hn/ wieflu« Schutzwehr um sie herum gefetztfind, dachit wir, wenn sie etwa den verjchwiegenen Zügen.di, dieDrrnunft tiuvene big regiert, nicht folgen, noch sich zurückziehen will,'durch blutige Bisse der Unmäßigkeit derselben Einhalt thun können. Hiermit stimmt de« TalMud nicht stup vollkommen überein, sondern man könnte soga^Vermurhen, daß R. Jochanan die Stelle , d,S Plu arch übersetzt hätte: Tin«» ^cipr di« 5® na« ba pebb naprr ^vee «2« TW.*bl, o^eaa nntri finaa Y*»3K ba, bei» /lai n«a aw NN«1 rin«, 'Nw'sb vvpn« Dr. Such-, Stimmen u. f. w. 272 l at unter der Ueder« schrift^di,Zunge, die Stelle,Erachin 12,d,trefflich übersetzt: „Was soll er dir noch geben, was Hoch hinzu thun, 0 falsche Zunge?" Ps. 120. ~~ Zur dösen Zunge spricht der Herrt Sieh, jede» Glied das an des Menschen Leib : sich regt, das steht aufrecht, in frtier Haltung, ' Bereit an seiner Stelle, daß es wirke. Und seinen Dienst, wie sich» gebührt, versehe. Nur du biss hingrstreckt, und liegst darnieder! Ein jedes Glied steht frei und omn da, . Dem Auge sichtbar an der Oberstäche. Nur Du bist unsichtbar, dem Blick entzogen. Und daß noch sichrer der Gewahrsam sei. Die Haft noch enger, die dich soll umschließen, Bist du von dvppTkrem Gemau'r umgeben: Das Lippenpaar umschließt dich, weich und zart, Der Zahne Reihn mit festerer Uchhegung. Und alle Mauern, alle Schlösser, Damme Durchbrichst du frech uno lassest dich nicht dänd'ge». Wie sollt' ich wohl noch fester dii) umriegeln? Wie könnt' ich denn noch mächtü er dich zügeln? Diogenus Laerlius,.vila Ar.archarsi , erzähle von diesem scythischen Weisen, daß er auf die Fiage, was am Menschen beides zugleich, gut und böse, s i? antwortete: Die Zunge! In der bereits angeführten A »Handlung des Plu« -larch" meldet derselbe, daß einst Pitakus, nach Andern BiaS, voh dem ägyptischen Könige A nasis ein Opfrrrhier zugeschickt^hielt mit dem Aufträge, er sollte bas beste Hurt da» schlimmste Stück Fleisch »avon nehmen.- Er schnitt also die Zunge heraus-/ und schickte sie ihm zurück. Hierin hatte er auch wahrlich völlig . Recht; denn die Zunge ist dasjenige Werkzeug, womw das meiste Gute, aber, auch das meist. Böse begangen'wird. Don Tobias, dem treuen Diener des R. Gämaliek berichtet der Midrasch Rabba zum 3 B. M. Ab. 33 eine gleiche Anekdote. R. G. sagte zu demselben: Hole etwas Gutes vom Markte. TobiaS brachte eine Zunge. Bei rin kr andern Gelegenheit sagte wieder R. G.: »Dringe twaS, fei eS auch Schlechtes vom Markte. Derselbe buchte wiederum eine Zu^tz«. Als R. G. denselben darüb kr zur Rebe stellte, sagte der kluge Diener: Don der Zunge, 0 Herr, kommt das Gute, von der Zunge kommt bas Böse. Ist sie gut, giedl's nicht Bessere«; ist sie schlmm, giebt's nichts SchsiMmereS. — * Diebin Uttheile über die Zunge Dollen wir noch die Meinungen Ser Alten über bas HsK unrelhen. Bekannt» sich verbot Pythagoras (Diogenes i aert. vila. Pythag.. 17 und 18) daS Herz eines Thieres zu essen und diefes Derbot wird von Plutarch nicht sehr glücklich sinnbildlich gedeutet. . Zm Talmud,!Horajoth 13, vird auch vom Genüsse des Herzens abgevathen und zw w aus dem Grunde, weil dies für das Sebächtniß nachtheilig sein soll: -/-o, nrfna b» 2b baitp iTS'bn n« e*naca O'-ai 'n Sokgsame Mütter hadjen sich frühe! deshalb wohl ce» hütet ihren dem Studitim der Thora adliegenben Söhnen da- Herz selbst von «inw Gans oder Gnle vorzulegen, und

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