Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 15 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4908862-5999396-6026797--3205-4911415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
59 — Hauie di« vrrkölpcrl, Gastfreundschaft. Zhr Auge irrt beständig von der Tafel nach' den Gästen, und ihr könnt ihnen keine größere hefltchkeit erweisen, als wenn ihr eure Zufriedenheit mir der Bewirtdung und ihrer Gute an den Tag leger. , Zn seiner Milbthärigkeit ist der Jude zwar äußerst freigebig, doch weil enrfernr von aller Verschwendung. Der mildrhätigste Bewohner dieses Landes ist unstreing hart Krankheit, die schicklichste, welche den Menschen üderhaupr treffen kann, unrer den ärmeren christlichen Klaffen »den nicht selten, gehört lei den ärmeren Zuden zu den Ausnahmen. Ein weiterer Vortheil der Mäßigkeit ist in der Gesundheit de- Zub^n ' bemerkbar. Hie Constitution .der ärmeren jüdischen Klassen ist vpn Natur durchschnittlich weit zarter als die der christlichen Arberterdevölkerung und die schmutzigen und dicht bevölkerten Oerllichkeittn.. der Zude; und dabei legt er im Almosengeben so vief gesunwelche die ersteren bewohnen, machen je für-Krankheiten den Menschenverstand und Klugheit an bea^ag und beobachtet allzu empfänglich; dennoch, versichert Oi.Äsder, überstehen eine solche Regelmäßigkeit, daß man ihn füglich als Muster sie viel leichter gefährliche Krankheiten i nö Beschädigungen aufstellen kann in der rechten Art, wie diese vorwiegend als die.seiner Pflege anvertrauken, christlichen Armen, eine christliche Tugend der Nächstenliebe zu.üben sei. * > Erscheinung, die er vorzugsweise bucd) | it)re große Mäßig- Wiederholen wir eS, der Londoner Jude ist keines- : keit «klären will. ^E«n Zrugmß wir» von den Standwegs karg und genau in seinen- Ausgaben; vielmehr zeigr Londoner Hospitalbestätigst Mancher große er einen großen Hang zur Prunksucht. Dwi'e schwäche, Haal dieser Anstalt ist lediglich jüdi^ch^n Patienten einge» welche unter den besser gestellten Israeliten an» Londoner ‘ räumt, und es .ist bekannt, baß sie von den Folgen Der Westend selten, ist unter den kleinen HandelSseunn -und schmerzhaftesten Operationen in der Re ^el weit rascher ge» den Armen sehr vorherrschend. Zn bex Nähr von Whitenesen als die christlichen Kranken. Ein n weiteren Dortheil chapel, Houndsdirch und Pettycoat Laue hat man^ Geihrer EolhaUfamtkir erblicken wir in foUenber Erscheinung, legenkeil an ihrem Sadbath diesen Chargkterzxgfeiner Seit einigen Zähren haben die reicheren Juden Anstrengungen zudringlichsten.Erscheinung zu gewahren. . Es 'gi»k nichts ' gemacht, ihre ärmeren Brüder zur Ergsrifung von Hand» bunt schiwmerndereS -als ihre. Kleidung^und ,ihr Gold» > werken zu bestimmen, während dies« bisher ausschließlich schmuck ist über die MaPn gehäuft und prunkend: Gold« dem Handel sich widmeten. Dies ist sbnen zum großen ketten von fabelhafter'Dicke un£ Edelsteine, deren Größe . Ttzeil gelungen; allein der jüdische Ha^dwerkeWo gut wie gegen ihre Aechrhrir Verdacht erregt, sieht man da in der - der Straßenveckäufer, hat gegenüber -dem Christen mit größten Menge. Wenn wir aber diese Personen mit der , einem -«sondern Npchtheil zu kämpfen. Er beobacht»! kerauSforvemden Toilette nach ihren Behausungen b^lmen, . rzvei Rubejagr in dev Woche anstatt de» einen, wozu noch so stellt eS sich heraus, baß ein großer i^heil, von Ihne«'i-ein h'-trächtl-izsttt Tke!l des Freitags kormnt: sein Verdienst in den unreinlichsten Lokalen lebt; und wer sie an den - muß alfp n^lbwendig viel geringer au^fallen. Jndeß die Werkelhigeo.in ihrer - gewöhnlichen 'Klehdung sähe, .hätte.. äußerste^MaKigkeir^es jüdischen Arbttter» stellt diesen Mühe jn iHnen dieselben Individuen' wiedtrzueckemm», die ' AüSfall-e» gro-erwDkaße wieder her. | ayz lehren durch ihren Flitter seine Aufmstzksam- Ein ^andere hestki^e Eigenschaft »er jüdischen Armen keil. tujßu Diese Toilertenschilberung ffifder indeß, wir ist die-iNnkgt-'Ltrdr A^krcn Angehörigen, eine Eigmschaft . belfert« d<eS äusdrücklich, auf die-Zuden äus^der besseren : übrigens^ ^die Dym jüdischen Gramme im allgemeinen. Gesell^astssphäre dÄ^aus'keine Anwendung. Aeibief«^.^ den^tktchäl-sa^ir iwir'-den Armen anigehört, die aber bei despn'MS Sen ^Damen, findet man iK.be« aA^Vgsttridern htzey Letzteren viel rühmlicher hervorlritl^ da die Noth des -vieUelchr sogar einen 'netten uflb ,WrlichernDonwlS unter Ltb-'nS vtt zamil.ienjbaNr Io oft zu lockern droht. Die den Christen. f -J . . Lstde .der Kmder^Z^ ihren Eltern und dir Ehrerbietung, Wenn dec^Grund ’tvafjr ist, mifdtA» l^n bas schachte womit sie iAn-Arch» von-diesen sprechen, verdienen gleich» Auftreten, per^idifchen Dämepi erklären such^ söemuß falls eine Bs^rerklNtjz. Mit welchk b-wunderungSwürdigrr derselbe si>'«numerec^tchrun^nur/n^ erhöhen: es ist - Verehrung sahen Wir kf». Kinder tzlchen Eltern begegnen, ihnen nämlich dürch i^i^ Religion untersagt, zum Gottesin denerr^chie Außenwelt kaum einen ehrwürdigen Zug dienste zu' f a h r> e miss dadurch der Knecht in ihren entdeck^ konnte. Nichtist fester als ihr Vertrauen in Thoren zur Arbeit Hrngehalren ^würde; unS Ebenso - ver» > die Zuneigung ihr« Lieben. Der auswandernbe Sohn wenden sie auf ibreh Putz-stur geringe Avimerksamkeit, um nntLklaßt cs i'ellea-,»^» seine in Dürftigkeit zurückgelassrne ihre weibliche DieoersLasr so.viel als möglich zu verschonen. Familie elneN'^hrii'seiner* ersten Ersparnisse zu senilen. Als Volkstberl kann man Dir Zudxn als ganz befon» ^.Am schönsten aber zeigt sich diese Zuversicht bei den Eheitif mäßig und nüchtern^bezeichnen. Ur.' Afher, der gattrn. Es ist et»! gar. n^cht stllenss Vorkömmniß, daß officielle Arzt ^DeS Ralhes der 'jtivisthen Armenpfleger (Jewitli boarcl of jfuatduns) in Devonidire Square» ein mensten Glauben verdienen, sagt, daß iS» galten.Verlaufe seiner Praxis, die eine sehr ausgedehnte ist, ihm niemals ein Fall von Säuferwahnsinn (deliriura tremens), unter Zuden vorgekommen sei. Diese außerordentliche M^k^keit spricht noch mehr zu Gunsten deS ärmeren Zstden, als was man von seinem Familienleven rühmt* Vielleicht erklärt sich auch durä) diese ihre Enthaltsamkeit., evarum Fälle des.Wahnsinns nuter ihnen v>rgleichungSweise selten anflreien; diese furcht» ein janger^ ifiqelitiiwet^Ehemann sein« Fra» in England zurückläßt, um in bm vetrinigten Staaten von Nordame- Herr, dessen Erfahrung..und Wahrheicslstde de/ yollkomr-' rita einen Seffern Lrhitnstttverd zu suchen. Nicht der leise sie Zweifel scheint »i der Zurückg«dtieb«nen gegen die Liede des AbwesendrÄ. ausfzutauchen. und ebenso sicher ist sie, daß er seinen erste« Gewinn ihr übermachen werde, um die Uederfahrt zu Ttzahlen. Sobald sie dann seinen Befehl zur Abreise erhalten hat, so hält keine Schwierigkeit, keine Gefahr sie ad^ sich wieder mit küm Gatten zu vereinigen. Uns kaiy> neulich ein rührender Fall dieser Art vor. Ein polnischer Jude, der an Bildung und Lebensstellung seiner Umgebung anscheinend, überlegen war, ließ