Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 14 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
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— 55 Stammes. Erblich haben wir auch den Romanjuden: natürlich escomptirt er Wechsel, macht Geldgeschäfte zu unermeßlichen Wucherzinsen und seine Ehrlichkeit ist mit brr des Straßenraubers auf gleicher Hobe, des letzteren Gewaltthätigkrit abgerechnet. Für seine Opfer ist er alles Mitleids dar, und eines von diesen stirbt gewöhnlich noch vor dem letzten Kapitel Hunger. Dagegen ist er zu Hause und in der Familie ein tveit besserer Mensch, alS man ihm nach der gewissenlosen Art feiner Geschäftsführung den tiefsten Widerwillen einejeden Redlichen erregen müßte. *)! Mir all unserer tiefen und aufrichtigen Hochachtung vor Herrn Äifracji, hegen wir in Betreff der geistigen Befähigung dejüdischen Stammes eine von der fetnigen gänzlich abweichende Ansicht. Wir sind mir Angehörigen des jüdischen Volks in allen europäischen Ländern zusam» mengetroffen und sird einfach 'zu .der Uederzeugung gelangt, daß die englisch n Juten bi« begabtesten von allen zugetraut hätte; und er begegnet seinen Lieben mir einer! feien: allein sicher üiertr.ffen sie an Geisteskraft nicht die Achtung und Zuneigung, die unsre Erwartung weit! Ration, unter der sie wohnen."). übectrifft. Es ist der letztere TypuS allein, der eine freilich nur geringe Aehnlichkeit mir dem Juden im wirklichen Leben zeigt; und er ist weit seltener alS man wohl erwartet. Jedenfalls ist er heut zu Tage bei weitem nicht fo häufig als vor dreißig Jahren; seine nicht jüdischen Eollegen „von der Kunst" haben sich, da sie weit betriebsamer und um ein beträchtliches gewissenloser al« er sind, einen großen Theil seines Gewinnes angeeignel. Wenn man alles erwägt, fo sind die Kniffe und Künste beS Gelberleihenden Wucherers keineswegs so einträglich, alS man gewöhnlich annimmr. Erfahrung, wie das Sprichwort sagt, macht ja auch die Thoren klug, und schon mancher junge Verschwender ward durch Uedung ein feinerer Schurke als sein Lehrer und vergalt am Ende dem Geldverleiher Gleiches mir Gleichem, indem er bei dem Manne, der ihn plündern wollte, schlechte Bürgschaften einzustehlen die besondere Geschicksichkeit hatte. *' Dieie Darstellu lg ist entschieden übertrieben.-^Eine Wanderung durch denjenig n Theil der englischen Journal«, welcher die Berbandlnngen bei den Polizeigerichten enthält, kann uns Vielmehr den Beweis iefern, daß es nur in den selbst verbaltnißmaßig seltenern Fillen Juden sind, welche die Thätigkeit des Richters beanspruchen. WaS nun gar die größeren Elvilgrrichte (eourts ok rc?ord and venire) betrifft, so wird jeder, der die englischen Per^ältniffe kennt, gern einräunien, daß es sicher nicht das jüdische Clement ist, das an denselben zudringlich und der Wahrhaftigkeit Hohn sprechend austritt. Wahrend unserks hiesigen Aujenthaltes i rinneru wir uns keine» einzigen Beispiel, daß eiu Jude wegen VteineidS vcrurtheilt ward. **•) Diesen Anspri * wirb ein gebildeter and mir Wellkenntniß begabter Jude au h nicht leichr erheben, Nicht an.Geisieekraft eine hochstehende Nation, wie die englische, denkiche rc. zu stbenreffen, kann unö in den Sinn kommen, wol aber auf da» Zugestaudniß zi drin, en, daß wir an der geistigen und civilisatoriskbe'u' Arbiit der elden redlich Theil genommen haben Nnd noch nehmen, lieber^ aupt je mebr die Gleichstellung eine Wahrheit wird, desto mebr wird und muß sich da» Pochen auf Son- Schwcrlich wirb man in einer zweiten Gemeinde eine derverdierme, das Au> zeigen einzelner Großtbaleu verlier-n: denn . „r,* ' K.n; das Deren tei Sleu »stellung ist eben bescheidenster Mikgenuv o grosse Dersch.edenhelt deS Charakters als unter den , ^{r Güten des L'edeni. stilles Umerordncn unter die Aufgabe Kt Londoner Juden finden. Die Redlichen, und sie bilden d.i weitem die Mehrzahl, stellen ein so btwunvernSwertheS Bild von Rechtschaffenheit und Ehre dar, als man in der Welt nur immer finden kann; die unredlichen unter ihnen sind in demselben Grade verächtlich. ES dürfte schwer Hallen einem menschlichem Wesen zu begegnen, auf dessen Wahrhaftigkeit mehr Verlaß wäre alS auf die eines ehr» > ttux des Jewish Chi mide die bezügl. Stelle begleitet. „Lbiw baren Juden; es dürfte nicht minder schwer sein, einem;.die,.SeisteSfäh,tzk-ir ja tzrage^,» stell«., iu Hilbert den gründlichern Lügner zu begegnen, alS der unehrbare Jude ist. Wollen wir den ecsteren finden, so dürfen wir unS nur unter den jüdischen Bankiers,. Finanzmännern und achtbaren Kaufleuten umsehen. Will' der Leser die Bekanntschaft deS letzteren machen, so laden wir ihn ein, eine von jepen Versteigerungen der niedrigsten. Gattung zu besuchen, be- Geiammtheit. 4- Wil man aber durchaus die Auwari'chaft der Judchi auf Geisteshö! e prüfen, so ahne man e» wenigstens niir auSgiebigern kritischen Ninelnund nicht mit allgemeinen Sätzen.— Echt englisch, d. h. ii sularisch beschränkt klingt die Bebauptui^, daß „die englische t Juden die begabtesten von allen seien." Ohne uns auf eine n eitläufige Widerlegung einzulassen, wollen wir einfach die Berne knng anführen, womit der geschätzte Redac» englischen Jüdin zus hrerbc, fühlen wir uns, doch angetrieben. im Jnlereffe Üer W chrheit ihre angebliche vergleichungSweife Ueberlegenheit ju befreiten. Die- Juden Englands übertreffen allerdings die des i rienlS unendlich an Bildung und Fähigkeilet;. Doch diese S ergleichung wäre' unbillig. Um den Lesern von dem 'Stande i,rcr Bildung einen gehörigen Begriff zu -geben, nmß.man sie nicht einer Bevötkerimg. gegenüberftellen, wacker dze Borkheil« der Erziehung hi»- jetzt fast gar nicht zu sonders eine von jenen, die :von PfandhauSdesitzem ver». Lyeil geworden JRnb, fcntcrii einer jolchey. di« seit geraumer anstaltel werden.! Leit M reichste Gele;enheit zu geistigem Forffchritte beseffen und ' . t ausgebeutzk hat. ne Bedenken, sprechen wir es aus, daß die Aber einen weiteren, und noch viel' beAagenSivertyerrn »Palme überlegener 4 ildung und seltener Sxipe-HSHe den Juden Beweis ihres Mangels an Wahrhtit6lie^?l1tfecn>.unsere-) MitBleuropaS, besonders den Deubche, gebührt. Segen diese Pollz-ig'-i».-, b°s°n°--« LLL Nnttn" emen Fall von betrügerischer. SeschäfiSxraoabzuurthSilen Sinev^hLtv.ibmäßigweitgrößtw AnzahljüdischerLinderman har. Beide Theile scheinen glSdaan der^lnstcht, daß ihre befrage.-di« St«istik — besuchen dse Schulen ols christliche, und Rechtschaffenheit bei dem Handel um'so klarer, hervortritt, dieselbessrAeinuna, , nr noch in viel auMleuderem Maße, wieie größer die Zahl der Zeugen ist, die sie mitdringen können, derholt sich an best höheren Le-ranstalte»>Stzmnasieü und Um- W.m* ÄÄ »sSÄ dreioder vierZeugekl auftreren, d,erMaller FK«rlichke,t AuSstch^seW gelehrter Kennmi^e rühme»: dennoch nehmen wir sagen beschwörin, welche den von den Zeugen der Gegen- Kinen Instand zu beb mpteu, daß eine beljebia« deutsche Israeliten- Partei beschworenen Dinge schnurstralkS widersprechen, so -eckeznde' 'zweiten 9 ang, sie an Ouadüt« *««'J« öaalHät h.fi h«F tViA,.. 3. o.-i, -»,v a-iifai* „nh h*r ubßrtnfft.' ES ist bt r Nicht der Ort, die Ursachen.dieier Beffchiri daß .er Richter »n. «men Zustand 'deS^ Zweifels unh der penheirz« erforschen genug daß Ml deri englischen Juden Kennk- Verlegenheit gerälh, dergeradezu ergötzlich, wäre, wenn-, mffe'weniger geschätz , da» Talent weniger geehrt^wird alS bemchl andrerseits Blasphemie^ in diesem gastjen/Vorgänge 1 den Deutschen.- Unk stellen wir ein, Lufixrung unserer anSge- ^7^