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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 14 (1866) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
14 (1866)
Date
1866-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksblatt. Zur , •JSßlPtjriinn u'Hö HnterfjaftuiH)auf ' jgelnrle. ( HerauSgegNe« »cn , Rabbiner Dr. Kvdväig Philippson in Storni; L . rii). |i 1 0/>i> i »cn Meter Sntitkrifi erlfcctnt «tccbntiH* eine Hummer. L'reie de» I-bft rt ,> k rt . . , | VlO, 14. löOOJ »an»« 1 iw*. SHtmeliaMiß 7^-Wfli. Hfl« BuNbanrlsaße,. i«cftumtkt 1 I Kstnfü. Z. (L'UJHiHL - J unf Zrilung»exrrruiouco nehmen Lefteltungen an. I *- T * Wer ist der Rechte? (Schluß.) Schon setzte er. sich an seinen Arbeitstisch nieder, legte einen Bogen Papier zurecht, und ergriff die Feber, da trat abermals der Rabbi'näher, und sprach: „Erlauben Sie, Herr Bürgermeister, daß auch ich einige Worte zu diesen lhkrichten Männern spreche, bevor Sie das Protokoll nie, verschreiben." Jener nickte freundlich mit dem Kopfe, legte die Feder nieder unv lebnte sich in seinen Sessel zurück. Oer greise Volkslebrer hob an: „Rabbaußai, Ihr wißt, der AUerheiligstc, gelobt sei er! harre dem Abraham unsrem Aelrervater einen Sohn gegeben, und da versuchte Er ihn, trotzdem er doch ela so überaus frommer und goiresfürchtiger Mann mar. Eo versucht der liebe Gott jeden Menschen in seinem Leben, den im Glück, den anderen im Unglück, diesem giedt er, jenem nimmt er, um ihn zu versuchen, mie er sich dabei benehme, wie er es trage, wie.er sich zeige. Erweist er sich gut, gerecht und fromm, so wirb sein Segen groß, wie es dem Abraham geschehen; zeigt er sich aber schwach, schlecht und gottlos, fo ist die Stunde des Glückefür tbn auf immer vorüber und er kommt elendiglich in seinen Rothen um. Euch, meine Lieben hat der Allweise jetzt auch «ine solche Versuchung -«schickt mit der Erbschaft, ehe Ihr sie habt. Werdet, Ihr gerecht und liebevoll handeln, vertraglich und friedlich, so werdet Ihr sie bekommen und reich und angesehen sein Euer Lebelang; zeigt Ihr aber j.tz: schon, wie habsüchtig, neidisch und böswillig Ihr seid, dann erhaltet Ihr sie gar nicht und außer Eurer bisherigen Armukh werdet Jkr den Spott der Leute und die Verachtung für alle Tage Eure- Lebenzu tragen haben. 'Anrecht, ja der Koldau eigentlich eia doppeltes,, denn von zwei Brüdern kann es zweimal so leickt einer gewesen sein, wie Euer Einer, MoseS Schneider. Ihr, Koldau, wolltet die Mühen der Reise und. der Nachforschung übernehmen, dagegen hat der Schneider unrerbeß die Angst und die Erwartung, was auch nichts Kleineist. Der Koldau kann am Ende nur eine kleine Summe al- Lohn davon tragen, und der. Schneider wiederum gar nichts. Eure Partie steht also ziemlich gleich. Seht Euch also als Brüder an, worauf Euch Eure gleichen Namen schon Hinweisen, als Theilnehmer an einem Glück oder Unglück, als Compagnons an einem Geschäft. Beide legt Ihr Euer gleiches Recht als Kapital in das Geschäft ein und den Gewinn theilt Ihr Beide. Ihr macht also jetzt aus, unv der Herr Bürgermeister schreibt es wibder und ttgr dagroße i Siegel barururr, baß der Koldau hinüberfährl und die S<che auSmt^r, und mag sie barm ausfallen wie sie will, nag der John Jackson der Ahron, der Geison ober der E awnel gewesen sein, Ihr theilt die Erbschaft zu gleichen Tjkilenmit einander. Dann braucht keiner von Euch Furcht und Angst zu haben,- keiner Undank oder üdft Nachreden zn fürchten. Bedenk«, es erhält Jeder von Euch die uac rheure Summe von 25,000 .Thal,m, von >enen vor einer Stunde Keiner von Euch sich etwas träum in ließ. Ja, Ihr stehet jetzt mitten in der Versuchung, ich sage Euch, beste )el darin, und macht Euch vor Gott und D enschen Eures < 8lutM würdig, und da füge ich nur noch «s Eine hinzu, daß, wenn Ihr auf meinen Vorschlag nichl emgehet, Jh: auch die ziemlich bedeutende Summe niibt vorgeschossen erhalten sollet, die zur Fahrt nvlhwendig [ffr. Aber ich oe(f, Ihr seid brave Männer, und rhut, n!as Euch Euer alter Rabbi räth.7 Diese Worte waren mir so herzliche!» Tone und so rini dringlicher Sprache gesprochen, daß die Hörer davon ergriffen^ wurden und sich anbtlckten. Der ä olbau streckte zuerst^ seine .Hand aus, der Schneider schlug kräftig ein, und der' Rabbi rief: „Gut, msine Kinder, Jh' habt Euch KiS Kas gegeben, das ist so grw wie «in Schnur bei Gott!" „Und ich, fügte d^r Bürgermeistei hinzu, werde Euch bei ^Hoher Kurfürst!. Regierung so gut anschreiben, daß sie es an der nachdrücklichsten Empfehlun : nicht mangeln lassen wirb." — Die Sache war also von dieser Zweite geordnet. Nach einigen Wochen begab sich Moses Kylbau auf die Reife, begleitet von den Stgenswünschen aller Bewohner de- Fleckens. Eiqige Msnate spater lief die Nachricht von ihm ein, daß er glücklich über das Meer gekommen, die MM» VIH« A U V»Vf ■■ **> .V»/ U«l f VUp * * VH9 «V»IM V|( Höret also und wählet. Jetzt habet Ihr Beide noch dasselbe Fahrt sei günstig g«w sen, er hätte Freunde gefunden und es ließe sich an, als >d der Segen Gottes mit ihm fei. Ond so war eS auch. Wdilehaven war damals eine noch nicht gar große Stadt. Kein Jude wohnte daselbst und in weiten Umtrrfcn keiner. John Jackson harre es daher für unumgänglich gefunden, sich mcht für einen solchen auszugeben,?r hatte ein musterhaftes Leben g«<, führt, freilich ohne olle Familie. Bei seinem Tode vermachte er die eine Hälfte seines Vermögenden Schulen und Armen der Stadt, die andere Hälfte seinem Bruder MoseS Israel in Ä., ohne zu ahnen, wie schwankend dadurch, daß er seines eigentlichen Namen nicht benannt, die Erbschaft werden! konnte. Bei den Nordamerikanern sind Namen wie Mo es unv Israel auch unter den Christen alltäglich. Er wurde unter Theilnahmr der ganzen 8190

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