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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 13 (1866) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
13 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 Trio ist sicher angelegt, und kann j.den Tag «rdobea werden. Wäre nun an hiesigem Orte nur ein Moses Israel ' orhanden,. so hatte die Sache durchaus keine Schwirrigkei ea.. So aber muß erst erwiesen werden, wessen Bruder k!ef,k John Jackson gewesen, ob er eigentlich Ahron oder' Kerson oder wir doch, Kolbau?" Faweiel, Herr Bürgermeister." illso Gawriel hieß. Ehe dies nicht ausgemacht ist, kann keiner von Euch etwas erhalten, da nun erst der rechte Erd« nachgewiesen werden muß. Wie aber dies heran dringen? Da Ihr voil diesem John Jackson niemals etwas gehört, niemals einen Brief erhalten, so tonnen wir l irr ju Lande nichts herauSdringen, und ich kann nichts.weiter thun. als ein genaues Protokoll über die Sachlrg« aufnehmen. Anders wirb eS sich wohl ay Ort utzv Ltrlle verhalten, ich meine in Amerika selbst; der Leest, rdene muß doch Papiere und Suchen hinterlaffrn hatten und da findet sich wahrscheinlich etwas darunter, was . >ie Sache zur Entscheidung bringen könnte. Wie wäre s daher, wenn Einer von Euch hiaüderführe? Die große Summe Geldes wäre es wohl o^rih." A e Anwesenden fühlten die Richtigkeit dieser Auseinaab rsetzung, und die beide« Moses standen lange stumm da. ländlich sing der Schneider an: „Ich drn ein alter schwaü er Mann und mein Leben lang kaum über bas Weich alb unsres Fleckens hinauSgekommen. Ueder bas Meer fahren, Gott behüte mich, das thue ich rzm keine Schätz brr Welt! Da stürbe ich vor Angst und Furcht. Und u as hülfe es? Ich. wüßte mich doch nicht zu recht zu sin »en,-und würde niemals was HerauSdringen. Da sage il i lieber mit dem König David-. Bleib« lm Lande und n'hre dich redlich." D r Bürgermeister lächelte.und Moses Kolbau lächelte auch, mb hob an: „Da bin ich nun andergemeint; ich moz gern und gleich hinüberfahrrn. Hat das Wasser keine Kalken, so legen wir welche drauf, nämlich ein Schiff. Und bin ich einmal drüb.-n, so müßt' ich dem Namer, den man mir beilegt, wenig Ehre machen, wenn ich der Sache nicht auf die Spur kommen sollte. Aber wo soll ich bi« Losten der Ueberfahrt herdekommen, und wovon sollten Weid und Kinder unterdeß leben? Und weiter, w an es nun heraus wäre, und es wäre doch des Schnei ers Bruder gewesen, was halte ich dann davon?" Da trö: nach einigem Schweigen der ehrwürdige Rabbiner vor un> sagte: „Was die Reisekosten und den Unterhalt eurer 8 imilie bete>ffl, so glaube ich unter diesen Umständen »er prechea zu können, daß sich großmüthige Menschen finden i »erben, welche das hierzu benöthigre Geld vorschießen, das dar a der, welcher bi« Erbschaft erhält, zurückbezahlt." „D»s ist schön, und hilft uns schon weiter, fügte der Bürger, »eist,r hinzu. Und was den andern Punkt belangt, wenn l tt Schneider der Erbe ist, so wird er sich wohl versteht , im voraus einen Theil frstzustrllen, den der Kolbau als Belohnung erhält, ich mein, z. B. den zehn, ten Th il etwa." „A e viel ist das, Herr Bürgermeister?" fragte der Schneid t, „mit so großen Zahlen weiß ich keinen Bescheid." „Nun, sistÜO Tbaler. Wir setzen diese« Alles fest und ich nehme einen Contrakt darüber auf." Der Schneider schüttelte gnvalligi'den Kopf. „Ü0VV Thaler, brummte er, das ist viel Geld für bas bloße Hinüberfahren und Zusehen. Uni», Here Bürgermeister, setzte er etwazögernd bann aber entschlossen hinzu, wer steht mir dafür, daß es mit rechten Dingen zugeht? Wer drüben ist, dem wird das Finden leicht, und es ist just das, was er wünscht. Und wer so-viel Gelb in Händen har, der braucht gar nicht wieber zu kommen. Nein, dazu gebe ich meine Zustimmung nicht." Der Kolbau war bei diesen Wort.« seines Namensvetters zuerst bleich, dann kirfchroth geworden; unwillkührlich Hob er die Faust, dis ihm der Bürgermeister eine beschwichtigende Gederde machte. „Da haben Sie es, meine Herren, stieß er mir fast erstickter Stimme ju«, bringe ich das Geld diesem Manne, so ist Undank mein Lohn, und gehört es in redlichster Weise mir, vermuthet.alle Welt einen Betrug und ich entgehe all' mein Leben der üblen Nachrede nicht. Nein, da muß auch ich sagen: So gehr es nimmermehr." Der Bürgermeister wurde ärgerlich und sagte: „Meinetwegen; mich geht die Sache nichts an, ich nehme ein I Protokoll auf, der Herr Rabbiner bezeugt, daß Ihr beide ^dieselben Namen habet, und das Weitere macht unter, einander aus. Der liebe Gott läßt drn Bauer einen Klumpen Goldes finden, und der wirft es als altes Kupfer weg." (Schluß folgt.) Fragen und Antworten. 14. E. in A.: Ist es nach unseren Religionsvorfchrif» ten gestattet, Gröber zu öffnen und die Leichname in ein anderes Grab auf einem andern Friedhofe zu übertragen?! Jor. Deah 363 verbietet das Orffnen der Gräber; und Heraus«,hmrn der Leichen, sie anderswohin zu d«, statten, mir Ausnahme, wenn die Beerdigung mit dieser t Voraussetzung ausdrücklich statt gefunden, wenn die Leiche nach dem heiligen Lande oder in ein Familieudegrädniß gebracht werben solle, oder das Grab zerstört und die Leich« geraubt zu werden bedroht ist. — Und bas ist auch i gut: man lasse die Tobten ruhen, außer in den dringlich- ' sten Umständen. ' i —------- ’ Allgemeine Zeitung de« Iudenthums. No. 12. 1866. > Inhalt: -Leitende Artikel: Literarischer Dochende- I richt. — Aeitllngsll ach>ichk«rr:Deutschland: Altstrelitz. Preu. ßen: Breslau, Berlin- Oesterreichischer Kaiserstaat: Dien, Lemberg, Er »Beckkerek, Pest, Pest, Wien, Prag, Prag,! Agram. Frankreich: Paris. Nachtrag: Tonstantivopel, ■ Berlin, Berlin. ' J14T Zn begehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung.! Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich */« Thaler. Verantwortlicher Redakteur Dr. H. kotze. Vtttag »m Va»»-Srt»er'« v»-h«»dl»og is trisji# — Druck »»» 9. Srehsiag ia rechji,

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