Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 12 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
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48 iwUb« seinen Wie? i 5djort Lippen, rin Murmeln voll- Hasses, indem er'den Tgamen Messer!eone nennt? . . . Jetzt vernimmt kuch er.den- Angstruf wer Kinder, da« Plätschern de« Wasser«, bann ^,uch da« Geschrei de« Daker«, da« Kiifd schwimmi.auf dem Wasser, jetzt sinkt e«. Plötzlich eilt der Knab von dannen, sich^ mit Stelle b unter, -er ihm und um da« da« Ufer geliebten Baker ein Fluch auf in« Verderben gestürzt den zarten jugendlichen da« Ufer entlang, er springt in den Fluß, a beitet einer Kraft, tzje über sein Alt'ir geht,' na h der n. wo ebm da«. Kmtz verschwunden^ er sucht gewadn. e«, ergreift r«, kommt iw die Höh: mit nun thettt er reKtlrecht schwimmend da« B asier, nahe Ufer zu erreichen. ' Zweimal wird er von dry wirbelnden Wellen zurückgeworfen, er will ermuren, aber die Todesangst stahlt ihn zu nochmaliger Anstrengung, er mridit eine stillere Stelle .de«. Flusse« und steizr an Da« Kind lebt, e« hat, seine Aermcben u n den Nacken j n'ne« Retter« geschlungen und blickt ihn j,z t mit großen ^kugen an. Da wird ,« ohnmächtig und fein Köpfchen sinkt aus die Schulter de« Knaben. . . Noch» siebt Messer Leone am Ufer, -da« Entsetzest hält seine.Füße gefesselt, nur seine Arme find ausgestreck 'und sein Mstnd wiederholt unaufhörlich den Hülferuf.; Zn tyr Nachbarschaft weihen Leute aufmerksam. sie fragen: was ist geschehen? und kaum vermag er die Wor»e herauszustFßen: /»Mein Kind ist in den Fluß gefallen, mein Kind ist ectrunkeni!" dq.rheilt sich da« Gebüsch, und hervortritt-der Knabe mit dem geretteten Kinde auf dem Arme. jLeone stürzt mit einem Schrei der Freude auf die beiden hin, löst die' Arme de« Kinde« und hebt e« an seine Brust. Bei dem Zuruf -de« Vater« schlägt e» die Augen auf, um sie sogle ch wieder zu schließen. „Wer bist Du, Retter meine« lindes?- Venne mir Deinen Namen, ich wist dich fürstlich »elobnerf!" ... Der Knabe lritl einige Schritte -zurück, b'ftec kalt und düster seine Augen auf den Ä.mn, und sprior mit Lemessenem Tone: „Mein Vater iss Sir gnor Peer; und Ihr seid Messer keone^ Euren Lohn verlange ich nicht' "Erwandlr sich und verschwand in den Gebüschen.— Am 2fb«rtö desselben Tages saß Signor Per«; in ijeinem Zimmer, -dast. sorgenschwere Haupt in die Hand gelehnt. Vor ihn aufdem Tische-lagen zahlreiche Papiere uijd 'ein große« H indelsbuch aufgeschlagen. Aber.seine Auge riheten nicht aus demselben, sondern starrten in.da« mäßig cLleuchr lere Gen ach. Am folgenden Tage sollte die zweit« Ratenzahlung rattfinden und er halte kaum die Hälfte drc de» nölhigten Summe zusäMmengebracht. Er' wußte, daß der Herzog die Zeit nicht erwarten konnte,wo er bck« Geldin seinen H wben batte, daß er über die Sistirung in großen Zorn ger> then und di, ganze Angelegenheit als nichtsdetrachten vürde. Ec selbst konnte voraussehen/ daß e^ feine ganze S tellung verlieren, und sich niemal« wieder chürde aufcichlei können. Da klopfte e« an die Thüre de« Gemach«, i nt» hereintrat die lange, steife Gestalt be«° Messer Leone. Erstaunt fuhr Per,; auf und warf «inen frac enden Blick au' feinen Gegner; dieser schritt auf ihn lo« uni sagte ohne w« rere Einlei'lnng: „Ich komme, um. Euren Dohn aufzusuch rn." VerautwcrUich »etidfl e?n SaumgattBet*« Saitbu: „Meinen Sohn? meinen Knaben? wa« wollt Zdr von ihm? was habt Zhr mir ihm?" „KönntJbr so fragen,Signor Perez? Wisset Zhr nickt.. „Um Goit> wa« ist mit ihm? Ich habe ihn feit Mittag sticht gesehen. Geschäfte behinderten mich. . '„£> so wisset Zhr nicht, daß Euer'Sohn, der enget- . gleiche Knabe, mir mehr als da« Leben gerettet, mehr al< alle Schätze der Welt geschenkt, er har mein Kind au« den - Wellen de« Srrcbio gerettet, mit eigener augenscheinlicher Leveflsqefahr. Wie soll ich e« ihm vergelten? . . . „Ader wo ist er. wir ist es ihm ergangen? . . ." Perez wurde mitten in diesen Worten unterbrochen, . denn der Knabe trat eben «in, am seinem Barer guten : Abend zu sagen. Al« er Leone verlassen, war ec nach Hause geeilt, um seine nassen Kleider abzulegen. Ein Frostsckauer harre ihn ergriffen, man brachte ihn zu Bett und reichte ihm wärmende Getränk«. Nach einigen Srun» den erquickenden Schlafe«, war er eben gesund und gestärkt j wieder erwachr, hatte sich angekleidet unb war zu seinem j Baker geeilt. Dieser empfing ihn mit Freubenthränen in ■ den Augen, und obschon zögernd, mußte er doch den gan- ' een Vorgang erzählen, und wurde nun von Perez in die ' Arme geschloffen und an das Vaterherz gedrückt. Der verr ■ ständige Knabe war erstaunt, den Mess'c Leone bei seinem ' Äar«^ zu sehen. Ader schon diese« Zusammensein nahm | ihm die Bitterkeit, mit der er heute den Feind seine« Vaj ter« betrachtet hatte. „Mein Sohn, sprach Leone, Du mußt ' noch mehr für mein Kind rhun. Nach langen ärztlichen! Bemühungen ist e« wieder zu sich gekommen, und der Arzt versichert, daß der unglückliche Vorfall ohne alle schädlichen , Folgen bleiben werde. Zetzl verlangt e« nach Dir. E-will : Jenen 'sehen, deck« aus der Todesangst befreit, dessen Nacken e« mir seinem Aermcben umschlungen hatte. Zch muß dich zu i.dm dringen, Signoe Perez, Ihr werbet e« erlauben, l und ich werbe alsbald zurückkthren, um einige wichtige i Dinge mit Euch zu besprechen. . 1 Die.Dmgr ordneten sich nun bald. Die beiden Rivale verständigten sich schnell. Leone streckte di« erforderliche Summe vvr. und stellte den Credit Perez' wieder her. Das Editrerschien. und seine Ausführung ging allmählig und ohne Anstoß vor sich. Nachdem Per«; die letzte Rate gezahlt, schied er für immer au« dem Dienste des Herzog«. Diesertrieb die Verschwendung und da« Spiel weiter, und bald wanderten /die ersten Kleinodien in die Hände Messer Leone «, denen andere folgten. Der Herzog bedachte, daß er keine direkten Erben, und also nur da« Leben sorgenlos zu genießen habe. . . Zehn Jahre später standen Cäsar Perez und ' Arabella Leone unter dem Trauhimmel, mitsammen.! Allgemeine Zeitung de« Judenlhums. No. 11. 18>I6 Inhalt: Leitende Artikel: Vom Institute zur Fächerung i der israelitischen Literatur. — Ein Brief über die Politik in der > Segrnwart. — Literarischer Wochenbericht. — j Zeitungsnachrichten: Deutschland: Alzey. Preuj ßen: Bonn. Birnbaum. Oesterreichischer Kaiserstaat: > StaniSlou, Krakau, Lemberg, Nru-Berbaß, BudiveiS, Lemberg, Lern | berg. Schweiz: Bern. Italien.- Au« Oberiialien. Notizen.. > JCS* Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung.' i Jährlich 3 Tbaler, vierteljährlich 5,4 Tbater. r Reractevr Dr. H. Lotz«. lur.g ta «eirrig — Druck ueit K. Sreysinig in