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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 9 (1866) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
9 (1866)
Date
1866-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mischcs VolksUM Zur j Belehrung unk) Auterhattuug aus jüdischem « HerauSgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Bonn. Gebiete. s'tt» A «Jon bietet Sritf<brih ertAeÄi md&enUiA ein« {Kummer. «tei» be* 3obt. r t t\ cm t a < » y(0* t/. 1 obl)» gangs 1 Ibtt. Sfierteljabrifl 7 '4 Ngr. Alle »uA&onBlungen, Poß-n ikr fl J. 3 ihtfl. 1. 0U3fl3L t- J unb Zeikung»expeb»tlo«eu nehmen Seftellungen an. | u * 05 •’ > * , Die beiden Rivale. BuS dem vorigen Jahrhundert. t. In der prächtigen Hülle seines MarmorpallüsteS ging der Herzog von Lucca mit schnellen Schritten einher, und Gesicht-züge wie Geberden bezeugten, daß, so ätherrein und tiefblau der Himmel sich auch draußen wölbte, es bei ihm Sturm und Unwetter gab. Er war prächtig nach der damaligen Mode in glänzendem Sammetrock mir Goldstickereien, langer Schoßweste aus demselben Stoffe und seidenen Kniehosen gekleidet, ein Hofdegen, dessen goldener Griff mir leuchtenden Edelsteinen besetzt war, an feiner Seite, und kostbare Solirare schmückten ihm Brust und Finger. Ein Mann noch in den besten Jahren, hatte ihn das Alter doch schon mit nachdrücklicher Hand berührt, und sein markirteS Gestcht verrierh die Leidenschaften, denen er sich von frühzeitiger Jugend an ergeben. Neben ihm, wenn auch einen Schritt zurück, wandelte ein Hofkavalier und hatte« bisweilen Mühe, nicht hinter seinem Herrn zukückzubleiben. Nach längerem Schweigen wandte der Herzog feinen Kopf nach seinem Begleiter zurück und sprach wie unwillig: „Ihr seid heule sehr stumm, Marchese, redet doch Etwas." Der Marchese verbeugte sich, und erwiederte mit unterwürfigem Ton: „Ew. Durchlaucht haben zu befehlen. Ader mein gnädiger Herr zürnt heute über Etwas, und da geziemt <£ mir, an der Unruhe Ihres Gemüthes Theil zu nehmen." „3a, ja, antwortete der Herzog, ich bin sehr ergrimmt. Und warum? Ich mache Euch kein Geheimniß daraus. Ich habe gestern Abend wieder verteufelte- Unglück gehabt. Der elende Conte hat mir im Spiel die Schatulle rein ausgeplünbert. Es gehe nicht' mit rechten Dingen zu, der Mann muß ein Falschspieler sein, und ich kann nicht dahinter kommen." „Aber warum ziehen Sie ihn dann zu Ihrem Spiel, Durchlaucht? Lassen Sie ihn laufen, schicken Sie ihn von Ihrem Hofe weg, mag er in Neapel sein trügerischeF Spiel treiben, von wo er hergekommen, ohne daß Sie ihn gerufen." „Ihr habt Recht, Marchese, und ich werde eS am Ende doch lhun müssen. Ader dieist es gerade, was mich reizt. Ich will und muß dahinlerkommen, um ihn mit Schande und Schmach fortjagen za können. Ader freilich wird es sich vorerst von selbst verbieten. Marchese, wir sitzen auf dem Trocknen, völlig auf dem Trocknen. Wir haben kein Geld." „Kümmern sich einige ,m Spiel verlo aus — sie ersetzen sich dbch Durchlaut) in« Summen. Idald wieder." r nicht so viel um Was machen^ diese „Ihr seid im Jrrtl stm, fuhr der Stkrn runzelte sich imiier finsterer, die Beamten können ziehen, wo sie nehmen hätten, und n^S das Schlich verlangen den rückstäi ^igen Sold; nicht auf dir Zukunft Iverweiser, sag Einkünfte bereitauf ^ei Jahre hin. Der Herzog war ^ei diesen Wl und hatte sich dem Kavier zugewender, Blitze des Ingrimms und sein Fuß Der Marches« achtle einige Aug, seines Gebieters; als . brr die Stille begann, sprach er: „ifder um Gott haben Sie denn einen Hofjuden? D« Rath schaffen, das »1 feine Pflicht dazu athmer dies« Cre!ttur, dazu Strahlen Ihrer Gnab ^" „So gescheit bin sch auch, Ma Herzog. Euer Rath ljommr zu spck hat schon Jahrelang hsrgegeden, und keinen Pfennig mehr! i herdeischaffen nichts mehr und sein Kredit ist erschöpf nichts mehr vergeben. Au verpfänden Domänen sind bereits zü meines hollst genügend mit Schuldig belastet vöordf Gemahlin folgten diejersi Beispiel." „Ei, Herr Herzog sprach der ».--.ft«.. .:.r. <mr.lr^(n schlecht. Herzog fort, unb sesn« Alle Kassen sind teer, rhre Gehälter herzu» mste, meine Garben md damit Ihr mich ich Euch, baß die uverpfändet ftnb*". ren stehen geblieben seine Augen sprüheren stampfte den Boden, ndlicke die Aufregung nheimlich zu werden Herr Herzog, wozu r Maiire Perez muß das ist fein Beruf, sbnnr er sich -in den chese, antwortete her Der Herr Perez rklärt und detheuert, zu können. Er hat t, seine Leute wollen nichts mehr da; die eligen Vater-Zeiten u; die Güter meiner da kennt Ihr diese Min me, die sich in guten n a sie nichts mehr lauf kommt noch genug heraus. Legt dem und die spanischen Sri mit den seinen gerhau, Vertreibung über ihn werdet sehen, wie-sie ihr Geld zum Porsche lich uns, denen sie es entzogen Hader Der Herzog richtete -sich hoch „Euer Rath ist fchlec»r>-Marchese. geändert; meine Date mögen eS geth Zeiten vollge , so muß ulnd zwar von rrn Perez b fein an, wi verhängt daS unp seine ganze ihre verborgenen n kommt. Gel Rarchese und lachte, Das sind SchwLm» ogen. haben. Lassen n sie pressen, bann der besten Flüssigkeit e Daumenschrauben «S Eure Vorfahren Damoklesschwert der Sippschaft, unb Ihr Truhen öffnen, und ött dies doch eigear« Di* dergleichen nicht mehr. Soll ill Schwarm der Französischen Schre laden? Soll ich mch den giftigen auf unb erwiederte: Zeiten haben sich in haben, wir dürfen mir den ganzen er auf den Hals Pfeilen eine- Bol-

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