Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 8 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
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32 — Eine sonderbare aber begreifliche Folge dieser Bekehrung ist, daß e« oft vorgekommen, baß diese Mehadjerin von Tuggurt von irgend einem jüdischen Verwandten, Ser in Mzad. Tmassin oder Terdja Bu-Saada wohnre, geerbt haben;' aber die Juden durften niemals von einem verstorbenen Mehadjerin erden. Die mohammedanische Gesetzgebung stellt sich dem entgegen. -LaS sind die einzigen Nachrichten die ich dis heule mir verschaffen konnte. Fragen »nd Antworten. 7. H. in P. Wovon ist der Name Ihrer Predigtsammlnng „Siloah" genommen? etwa von rrr®, der bekannten Stadt im Stamme Evdraim? Fehlgeschossenj sondern von n':ä», der gerühmten Quelle in einem Thale bei Jerusalem mir ihrem reichlichen und sanft fließenden Wasser (Jefaias tz, 6.). — 6. N. in fJl. Hat ein preußischer Jude, wenn er zu einem Ehrenamt gewählt ist, bei dessen Uedernahme ein Cid zu leisten, die Verpflichtung, den Eid inore judaico z« schwören? Wahrend meines Amtes machte ich die Erfahrung, daß die Administealivdehörden über diesen Gegenstand nicht einerlei Meinung sind, bisweilen den gewöhnlichen bürgerlichen Eid, bisweilen den preußischen Eid more judaico .verlangen. In letzterem Falle siede es dem Betreffenden zu. bei den höheren Instanzen Remedur nachzufuchen. Fällt die Entscheidung gegen seinen Wunsch auS, fo liegt es feiner eigenen Erwägung ob, entweder das Amt zu übernehmen und den Eid more judaico zu schwören, oder bei feiner Weigerung stehen zu bleiben. Bekanntlich haben die preußische SraatSregiecuNg und das Abgeordnetenhaus für die Beseitigung deS EideS roere judaico, wie ihn das preuß. _a. Landrecht vorschceidk, gestimmt, baS Herrenbaus dagegen den üerr. Gesetzentwurf verworfen. 9. H. in S.' Wir haben mit einigen Nachbargemeinbrn einen gemeinsamen Begradnißplatz, der aber über' eine Stunde von unS gelegen-ist, und wohin ein sihr schlechter Weg führt. Hat es ein Bedenken, daß wir uns einen eigenen Gottesacker in der Nahe unserer Stadt erwerben und anlrgen? Es kann dies nicht da« geringste Bedenken haben, da jai ber bisherig« Begradnißplatz nichr.einmal verlassen, , sondern von den andern Gemeinden noch weiter benutzt wird, und diejenigen, welche wünschen sollten, neben ihren Angehörigen, di, auf dem bisherigen ruhen, begraben zu werden, es noch ferner haben können. Wir halten es im ' Allgemeinen für eine Pflicht, den Gottesacker in möglichi . ster Nähe zu haben, um ihn den Mitgliedern der Gemeinde rechr zugänglich zu machen. Der öftere Besuch > deS Friedhofes und der Gräber seiner Vorangegangeaen - dar auf den Menschen einen versittlichenden Einfluß, hält 1 seine religiösen Gefühle wach und von manchem Fehltritt 1 zurück, weshalb ihn auch das Ritualgrsitz zur Pflicht;«• macht. Die weite Entfernung des Gottesacker« und ei! schwieriger schlimmer Weg dahin macht in dem Besuche desselben lässig, unv Biele werben Jahrelang nicht dahin kommen. Wir Kalten es daher für eine Obliegenheit der Vorstände und Rabbiner,, wo irgend ein« Gelegenheit! günstig ist, hahin zu wirken, daß die Friedhöfe nichr zu 1 entfernt seien. 10. P. in B. Giedt es Irrenhäuser, welche ausschließlich den Bekenner» des Judenrhums gewidmet sind? Aller-! oing«. Ja Deurschlaab kennen wir veren zwei: in Bap» , ceutb unter Dr. Würzburger und in Bendorf bei Codlenz unter Dr. Lissauer. Medailleur Abramson. In einem früheren Jahrgange dieser Zeitschrift gaben wir eine kurze Biographie dieses jüdischen Künstler-, der sich unter andern durch seine Denkmünzen auf deutsche Gelehrte einen bedeutenden Namen erworben. Er prägte Medaillen auf Weisse. Kant, Mendelssohn, Spalding, Euler, Sulzer und auf Goethe, der ihn an Schiller alS sehr geschickt! empfahl. „Kennen Sie einen Medailleur Abramson in ’ Berlin, fragte Schiller in einem Brief« an Goethe vom 7. Februar 1706, und haben Sie Etwas von feinen Ar- ' beiten gesehen? Er schreibt an mich meiner Zeichnung wegen um eine Medaille zu machen. Ich möchte aber doch wissen, 1 was an ihm ist." Darauf antwortete Goethe (b. 13. Februar): „Der Medailleur Abramson ist geschickt: wenn Sie : ihm gönnen wollen, daß er Ihre Medaille macht, so würde; ich rathen, sich von unferm Klauer en uied.iillon erst dos- ’ siren zu lassen und einen Gipsabguß nach Berlin zu schicken: hiernach kann er besser arbeiten als nach einer ' Zeichnung." K. Curiosum. Wie ofr wird ungläubig über die hohen Lebensalterszahlen in der h. Schrift der Kopf geschüttelt. Jüngst starb im Dorfe Staude in Schlesien ein Veteran Loren; Hallacz, 120 Jahre alt, der nach seinem 90sten Jahre noch einmal geheirarhel und einen Sohn erhielt, der jetzt Husar,nunkerofffjiec ist. — Allgemeine Z eirung de« Judenrhums. No. 7. 1866. Inhalt: Leitende Artikel: Aus den Sturmzeilen in der Bibel. — Aufruf an fämmrliche Religionslehrer re. Zeitungsnachrichten: Preußen: BrcSlau, Eöln, Cola, Berlin. Oesterreichifcher Kaiferstaat: Berona, Lemberg, Lemberg, Neu-Berbaß, Neu-Berbaß. Frankreich: Paris, Paris. Notizen. Zu bezieheu durch jedes Postamt uud jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährig */* Thaler. Berantwortticher Redactair Dr. H. Lohe. «erlag vaumgZrruer'S Lmbbasrlunz in Jeipjig. — Druck «an >S. »reysiag in keip»ig r