Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksblatt Zur Belehrung und Änterhattung a-uf jüdischem Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig PWiPPson in Bonn. rfkl /» - »ca dicier *JeÜf4rift etf4rtnt eüwiühtaim«. Prei» de Sahr» n» . » lNo. 6. 1866J ‘ *gi JSÄIÄSi httÄ ¥BWmteT l". 3 *rS* l. Quartal. V HeKieie. Das Duell. Eine Erzählung aus der Wirklichkeit. ( jScdluß). 6. Die Familie meines Mannes, erzählte die Witkwe, war seit alter Zeit in der Stabt G. in Schlesien ansässig. Ein« Stunde von der Srabr waren dir Herren von S. begütert, ein sehr reiches und angesehenes Geschlecht. Der Vater meines Mannes, vielleicht auch schon der Großvater. hatte viele Verbindungen mit diesem adeligen Hause, und diente ihm in mancherlei Geld» und Handelsgeschäften. Dies pflanzte sich denn auch auf die Kinder fort und es bestand eine wahre Freundschaft zwischen dem Herrn v. S., dem Vater des Getödteten, und meinem seligen Manne. Der Herr v. S. hatte den edelsten Charakter; aber er war zugleich höchst leidenschaftlich, leichtsinnig, verschwenderisch und dem Spiel ergeben. Vergebens suchte mein Mann seine Freundschaft zu benutzen, um ihn von seiner tollen Wicthschafl zurückzuhalten. Er gab ihm in Allem Recht, ohne jedoch seine Lebensweise im Geringsten zu ändern. Als dir Franzosen zum ersten Male in Schlesien ein« drangen, und unsre Stadt alle Schrecken des Kriege-, Einquartierungen, Kriegskontributionen, Steuern, Feuers, brünste, Hungersnvlh erfuhr, war es der Herr v. S., der meinen Mann vom Verderben rettete, und durch seinen kräftigen Beistand unaufrecht erhielt. Aber mein Mann sollte leider auch bald Gelegenheit finden, eS dem Herrn v. S. zu vergelten. Derselbe hatte sich nach und nach in ungeheure Schulden gestürzt, dl« endlich über ihm zu» sammenschlugen. Mein Mann trat dazwischen, regelte mit unsäglichen Anstrengungen die Angelegenheiten seines Freundes und schlug ihm vor, einen großen Theil der überschuldeten Güter zu verkaufen,! um den Rest frei und wieder nutzbar zu machen. Dieses Unternehmen gelang, erwies aber um so klarer, wie, außerordentlich das Der» mögen de- Herrn v. S. zufammeygeschmolzen war. Die schlesischen Stammgüter gingen jn andere Hände über und nur ein mittelmäßiges Gut in der Näh« von dieser Ge» dirgsstabt, da- Heirachögut der Frau v. S., war' der Familie verblieben; sie siedelte daher hierher über. Aber auch meine-, Mannes Geschäft hatte unter die» sen Vorgängen gelitten; traurige Jahre gingen durch da- Land und verzehrten die letzten Sparpfennige des Bürgers. Unter diesen Umständen folgte mein Mann leicht der Einladung de- Herrn v. S., der ihn überredete, im hiesigen Kin e r a Im m De rw Städtchen ein Geschäft zu etabliren, da, Maße, doch durch die Empfehlungen sh« nähren würde. Eging auch and bei den mäßigen Bedürfnissen beiden damals noch so zarten wir ruhig in die Zukunft sehen, furchtbares Ereigniß ein. Der Her unverbesserlichem Leichtsinn wieder s« len ergeben, war dadurch in Lngf gerathen und machte eine- Tageschußl-feinrm Leben «in . Ende. Ich vergessen, alt . diese Nachricht mein und fast nlederschmetterte. Ader mulhe raffle er sich auf, und eilte fühlend, baß es gelte, jetzt die schwere des ungebeugt zu erfüllen. Herr u»-lückUchs Wittw« mit einem war nichts mehr zu halten; dl« wollten nicht und konnten auch viel-i Kriegszeiten nicht Beistand leisten; rin kleine- HäuSchey, dicht neben d und von dem großen Reichthume Rente für die Hinterlassen,n übri, sich da- Geschick auch über uns ent: wenn meinen Manne nur die Pfl der. Familie v. S. zu ordnen, a Nur noch wenige Zeit, und die pestj, che die Russen von den Eisfeldern bracht hakten, streckte meinen Mann und in das Grab. Sie können sich m,infame Unglück mich und die Fra dar^n, nur um so mehr zufamme seitzger Dienstleistung und Anhänglich leider sollt« diese Innigkeit nicht kleine Junker halt« eine unüberwindl meine Kinder gefaßt, die mit jedem Annäherung zu wachsen schien, hatfe unschuldiger Weife mein Marrj> war es, der den unbändigen Knab in den Wagen trug, der ihn mir Gute in die Stadt brachte. Der und, um sich geschlagen, er wollte ni von seinem Wagen, wer weiß von w ida fein verschwenderischer Barer Mägde und Diener de- Hauses m dm Zungen meinen Mann schon Juden" und Popanz bezeichnet bade» , wenn auch kn kleinem des adeligen Freundes, Alles nach Wunsch die wir mit unsren rtr hatten, konnten Da trat plötzlich ein v. S. hatte sich iw n«ji alten Leidenschaf« igende Verlegenheiten' durch einen Pistolen» verde die Stunde nie armen Mann traf nit wahrem Helden« ch dem Gute hinaus, Pflicht des Freun» S. hinterließ «ine . Von dem Gutt anbten der Familie icht in den damallgrn llles würden verkauft, m unsrigen erstanden, blieb nur eine karg« Doch nun sollte aden. Es war, wie cht, die Verhältnisse erhalten hätte, rtige Krankbeit, welihre- Landes mitgeauf daS Krankenlager denken, daß bat ge» v. S., meine Nach» -nährte und zu gegenkeit hinwies. Aber lange dauern. Der ch« Abneigung gegen Jahre und mit jeder Veranlassung bafli selbst gegeben. Er a auf feinen Armen er Mutter von dem knade hatte geschcien von seinem Pony, s allem fort, womit schenkt hatte. Die olchtea wohl dem wil» frühzeitig al- „den , und dieser Stachel De sei» c r