Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 13 (1866)
- Issue
- 4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1 Jüdisches Äolksblatt. Zur Belehrung und Unterhaltung auf jüdischem stekiete. Herausgegeben von Rabbiner Or. Ludwig Phili-Pfon in Bonn. fliü. 4. 186(5.] »en dieser £dtl<fctift erfäcint wSSeuUtch et»« Nummer. Preis de» Sabr» gang»! Tblr. VierteksäKrig 7 V Ngr. KBc Buchha«dt»tlge». Postämter »nd Znm«8*expevuio»e, »ebmeo Vestrld»»-e» »». Aldrg. 1. tzumtsl.) Das Duell. Eine Erzadlung aus der Wirklichkeit. (Fortsetzung). „Die Vorgänge nun auf dem Zimmer Rosenthalwaren einfacher und folgerichtiger-Art. Sie drangen in das Zimmer ein, schlossen die Thüre ab und nahmen den Schlüssel zu sich. Jetzt begannen von Seiten de- Herrn von S. die nur erdenklichsten Aufreizungen und Beschimpf» ungen. Besonderrichtet« er sie gegen die Religion und Abstammung Rosenthal-, die ich Ihnen nicht wieder» holen mag, und fügt« bann Kränkungen gegen die Mutter und Schwester de- Letzteren ko schmutziger Art hinzu, daß Rofenrhal aussprang und selbst nach dem mktgedrachlen Schwelte griff. Sah er doch ein, daß ein anderer Aus» weg nicht mehr übrig bliebe. Mit einem furchtbaren Hodngelächter stellte sich Herr von S. seinem Gegner gegenüber. Ader feine Leidenschaft war fein Unglück. Odschon al- Raufbold dem Rosenthal an^kunstsertiger und geübter Hand weit überlegen, machte ihn doch feine Wuth blind, während der Andere seine Fassung und Besonnen» heit bewahrte. Bei dem zweiten Gange schon wollte er durch einen furchtbaren Hieb seinen Gegner zusammen» hauen, gab sich aber dabei bloß und stürzte mit der Brust in den Degen de- Andern. — Dieist die traurige Ge« schichte, die auch mir so viele Unruhe und schweren Kummer verursachte." Ich hatte die Erzählung mir tiefer Bewegung ange» hört, und fragte nach einer Pause: „Und wie fiel die Untersuchung au-?" „Wier. sollte sie au-fallen? der Thäter war nicht da, und «- gab daher keinen Grund, die Untersuchung weiter zu führe», alich Ihnen eben erzählt habe. Der Eine ruht im Grabe, der Andere irrt kn Amerika umher, wen interessirt daher da- Weitere? Der Sekundant bekam ein halbe- Jahr, der Paukdoktof einen Monat Gefängniß. Dann wird die Sache vergessen fein. So Etwataucht im Augenblick auf und schwimmt mit de» Strome de» Lebeadahin." „Und hätte demnach Rofenrhal nicht auch vernünf» tiger gerhan, wenn er hier geblieben wäre und fein Urtheil ruhig erwartet hätte?" Mein Wirth sah mich längere Zeit an und schien mit der Sprache nicht heraus zu «ollen; endlich sagt« er: „Na, Ihnen kan» ich meine Meinung sage«. Rofenrhal hat sehr Recht gerhan. Wie haben hier nicht wie im Nachbarland« Ge» dir H i Är« schworenengericht und unabsetzbare 9 i v. S. hatte, wie sich bei der Un«r einflußreiche Verwandte,, die sich am ten, daß ihr adeliger Neffe von gefallen. Sehen Sie, so eia zehn thal jedenfalls bekommen, und womit dem Rest feine- Lebenan!" „Ader, Herr M.," fragte ich we schichte isdja doch eigentlich nur da-Ende der sich durch davergangen« Leben d Männer schlingt. Haben Sie aich!- sich diesemerkwürdige Ereignlß ang sich nicht um die Hinterlassenen der Mein Hau-wirtb sah mich mi „Nein," sagte er, „ich weiß nur was aktm steht; da wo der Richter stehn stehen. Junger Herr, man muß Neugierde hüten; di« ist beschwerlich oft Ungelegenheiten. Wir können. Sache ändern." Hierauf hatte ich nichtmehr abschiedete mich mit herzlichem Dank Ader mein« Neugierde, oder vielmfi nahm« war doch größer aldie de- und de- Herrn M., und ich beschloß, noch weiter nachzugehen. chker, und der Herr suchung zeigte, viel« neistm darüber arger» and eine- Juden hrchea hätte Rosen» ängt dann n'n Mensch Am andern Morgen rief ich den Herrn Eommijsioaäe der Universität, vulgo Stiefelfuch-, herein, und stellte ihm die Frage: ob er Etwavon den De hältniffea de-Flücht» ling-, namentlich über feine Heimat; wisse, erblasste, und machte ein sehr ded mochte wohl glauben, daß seine Repu ation auf de« Spiele steife, räusperte sich, und begann ehwastotternd: „Ja, Herr, dieser junge Äann war der kommendste Mensch von der Welt, wie «in Grab. Atle meine Kunst freundlichste, zuvor» >o6d' aber verschlossen aui seiner Person Etwas herauzu bekommen, glitt äu ihm ad, wie die Hand an einem Aale. Nun werde« Sie denn niemals Briese von ihm Wie in der Natur Alles, so hat <uch die Correlpondrnz^ der Herren Studiosi ein bestimmtetheilt sich in die vier Glieder: Familie r», Gelb», Mahv«, und Li «desbei,ft. Jede dieser Artm von Briefe» unterscheidet sich durch «ssmtliche Kennzeichen, w daß wir nicht l» Geringsten in Zweifel find, wk« es n il den jungen Herren 1er, „diese ganze Ge» eine« langen Fadens, r beiden unglÜcklichm vernommen, woher spönnen? Haben Sie Leiden erkundigt^ großen Augen an. in den Untersuchung-» dlied, blieb ich auch ich vor allzu großer und macht Einem a doch nichts an der zu sagen. Ich ver» von meinem Wirthe» hr meine riefe 2heil- Untersuchung-richterwvwöglich der Sache Sie mir sagen: Haben zu besorgen gehabt - System an sich, und