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Jüdisches Volksblatt · 1866-01-01 · 2 (1866) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
13 (1866)
Issue
2 (1866)
Date
1866-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Boltslilatt '3«f ' v; rr. ,n... Belehrung nnft Anterhattuag auf jützffchem HerLU-gegebetr'von Rabbiner vr. ^vtzWig Philipps»» in Bonn. i- . i Qtfitett. , [Wo, 2. 186Ö.] JHott bi ei ft ZciNLritl trfAciiit »oAntlift rin« Stumme». l'r«M de» 3abr« ga»ß« i Zblt. VierreNtbrig 7 '< jjgr. Alle Ouchtz«»dUlagf». p»ftä«»et »uv .4mw»i,«ek»edirio»«» »eb«r» BeSrÜi»«nr a». Zatu-K. 1. chusvlÄ.I Das DueL Eine Erzählung auder Wirklichkeit. (Fortsetzung) r. " In bet Stunde vor dem Mittag warf ich mich in MtiNe heften Kleid», um dem verehrlkchen Hau-hnm mein, Aufwartung zu machen. So unabhängig auch der Student ist, und so reicht er sich zu einem Wechsel feine- Quartieebestlmmr/ si) har doch auch fein Hau-Herr Gelegenheit genug, ihm seine Gunst oder sein Mißfallen fühlbar zu machen; und wenn daher nicht schon mein Verlangen, etwa- Nähereüber damir noch so rathstlhafre Erekgmß zu erfahren, mich angetrieben hätte, meinem Wirche einm Lnstand-vefuch zu machen, fv würde ich «- au- Höflichkeit und de- Vortdeils wegen doch gethan haben. Jrp fand einen sehr behäbigen, ältlichen Geschäftsmann, der wohl sein Schäfchen schon in- Trockne gebracht, und deßhakb da» Leben mit großer Ruhe deteachtekk; er saß in einem großen Lehnstuhl, den seln gutgenährrrr Körper au-föllte, mit einer langen Pfeift im Munde, der die Wolken doftmbeN Knasterau-stleß; seine Äangen waren so rund und rosig, seihe Augen blickten so krM, fein Mund lächelte so freundlich, daß e- Einem gleich wohl zu Mur he ward, und man fühlte: selbst die'traurigste Katastrophe von Diesem erzäbtt, könnte Einem da- Herz nicht allzusehr zerreißen. Nach gewechselten Höflichkrit-formeln ka« ich in leichtem Uedeegang von dem durch mich bezogenen Zimmer, dessen Annehmlichkeiten ich genugsam rühmte, «adev Hstu-defitzec sehr gern enrgegennahm, auf dessen ftÜheren Bewohner. Ich gab ihm meine Wlßdegieche zu »rfnrn««; und machte ihm deutlich, daß die näheren Umstände mich gerade zu« Bierden in der Wohnung bestimmen würben. Lei dieser Erwähnung der traurigen Geschichte blieb die Gestatt de- Winheganz unberührt in ihrer di-her»gea Stellung; aber feine Stirn legte sich «Falten^ und «ah« read er einige Augenblicke schwieg, rollte» die Rauchwolken schneller und stärker zwischen seinen Lippen hervor. ... m «) Rr. 1. dies« ÄrMuug in Rr. 51 d. $. «. 1866. Für die geehrter neorn Leser de* Bolkoblattr* bemerken wir, datziu Rr. 1 der Erzähler nur berichtet, wie er, auf der Uuiversiiäl St. aoge« laugt, ein Zimmer zur Wohnung nahm, in welchem vier Wochen früher ein Student und zwar Jude, einen andern im Duell erstochen hatte, und wie der Erzähler, um sich vor jeder Bangigkeit zu befreien, nach dem Borgange geforscht Hab« und mm mit« rheile, wa« er erfahren. Die Redaktion. „Gm, mein Herr. Ich fühle, »aß ich Ihnen diese traurige Erzählung schukvig bin, we l Sie esind, der meine Wohnung und so gewiffermaßei, mein Haumiedet in die Reihe und Ordnung der g iten und geächtete» Grundstücke unsrer lieben Universität »stabt bringt. Ihr einstiger Nachfolger wirb Nichtmeh davon wissen, und so fei e< denn, so Gott pekstl zum le rtrn Malr.- Sehen Sie, Herr Rosenthak, o »er wie man ihn in meinem Hause titulirte, der Herr D> krvr ■• denn' wenn es hier Sitte ist, jeden Mediziner nach feinem ersten Semester Herr Doktor zu nmnen, st verdiente ber Herr Rofeachal diesen Titel in Wirklichkeit - war der ffritfgfh; solideste, ruhigste und drscheidenste Mie ther. den ich jemals gehabt, und wir liebten ihn daher wi einennahest Ber, wandten. Er hatte auch bereitzwei Jahre, von seiner Ankunft allhier an, bei unch gewohl t, und ich erinnere «ich »icht, daß in dieser für einen S obente» fetze lange» Zeft auch nur eine einzig« Mißhestkgt lt vorgekvmmm sei. Dagegen machte er sich bei einer jeden Geiehmheir nützlich, und war zu allen Diensten, di, kn ftir Fach schlugen, fht» bereit; wenn irgend ^mandew im . dau se etwa» fehlte, sprang er ihm mit Rarh und Thar bei und wir hatten so viel Vertrauen zu ihm wie ijb »in m alten, ftprvdrm Arzte. Esind heut« fünf Wochen, alich von einem Geschäftsgänge nach meinem Haufe rückkchrte. ' Ais ich die Thäre mit meinem Drücker öfftl«!' wollte, merkte ich, daß da- Schloß anderweitig verßpkof m sei, und deatkkch vernahm ich ein Gewirre von Stk men und Geräusch audem Innern, wie ein mein« r stille« Behausung nicht gewöhnlich. Angst und Schrecke i üderffel mich, und ich schellte mir großer Heftigkeit. Adr eschien, als ob man zögere, mir zu öffnen, und schon schlug ich mir mei» neM Stocke mächtig auf die ThÄre. )a wurde nstr vor» sichtig aufgemacht, daß ich mich just noch -tncknschiebm konnte. Um fo schneller wurde wie er geschkossm Zu meiaem Erstaun« erblickte ich inner einm Srussntm, dep mir blankem Rappikr die Thür, dtebee versthlost und an derselben Wach« zu halten schier. 3« gleichet Zeit stürzte meine Frau wehklagmd auf i irkch los Mid schrie händeriagend: „Battr, Barer, oben liegt ein Student «rstochm, der Doftvr hat ihn im 2 int geködittl" — „Nicht so, Frau," rief der Student d ezwsschm, „nicht getödtet, verwundet nur, schwer ven uadrr, der Pauk» doktor ist bei ihm und verbindet i&n, ,- wird da« Leben »och nicht kosten?"^— Ich war wie vom Dourftr gft kühn,' und konnte^ mich kaum reg«. Da redet« der Studmr mich von Neuem an: „Wie ich sehr, sind Sie

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