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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 52 (1865) · p. Seite 208

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
52 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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208 . Und nun, freundlicher Leser, (ifj uns mir unsren : Wünschen Dir auch persönlich ganzs nahe treten. Wir brücken Dir im Geiste die Hand, urlb bitten Gott, Dir . deinen väterlichen Schutz und Segr^ angebeihcn;u lassen. Weiche auch Deine Umgebungen, ob die glänzenden ' des ReichthumS oder die kümmerliche), der Armurh, oder di, wünschenverchestcn, die des Mittels seien, mögest Du in ihnen wohl, ruhig, von ungestörter Seelenheiter- : trit und unerschütterlicher Zuversicht a«s Gott, Seine Vorsehung und das Recht leben, die Muhen kräftig tragen, die Leiden männlich überwinden und immermebr. die lieber- : zeugung gewinnen, baß ein wohlvollbrachtcS Leben heiligt», und beglückt! > : \; t._- ' Einige geschichtliche Miscellcii. (Aus dem!X. Bande von Kräh' Gx'chictue der Ju- ^en, den bas Institut zur ^örb. d. isr.ikl. Lst. in diei'em Jahre liefert.) 1. Eiin cgyplischeS Purim. Der letzte j üd r.sch - eg v'p ri sch e Kürst (Nagid) oder '^roßradbiner Isaak Schalal, wurde-seiner^Würbe von den Türken entl.-tzt undbas Rabbinar von Kabira erhielt der 'panische Einwanderer David Jbir-Abs.-Simra. Wabtend seiivs RadbinakS schwebte eine schwere Ge- 'abr über den Häuptern der Kahiraner Gemeinde. Der .'irrte viceköniglicbe Pastba von Egrprcw,. A chmed Schailan (Samn), dcc.^mil dieser hoben Würbe für keine ')eldenlh.,ten bei der Eroberung von Rhodus belohnt worden war, hegte einen Plan. Egypten von der Türkei wieder loSzureißen und sich zum selbstständigen Herrscher desselben -.ukzuwerfen. Als, ihm die ersten Schritte dazu gelungen waren, stellte er »an den jüdischen Münzpächr'er Abraham de Castro das Ansistnen die Prägung der Münzen mir seinem Namen zu verleben. Dieser ging zum Schein daraus ein und ließ sich den Befehl dazu schriftlich von Achmed aussteilen. Damit versehen, suchte er sich heimlich aus Egypten zu entfernen und eilte nach Eonstantincpel an den Hof Sulaimans II., um Anzeige von dem verrätherischen Abfall des Pascha zu machen. Dadurch fand sich Achmed in der Ausführung seines Planes gehemmt. Den Zorn über'de Castro's Flucht ließ er daber an den Juden aus, warf einige derselben, wahrscheinlich de Castro's Verwandte und Freunde, in Kerker und gestattete den Mameluken, das Judenquartier in Kerbira zu plündern. Auf die Bemerkung eines RaibgrbcrS, daß das Vermögen der Juden von Rechtswegen ihm, dem Herrscher, gebührte, rbal Achmed Schairan dem Plündern Einbalt. um seine eigene Kasse nicht geschmälert ru sehen. Er entbot darauf zwölf a»g,sek,ne Juden in seinen Palast und legre ihnen bas Herberi'chaffen einer unerschwintzlichen Summe binnen kurzer Zeit Luf, mir der Drohung, wenrr sie seiner Forderung nicht nachkämen, sie mit-Weib und Kindern unbarmherzig umkommen zu lassen.; Zur größeren Sicherheit hielt er die berufenen Vorsteher, wahrscheinlich die Rabbiner David Jbn-Abi-Simra und Andere. als Geißel zurück. Das Flehen der Gemeinde um Nachsicht und Aufschub beantwortete der Wüthrich mit noch schrecklicheren Drohworten. In dieser hoffnungslosen Lage wcndrren sich die kahiranischen Juden im inbrünstigen Gebete zu Gott. Der Greis Samuel Sidillo sammelte fämmtliche unmündig« Kinder unter zwölf Jahcen, welche ebenfalls dem Tode geweiht warenzum Geber, in seiner Synagoge, und dieses jammervolle Flehen der Unschuldigen machte einen so tiefen Eindruck auf die Gemürher, daß die £«„« unvergeßlich blieb. Inzwischen hatten die Sammler eine bedeutende Summe zusammengebracht und boten sie vor der Hand als Abschlagszahlung an. Da sie aber kaum dem zehnten Theil der von Achmed Schaitan geforderten Summe entsprach, ließ fein ÄeheimLckceiber auch die Sammler in Fesseln legen und bedrohte ffe, so wie fämmtliche Gcmeindeglieder, Klein und Groß noch an demselben Tage mit dem sicheren Tode, sobald sein Herr nur bas Bad verlassen haben werde. In demselben Augenblick, als dcr Kalid diese Drohung ausgesprochen, wurde der Pascha von einem seiner' Wesire M o h a n, m ed - B ev der ihn zu tauschen gewußt, und von einigen Mikverschworenen im Bade überfallen und schwer verwundet. Es gelang ihm zwar, sich in seine de-! festigte Burg zu werfen, aber diese wurde von der aufgeboj lenen Bevölkerung Kahira'S gestürmt. weil Mohammed-Bcp ihr die Plünderung derselben verheißen hatte. Achmed Schalran entfloh zwar aus dem Schlosse wurde aber verratken, cmgeholt, gefesselt und dann enthauptet. Mohammed-Bey dei freite darauf die gefesselten jüdischen Vorsteher auS dem Kerker , und fämmtliche Juden Kahira'S von der Todesgefahr. Der Tag > der Errettung (der 27. oder 28 Adar 1524*) wurde ein. lange Zeit von den egvptischen Juden als Gedenktag (Kahiranischc I'urim, Fnrm al-Missr.ijin) gefeiert. 'i ES existirre clumalS eine vollständige Geschichlsrölle über diese Begebenbeir und daraus baden den Iubalt mitgelbciit: 2er anor.'.'ine Ben. des .>lr?ornot Uhiiu ,p. 19 , licmcue .Kore u. 32a und oC’ov’j Jbn-Berga in Additamenta zu Schöbet Jehmla m. 111. Tie'e > ecundärgnellen stinimcn daber in den HanotpunNen überein, difier^ren jedoch in Nebemimständen. noinemlicb in Be rrefi des Monats Tamms. Die zwei ersten Quellen acden den 23. 2t d a r an, der erstgenannte sogar den Wochentag. IbnrBerga dagegen bat dafür den 27. Adar. Worin die Liste ren; ibren Ur'vrung bar, ist 'chwcr zu ermitteln. Dazu kouunr noch eine andere chroncloai'kbe Dmerenz. v. Hammer, der das rragi'ä'c Ende des Achmed Dibaikau ansstibrliw erzählt beschichte d?S Dstnani'cben Reiches III. 2. 35-, ietzr dessen Hinrichtung unbestimmt nach einer türkischen Quelle in Febr. 1524 (das. 9loten p. i294 : „Achuied der'Berräkber bingcrichlel in Uebiul-Achir (gcfrruav;“. Aber der 27. Adar desselben JabreS fiel auf den 2. März, der 23. al'o auf den 3. Die eine oder die andere Dammangabe derubt demnach auf einem Irnbum. Allgemeine Zeitung des Jndenrhnms. No. 51. 1865 Inhalt: Leitende Artikel: Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: WcrmS. ÄuS Bauern. Preußen: -tralüind. Rbemberg, Berlin, Brom« berg. Königsberg. Oesterreichiicher Kaiserstaat: Dieu. Aus dem Dokajergebirge, Pest, Nagy-Mihalv. Italien: Aus Oberrtalien. G rarLb r r ra n n i e»: AuS Nordfngland. E orrefpondeuz: Ru-'sische Briefe ■VfT Zu beziehen durch jedes Postamt und jede BuLdaudluna. Iäbrlich 3 Tbalcr. vierteljährlich yA Tbaler. BerauNvortlic^er Rebacrrur: Dr. H. Lotz«. Lerl-z vo» io Sciv.i« -?reJ p?* •*. «tesHsj i» <r.r,:e

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