Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 52 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bollsblatl. ßf Ieöru 11 n unk) Unter(inftunij ans jüdischen HcranSgegrtm von 4^ e fi i e t e. Rabbiner Dr. Ludwig Pbilippfon in Bonn. [9io.52. 1865J 3<rn dtelcr AeilsLrikt ertötint »SLenllick eint Nummer. Preis bet Nabr» flangl l Iblr. Wtcrteliäbrifl 7 Ngr. Wie «utbbanblUAtn. Postämter - ' unb ^eNuugserpeduitLen nehmen Lestellunsen an. [12. c lahrg. 4. Quartal.] Der erste Verkündiger voller Glaubensfreiheit. Auch in Amerika bat die Glaubensfreiheit, insonderS die Gleichstellung der Juden, eine Geschichte. Die Spanier hatten sogar den „neuen Christen" die Auswanderung nach Amerika verboten; oie Franzosen gestatteten den Juden keine Anpflanzung in ihren Colonien; nur in Brastlien bildere sich unter dem Schutze der Holländer um 1624 ein« jüdische Colonie. Sechshundert angesehene Juden aus Amsterdam, Raphael Mofes de Agailar und Isaak Aboah an der Spitze zogen dahin. Aber 1664. alS Brasilien portugiesisch wurde, wurden die Juden aus Brasilien vertrieben. Ein Jahrzehend spater blühet« unicr den. Holländern in Surinam die Gemeinde der Savannah auf. In dm einzelnen nordamerikanischen Colonirn war die Stellung der Juden eine verschiedene und erst 1783 wurde mit der Constituirung der Union ihre völlige Gleichberechtigung entschieden. Dennoch nicht in allen Staaten der Union, denn z. B. in Maryland gelangten sie erst 1822 dahin. Um so mehr zieht derjenige Mann unsre Aufmerksamkeit auf sich, welcher zuerst, seitdem daS Cbristenthum bestand, die unbedingte Glaubensfreiheit verkündete und in der von ihm gestifteten Colonie zur Ausführung brachte. Es war dies Roger Williams und seine Colonie ist der Staat Rhode Island. Zum ersten Male deckte dieses Faktum 8. Greene Arnold in seiner History of the Stale Rhode Island and Providence Plantation (New-York 1859) auf. Daß Williams sein' Wort auch für die Juden zur That machte, geht daraus hervor, daß die Juden, welche Later so viel zur Blürbe Newperr'S deigetragen haben, m Rhode Island zum ersten Mal im Jahre 1684 erschienen und auf ihre Eingabe bei der Legislatur die Erklärung erhielten, daß sie dieselben Rechte gleich Allen genießen werden (Arnold I. S. 478). ES ist also ganz angemeffen, hier aazuführea, waS der ausgezeichnete neueste Geschichtsschreiber der nordamerikanischen Union, &. F. Neumpnn über die Ledenßschicksale und Meinungen jenes nterkwürdigm ManneS aussagt (Geschichte der Bereinigten Staaten von Nodamerika. Berlin 1864, Bd. I. S. 57.) „Unter den neuen Ankömmlingen war auch der Welsch» mann Roger Williams, ehemals ein Geistlicher der dischöflichm Kirche. Roger entsagte „diesem Aberglaubm" und der Heimath, um in Neuengland zu lebm, „wo keine LordS 'und keine Bischöfe, wo jeder seine Ueberi d zeugung auSsprechm'und darnach yanoem ourre. gläubige, freisinnige Geistliche u sollte bald erfahren, daß Willkür ohne LordS und Bischöfe stattfinde! Williams >verwarf den eingefsi jedes öffentliche!Glaub«nSbekennkni'ß. Flugschriften auSgehen, welche, in giofer Beziehuüg, seiner Zeit um vorauSeilrrn. Die Ansiedler, hieß königlicher Schenkung, kein-Recht König Jakob wäre so wenig brr zu verfügen, wie die indianischen Reiche. Man müN sich mit dm digen, ihren Grun^und Boden Religion lehrte William«, jeder Mi noch Belieben. Da« Volk und dessen Augen, Hände und bloß Befugniß zur Bestrafung d^r Glauben unb Gewissen liegen. Hätten Beamte und Könige da« fügen, so könnten sie ja nach Belieb Glaubenssätze aufstellm, wie in den Kirche, dann von den englischen Kc so häufig geschehen. Niemand sol einem Glauben, zu einem GotteSdi a rSdrücklich zustimmt, angchalten ti Die vollkommene Trennung d e unbedingte geistige Freiheit d«S sitze zum Purttanerwesen jener T g sprechen und zwar, zum erstenüi kichen, im Verlaufe der ganzen christt Der kühne Prediger, welcher Religi a iflöSbare Verbindung brachte, wv Widerruf vor!die versammelte Geil h>it, Uebereinstimmung im Glaube« Nossen, ist notwendig. „So Heinrich VIII. und die blutige Mar^a die Geistlichen^ wenn die Magistra dürfen, wie k^nn die Kirche vor kai Äe aus t ka i wie kann die!wahre Religion erd« sich die Wahriekt nicht gegen de« sh ist Satan mächtiger als Gott, Da« Volk sich selbst üderlaffen, herau-finden. §§S bedarf der Fü! Menschen im Gängrlbande, so w ständig werden, immer der Führer könnt die Menschen durch alle er feinfühlmde Mann und Verfolgung auch können, rten KatechiSmuS und Er predigte und ließ politischer wie in rekt, mehrere Jahrhunderte eS, hätten, vermöge auf ih^> Ländereien; chtiqt gewesen hierüber Häuptlinge auf feine Einheimischen verstän, fen. In Betreff der ge glayden und lehren i!ine Beamtm, welche rkzeugs sind, haben »ürgerlichm Verbrechen, rhakd lidre« Bereich,-. Ikechr hierüber zu ver» n bald diese, bald jene Concilien der römischen nigen und Königinnen e, niemand - dürfe zu nfte, welchem er nicht erden. n Kirche und Staat, Einzelnen, im Gegen, ge, war . hiermit ausal von einem Geist, lichen Ki'rchmgeschichke. und Freiheit in un, de zum, Verhöre, zum lichkeit gerufen. Ein, , sagten die AmtSge» lchen auch die Päpste, Aber, entgegneten sich nicht einmifchrn Jrrrbümern bewahn, lten werden? „Kann Jrrthum behaupten, vaS ich nicht glaube." n die Wahrheit nicht rer. „Haltet ihr die e^den sie nimmer selbstbedürfen. Nein, ihr -f nnlichm Verfolgungen v» n