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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 51 (1865) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
51 (1865)
Date
1865-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volkölilatl Zur ßclPt)riinq uni) Uviterfrattung nuf Herau-gegeben von Rabbiner 1)r. Ludwig Phili-pss» in Bon». jüdischen r«i ^4 4Q/»» *1 *cn tiefet erfAeint »«Aenül6 eise 9tammet. Trel# te# 3«lr» r . tk l , t . , - vlV. 51 loOO.I >*“««< > Lbtt. *tcneli«»m 7 % Rgr. Mt «u6teHtkm«CK, Pttzn»ret | > InRTfl* 4. MUAsiAtl t- J unt 3ettunfl*ejsebmrnen netmen CefieQungai an, U c ' » J ßeüifip. Das Duell. Eine Erzählung auder Wirklichkeit. 1. .Es war im Anfänge der zwanziger Jahre, alS ichnach K. kam, um di« Universität zu beziehen. Ich; kam mir einem vollen Herzen von Hoffnungen, Plänen und Entschlüffen, aber mir einem schmalen Beutel, der mir Sparsamkeit und Ordnung zur Pflicht machte. DaS erste Geschäft, das mir oblag, war eine Wohnung zu suchen; und um diele zu finden, wiemich eia Bekannter an einen Mann, der da- Faktotum der Studenten war, und sich mit dem hvchklingenden Titel eine- „Eommis» sionärder Universitär" schmückte. Er war ein -ältliche-, aber noch sehr rüstige- und höchst bewegliche- Männchen in einem blauen Leidrock mit blanken Knöpfen, einer Weste von purpurrvthem Zitz und gelben Nankingholen, di« er in die helllackirten Stiefeln aesteckt trug. Auf seinem Haupte, danur noch mit spärlichem weißem Haare bedeckt war! trug er einen thurmhoben Evlinderbut mit schmaler1 Krempe, welchen schon mehrere Geschlechter von Studiosi-, gesehen hatten. So wie ich ihm vorgestellk war, bemächtigte er sich meiner älseineerklärten Eigenrhum-, und bi-ponirte über Alles, was ich in der nächsten Zeit zu tbun Härte, um rite installirl zu werben als rin^vlollderechtigtes Glied der »ms water. Mit einer Schlauheit, bi, ich dem trotz seiner vieler Falten ganz einfältig au-sebenden Gesichte gar nicht zugerraut hätte, und der ich mich nuf kein, Weise zp entziehen" vermochte, hatte er in einer Viertel« stunde mir da- Bekenntniß aller meiner Verhältnisse ab» gelockt, haß er nicht allein wußte, was meine Eltern wären, wie viele Geschwister ich hätte, wie emir auf der Schule ergangen und so weiter, sondern auch wie groß, oder besser wie klein mein „Wechsel" sei. Nach dem letzteren Geständniß fürchtete ich, daß er mit feinen Diensten etwas lauer werden würde und ich gab ihm diegeradezu zu verstehen. Da kam ich aber schon an. Da- Männchen warf den Kopf sammt dem ellenhohen Hute "ln den Aar ckrn zurück, streckte die Brust hervor, spreizte die Beine auseinander, und legte dir Hand auf da- Herz. „Waglaubrn Sie von mir?" rief er wie entrüstet au-. „Meinen Sie, daß ich meine Dienst^ noch dem Zollstock ihre- Wechseladmesse? Meinen Sie, ich beuge mich vor dem schnöden Golde? Nein! Ich liebe die Studiosi, und habe vor allen Relpect. Und warum? Nicht vyr dem, wasie sind, «sondern vor dem, e asie werben können! Ich habe schon vor vielen Excell« «zen gestanden,, die al- Studente» mir meinen StiefelfuL sold schuldig geblieben; und sie «rinnetten sich dessen sehr freundlich, und tbaten es mir zehnmal gut. „Uedrigen-,' und sein Ernst wich iinem feinen Lächeln, „glauben Sie mir^ esistd nicht di« reifen Studiosi, die am b sten und pünktlichsten zahlen; bi, w.'-iger bemittelten sin! viel dankbarer." Und da- Männchen machte ein i Verbeugung vor mir. Wir gingen nun an die Aufg be, eine Wohnung zu üchen. Dabei befolgte der ehrenw rth« Stiefelfuch-, oder »esser des .„Commissionär der Uni »ersitäl" seine besondere Lsethode, die ihren edlen Ursprung in seinen Verbindungen nik dem Hausphilistern, d. h. m>: den Vermindern von LZolmungen laben mochte. Er führte nämlich seinen Klienten stetzuerst nach den prl chtigstew,' bestgelegenstea ind bequemste« Logis, felbstverstänl sich darum den tbeuer, len. Biß. man nun hier nicht ai . fo geleitete er seinen Schutzbefohlenen, dem der Geschmack nun schon verdorben war, nach d!en schlechtesten und entlegensten Kabacken, sicher, daß e-> den Suchenden um so widerwärtiger wäre, 1 in einer solches sich niede'rzulassen. Um so gewisser wählte | hun eine gu^e Minelwobnung, irren Preis die Quere, ' dir man sich!dafür bestimmt Ham, bei weitem überstieg.! Ich durchschau^, natürlich damalliele- Manoeuvre nicht. , An Räumlichkeit und Reinlichkeit v>m Hause her gewöhnt, verließ ich seqfzend die schönen Oaartier^ und eilte mit! Ekel auden häßlichen Löchern. > 7 der die Mittelwohrrun: ' gen — sie waren mir alle zu the, er!. Wir waren schon wacker umher; «laufen, und mein l Begleiter sah, durchaunicht ermüdet aber /ehr sorgenvo au-, und mit jeder Wohnung, dif wir wieder verließt rutzzelre sich seine Stirn immers ^mehr, und z»ckte» seine Achseln immer öfter und stärker. Wie gingen gen de durch die dicht am Markt gelegene M. straße, als min Führer vor einem, zwar schmale» und engbrüstigen, b chen, aber zierlich an» geputzten Hautse sieben blieb, und mit dem Finger an -essen Fronte m die Höbe wie-. Nach eine» kleinen Paul« sprai), er mit sehr ernstem Gesicht«- zu njit: „Haben Si, D urh?" Ich war über! diese Anrede erstaunt, und fragt«: .Zweifeln Sie hieran?! Wafür Mufh meinen Sie denn?" Das Märinchen hob sich aus dl n Zehen in die Hohe, brachte seinen Mund an mein Ohr und.flüsterte mir mit hohler Stimme zu: ^Fürchten?>e sich vor Gespen» Kern?" Ich prallts zurück, und erwied rtr mit finsterem Ge» k

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