Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 50 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksblatt. Zm Belehrung Anterhattung auf jüdischem Hebiele. Herau-gegeben von Rabbiner vr.. Ludwig Phill-psou in Bonn. Mo. 5«. 1865.] t*en diele» ^cftKkcifi RttMi lauf< i Zbtx. VienMÄn« t % Kg». A»e V«chd«»d>»»»e», Peslämie» ,a» Antni-sexpedino,», »ed«e» V«bgp»»oe» a». e^^li [12. Jahrg. 4. Quartal] C Die Stiftung. Erzählung aus der jüngsten Zeit. >' (Schluß.) ' 4. Zur bestimmten Zeit erschien der Ur. Mandel in der Wohnung trotft. Hännele machlk einen schwachen Der. such, ihn von ihrem Herrn zurückzuhalten, indem sie ihm aufgelau«et,uad ihn nun durch die Meldung abzuwebren suchte, der Kranke schlafe. Dieser aber mußte wohl so etwabefürchtet und sogleich bemerkt haben, und gab durch da- Rätttin de- Stuhleneben feinem Lager zu »r-enoen, daß er nicht schlafe. Ohne Weiteretrat daher der Rabbiner eia und nach kurzer Zeit saß er am Bette de- Kranken und Hännele war audem Zjmmer --esandt. Vergebenlegt« fl» ihr Ohr an da- Schlüssellochs -Der- Rabbiner hatte sich gewöhnt, bei Kranken deutllch, adeo leise und sanft zu sprechen, denn er wußte, wie alle Rer, Den de- Leidenden und namentlich die de- Gehörallzuleicht gereizt und verletzt werben; und Levy verbot es di«' Schwache, anderals kaum vernehmbar zu reden. Aber sie mußte' den Dingen ihren kauf kaffen und tröstete sich mit drm Glauben, daß Levy sein ihr gegebene- Wort jetzt sicher halten werde. Der Rabbiner machte noch ei«»mal «inen Versuch, da- Hrrz de- Kranken gegen seine Verwandten milder zu stimmen. Ader vergebens, kevy unterbrach ihn nach den ersten Worten und sagte: „Herr Rabbiner, wir haben wenig Zeit, sparen Sie diese unnützen Work,. Glauben Sie -mir, ti geschieht nicht au- Rachegefvhl; aber zwei Dinge sind mir unerträglich, zuerst daß mein Bruder darüber doch nur hohnlachen würbe, daß er den Ertrag meinearbeit-vollen Lebennun doch titchlckekn, und danndaß in den Augen der Welt di« schändliche Behandlung ein,-- Brirdebznketzk noch bekohnr werden falle. Und-. darum 'will "ich, -daß er nichtbekomm,. Fangen Sie vielmehr gleich mit den Vorschlüge« an, um die ich Sie gebeten."' .Lhr Wille geschehe. Aber, Herr Levy, eist mir nicht möglich Ihnen bestimmte Vorschläge zu machen, bevor ich den Umfang der Mittel kenne, die Sie für bleselden bestimmt habe«: Denn es muß Ihnen ein. leuchten., baß nach der Größe dieser jene sich lichten müsseoz inan kann keine grvßen^Zwecke aufstellen, wenn gering« Krckfrr zu Gebote stehen/ und ebenso umgekehrt." Der Krank« flhien sich etwazu brdenkea, er mußte sich eine gewisse Gewalt anldun. Endlich sprach er: „Gut, so will ich Ihnen mein Geheimoiß aufdecke«. In diesem Schranke do-ö-likgen drei Pocket« mit guten Staatspapi,ren; dakleinste enthält Zehntausend Thaler und ist für HLnnele Marhibestimmt; dazweite Fanszigtausend Thaler und soll den Armenaastalten dieser.Stadt gehören; dadritt« Zweimolhunderttausend Thaler, und dies ist die Somme, welche ich für di« Anstalten festgestellt habe, deren Zweck ich mit Ihnen berathen will." Der Rabbiner wußte nicht, wif ihm geschah, aler solche Summen audem Munde de- Monnrauf dem fast ärmlichen Lager und in den Kärglichen Umgebungen »eroahm. Wie eeschrocken, blickte bald auf de« Schrank, der solch« sollte, und fand keine Wort,. Lerch lächelte zuerst, dann auk und er bemerkte: ganze» Gelb« .chafttt stieg ei» Sender aut sei«n7 Brust t,92««, Herr Rabbiner, an diesnU kein Seufzer «ine-Bedrückten. kein g lud) eine- Betrogenen, und ebedarf nicht erst der Wo lehätigkeit, um es in seinem Werthe zu decken. Es ist lllleehrlich verdient, nur vielleicht aUjts besonnen zusair mengehalten und vermehrt 1^ Der Rabbiner, hatte sich gefaßt, wie ein Lächeln der Verklärung flog stber sein von geis i'ger Anstrengung und Sorge gebleichte- Antlitz, er fuhr Stirn und Gesicht, und sprach eul lich: „So lasten Sie unmir Gott an da- Werk gehen, undeistehrn, und einen Strahl letzten Stunden Ihre- Lebenwerfe Her« Levp, aber jwa» Sie dieffeitwird sich alei» erhabener Vom Al er Ihr Grab wölben bald auf den Kranken," Reichrdümer umfassen mit d«r Hand über und sein Segen wirb »er Seligkeit auf bi« u Sie erndre» spät, nicht genössen haben. and da- Glück ihregrvßen Werk aber und Viele werden darin eingehen Lebendarin fintun. Zu einem f müsse« wir eine Anleitung bei weil rtcn .Mensche« suchen, alwir sind. Sie werben den k5pr»ch unsrer Weisen kennen: „Au/ drei Dingen besteht die! B«!t, auf der Lehre, auf dem Gone-dienst« und auf wohlthärig n Werken." Hierin ist unalso auch dar Wink gegeben, wohl» wir die reiche Quelle zu lenken haben, die Sie uns «rösstren. Meine Booflhläg« gehe» fttf» dahin, daß 6 t mit der angegebenen Summe ei» Seminar gründe» zur Heranbildung jüdischer Lehrer , dawäre für He Thorah; damit bemfewen für ganz besondereine Schule bunde« werde, da «in Waisenhaus der, dawäre für di« Grmlluth üdischr Cantoren ver» wäre für die Abbdah, und endlich auch vater» und rchotterlofr Z-raeiit«kin» Ehaßadim. All,. drei N.- -