Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 46 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksblatt | Zur' Belehrung unO 21 nterQaftuui] auf jüdischem Heran-gegeben von Rabbiner Or. Lsdwig Philip-son in Bonn. ZeKikte. 4/» < r> i*» i Bo» dieser jdllditifi crf«tieint «echenittch ei>>e Nummer. Preis tief Jahr« rin A , . a. . , f illö. 40. lOOD.l »ang» l Lbir. Vierielsädrig 7i< Rgr. LU« Bu»bL»d>u,gr«. VoftLmler s 1^. SNkl!. 4. HUSfttU.! >- J »nt S«tun(i4<ft>tMUcacn aebmeo «efteüuuae» an. |! e <- J J Die Juden von Tetuan. Bon Herrmann CSdfm. * $ 8. Silken und Gebrauche. (Fortsetzung.), Die Juden von Teruan haben in ihrem Quartier siebenzehn Synagogen; fast alle sind sie trostlos düster und läßt auch ihre Reinlichkeit zu wünschen übrig. Ihre Einkünfte gehören dem Rabdiney und den Personen, welche dem Kultus vorstehen. Während des Oster- und Hüttenfesteverkauft man die Mizwoth, die Ehre die verschiedenen Geberstücke vortragen! zu dürfen u. s. w. Nur eine^ einzige, vor zwei Jahres restaurirre Synagoge führt den Namen: „Gemeinde-Synagoge," und ist sehr hell und reinlich. ] Die Geburt eines Knaben wird mit vielem Jubel gefeiert. Den Abend vor der Bhfchneidung wird das Zimmer der Wöchnerin mir Teppichen ausgeschmückt; man stellt da- Kiffe schel Eliahu hinein, und dahinter wird ein Thalamon errichtet, eine! Art Wölbung, welche mit dem Mäntelchen der Sepharim und vergoldeten Gürteln bedeckt wird. Darunter ^befindet flch ein Tisch, worauf eine bei der Stelle von Äineha geöffnete Bibel liegt und zwei Kerzen stehen, ffijfnn die Emgeladenen ankommen, verrichtet man da- Abendgebet, dann wird Kaffee und Thee umhergereicht nebst Kuchen und Zuckerwerk, welche sie mir nach Hause nehmen um sie Vortunker ihr« Familie zu vertheilen. Am Tage der Beschneidung, nach dem Morgengebete, begiebt man sich »in da- Zimmer der Wöchnerin, wo die Eeremonie der Beschneibung vorgenommen wird; dann reicht man den Gästen Eier, Nüffe und eine Art Kuchen. Nach dem Frühstück bringt man dazu v > i cch Wenn er einen vorher vo wirb der Knabe man den Morge den Vorderer u der mit. seinen T Knabe feierlich d seines ValerS, gibt. Die Geburt Schweigen aufgnjo antwortet man: Nur an dem T man /eine Freu Rabbinen, Vater gewählten Eiageladenen weich er Aqi t befähigt ist, hä t ec in der Synagoge' bereiteten Derusc; nach dem Derusch ur Thora aufgerb 'en. Hierauf beendigt sigotteSdienst, hält dann iine Collect« für den Synagoge, rabbinen, dann wird phillim und Festu gSgewändern bekleidete die Straßen geführt^ dis zum Haust welcher dann den^ Geladenen ein Fest >iner Tochter wich mit einem traurigen mmen; auf die fragen, der Neugierig'»» „Dada, una niöa,“ nickt-, ein- Tochreri ge wo man ihr den Nqmen äibr, ladet de ein und bringt da- Mädchen dem sie segnet und ihr;b«n vm ihrem Namen gibt; hierauf seicht man den ur,-Kuchen ,c. §• . Feier» und Fastlage. in feine Arme nimmt >ie reichen Leute noch ist und.sein« Haare da- Kind dem Rabbinen, der eS und es I segnet. Außerdem geben Abendeine Mahlzeit. Wenn da- Kind ein Jahr alt genügend entwickelt find, ordnet narr ihm die Peoth und gibt bei der Gelegenheit den ’ Freunden ein kleine- S'st. I Da- Tephillim-'oder Bar-Miztvah-Fest wird nie de- Samstags gefeiert, sondern an den» Tage, wo da- Kind sein dreizehnte- Jahr zurückgelegt hat, gewöhnlich am Montag! oder Donner-tag, wo im Sepher gelesen wird. An dieses Tage führt der Knabe hen Titel eine- Novio oder Bräutigam-. Die Araber beginnen, gleich den Juden, ihre Feste Mit dem Abende ckokher. Sie feiern den Ramadhan', welcher ln di« Monate März -der April! fällt, vom ersten Tage -e- Monatbizum letzten, also eine Fastenzeit von 30 Tagen. Sie fasten von Sonnenaufgang bis magred ch. h. Sonnen« . Untergang, was durch einen Kanonenschuß angezeigt wird, aber entschädigen! sich dann, indetn sie bjir gan^ze Nacht durch effen; nur um Mitternacht verrichten sie in den Moscheen ihr G bet. Um vier Uhx Morgens verkünden die Trompeten d 4 Herannahen de- Tage-. Diese lange Enthaltsamkeit fi hrt oft Krankheiten und sogar den Tobherbei. Uedrigen , wenn ein Kranker ober eine, schwangere Frau da- Fasten nicht vertragen können!, müssen sie espäter nachhoken, wenn ihr Gesundheitszustand eerlaubt. Der Tag nach t em Monate Ramadhan ist ein Feiertag, welcher durch fü lfzehn dizwanzig Kanqnenschüsse einge» telter wird. Au erdem feiern die Araber ^noch den^Kurbaa beyram, odet Opferfest tm Monate zil Hetzge, welcher in unsre Äkonare Mai und Juni fällt; Man kauft Hann als Sühni^fer ein Schaaf und ißt e- \n feinem Haufe.; [!' | Die Juden feiern dieselben Fest» und Fasttage» wie ihre europäischen ^Religivn-genossen. Auterdem^feiern sie noch den GedärÜtnißtag de- Tode- Most-, den siebenten