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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 37 (1865) · p. Seite 148

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
37 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148 nisse und meine ^tiCunfcbaften jutgegeben — w ungeheure Summe selbst bei dem Unbemittelten — ich' eine Nichtgefährlicher für uns und für Andere als ein vor» wie viel! schnelle- Urtheil, bevor wir mit den näheren und wirkhabe ich geheiligt und zu heiligen Zwecken vermeide^ wie.! lichen Verhältnissen bekannt sind. Aber auch in geistigen sie Moscheh mir hier auf die Lippen legt — r»elch' ein j Dingen sollen wir unS vor Schlüssen hüten, die nicht ungeheurer Abstand — und dagegen wie viel T it«S dab' > aus genauer Sachkenntniß gezogen werben. In der Phi» ich unterlassen. wie viel Bittende abgewiesen vor meiner! losophie und de« Naturwissenschaften sind von jeher die -i größten Zrrthümer daraus entstanden, baß man Prinzipien anflehen, 'äufstellte und Spsteme bildete, bevor man die Dinge und ihre Leschaffenherr näher kannte. Thüre, wix viel rauhe Worte noch hinzugefüg und doch wollet Ihr heute den Herrn um Segen um Milch und Honig die Fülle, um Heil uüd Glück für Euch? Doch, ich will Euch erschüttern, aber nicht zanz und gar erschrecken. Wenn eS wahr ist, baß Viele mif gar keinen, Viele mir sehr wenigen Guttharen heut> vor den Herrn treten, seinen Segen für das Neue Za >r sich zu erflehen, sich und feinem Garten oder feiner Gati in, seinen Eltern oder feinen Kindern, ach so viel, so viel Segei zu feinem neuen Jahre — auS feiner heil. Wohnung, ai6 seinem Himmel wirb er Euch doch segnen und Fülle und Heil dennoch a»f Euch herabschütten, wenn — Ihr umkehret, wenn Ihr in daS neueZahr mildem festen Wi len tretet, fortab will ich von dem Meinigen heiligen, waS der Herr mir geboren, und will eS nicht behalten, und will geben dem Levir und dem Fremdling, und veru enden für die Wittwe und Waise, den Armen und HülfSb'dürftigen, baß, wenn abermals diese Stunde erscheint, td hintrere« kann vor den Ewigen und sagen: „ich habe hiov eggeräumt aus dem Hause das Heilige, daS nicht mir, fordern Dir gehört!*' — (Schluß folgs.) Talmudischc Weisheit. „Nicht jeder Mensch ist so glücklich, an m fischen zugleich zu genießen." (Berach. S.) Zn plai em Sinne heißt die-: Nur selten glückt eS. zwei Zwecke zu gleicher Zeit zu erreichen; in höherem Sinne: N» r wenigen Menschen ist eS gegeben, daS weltliche und gei lige Leben, daS bürgerliche und religiöse, die Sorge für >aS irdische und daS Streben für das jenseitige in richtigem Maße zu vereinigen. ,Nicht was du sagst, sondern waS deine fchen sagen" (Sanhedr. 19, 1.) In allen Dingen, die daS Ucrheil über unS selbst betreffen, müssen vir Iweniger unsrer eigenen Meinung, als der andrer Men st»en > trauen „Nicht die?6kauS. sondern daS Loch ist ber^Dieb." (Kidbusch. -6, 2.) Der Hehler ist ärger alS her Stehler. „Erst soll der Mensch lernen und dann urtheilen. (Sabbach. 63, I.) Dieses kurze Wort kann >ie mannigfaltigste Anwendung finden. Wir sollen übe, all uns erst genau von den Umständen und Vorgängen bevor wir' ein Unheil unS bilden ober gar Berank«» NehenmenlMter richten, auSsprechea. „Lehre deine Zunge sagen: ich weiß nicht; denn sonst könntest du lügen und leicht ertappt werden." (Berach. 4,1.) Der Ehrgeiz unv die Eitelkeit der meisten Menschen verhindern diese, ihre Unkcnnrniß einer Sache zu gestehen, selbst da, wo eia besonderes Interesse für sie gar nicht damit verbunden ist. „Nach dem Orte, den ich liebe, tragen meine Füße mich hin." lSucc. 53. 1.) Der Mensch thut gern und leicht, «aS ihm lied ist; selbst unwillkürlich wird er dazu getrieben. „Nach dem Garten ist der Gärtner." (Sot. 13.) Nach den Kindern kann man die Eltern, nach den Schülern den Lehrer deurtheilen, überhaupt aber nach der Art der Arbeit den Arbeiter, nach der Handlungsweise den Menschen.' Jndcß muß in allen solchen Fällen die höchste Vorsicht angewendet werden; denn eS müssen die gegebenen Verhältnisse berücksichtigt werden, wie bei dem Garten die Fruchtbarkeit des Bodens, die freie oder geschützte Lage, die 'Mittel u. s. f. „Nach dem Scharfsinn ist der Jrrlhum." Es ist ein sehr richtiger Sah, baß je größer der Scharfsinn, desto größer auch ber Zrrthum; denn deh Scharfsinnige läßt sich allzu leicht, durch daS Bewußtsein seiner Kraft verleitet, auf die Lösung von Problemen eip) die doch nicht zu lösen sind, und zugleich sucht er nach Einzelheiten, die ihn von der Erkenntniß beS Ganzen adziehen, findet in Nebendingen eine Bkdeutuüg, die ste. in der Gesammtheit nicht besitzen. AltgemeineZeirung deS Judenthum». No. 36. 1865. Inhalt: Leitende Artikel: Da« Rabbinat in Frankreich und in Deutschland. — Die Bethauser an den hohen Festtagen. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitung- Nachrichten: Deutsch l and: Dresden. P re ußen: Berlin. Oesterreichischer Saiserstaat: Krakau. Frankreich: Paris.Jtalien: Aus Oberitalien. Rußland: Bon der polnischen Grenze. Eorrespondenz: Briefe au» Rußland II. — ZK3T Zu beziehen durch jede- Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 -Thaler, vierteljährlich % Thaler. nlicher Redakteur: vr H. Lotze. «erlog von «aumgärtner's i HÄbwMung in Leipzig. — Dnut von S Nrevling in Lechzig

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