Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 33 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
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132 Erfahrungen gesammelt und allenthalben durch sein würdevolle» Auftreten und Benehmen imponirte, verhüitte den Schaden. Er ließ den Fürsten, der ihn seine» läherrn ( Umgang» würdigte, oft ächte Juwelen mit geschm ckvoller Fassung sehen, ohne sich irgend eine Absicht mirke» zu lassen, und machte ihn auf den Glanz, di« te und andere. Eigenschaften der Edelstein« aufmerksam. Eo ward der Kürst nach und nach selbst ein Juwelenkeuner Nun führte ihn der Juwelier in die Schatzkammer; » r Fürst sah und betrachtete Alle» mit der größten Aufm« ksamkeit und verwarf nun selbst alle» Schlechte; das Gut' behielt er, weil er dessen Werth kannte. Dann ließ er > geschickte Künstler kommen, welche die Juwelen vom Stau)« reinigen und die plumpen Fassungen von unedlem' Metalle - abn.bmen und an deren Stelle andere fertigen' mußten, j bi« dem herrschenden Kunstsinne und der Gesch nacksdildüng entsprachen. So ward das Cabinet gereinigt; die Juwel n glänz» ren in ursprünglicher Pracht, befriedigten alle Kr nstkenuer und erfreuten' den Besitzer, der sich hierdurch resonber» angeregt fühlte, die von seinem Ahnen gegen d n königlichen Geber einst ausgesprochenen Derpsiichtu »gen;u berbätigen. — Noch ruhen die Juwelen der Liebe und d> c Wahrheit, jene unvergleichlichen Lehren und Gesetze, vo n himm- : lischen Könige dem Volke Israel al» kostbares Geschenk j verliehen, neben vielen unächken Sreinen, — d. durch I Menschenhand eingesetzten, nicht mehr mit einer gesunden *j Anschauung darmonirenden Ladungen und Formeln, die - im Lause und in den Bedrängnissen der Zeit em edlen , Schmuckebeigeselltworden, - weil eine läuternde und veredelnde > Reform in ihrem Kampfe mit Herkommen und lorurrheil ' noch nicht die ihr gebührende Slegespalme errunzen; noch > haben J^rtbum und Aberglaube selbst in viel, n gonge-! weihten Stätten ihr Panier entfaltet, weil das Volk die j falschen Steine des Jvthums und de» Aderzla! den» aus Unkenntniß und Gewohnheit eben fo und oft loch mehr schätzt, alS die Juwelen der geeffenbarten Rrligil n und der Wahrheit. Ihr Aufseher und Bewahrer der Juwelen unserer Religion, Ihr Kenner der Wahrheit! n ollel Ihr, i wie es Eure Pflicht gebeut, da» Cadinek vere nigen, so ‘ dürfet Ihr nicht ohne Weiteres das Unächte be! >itigen —, ■ denn beim Volke beruht der Aberglaube aus Gründen, worauf die Religion beruht: 'älli wird auch diese erschüttert! Wenn Ihr aber buch Wort und Tbar dem Volke richtige Vorstellungen der Wahrheit, durch Darlegung ihrer Merkmale, gebet:' dan», und -nur dann wird es alS Kenner der Wahrheit Vorur heil, Aber- . glaube und alles Unächte selbst verwerfen, ohne die Wahr-! -heil und die Religion zugleich zu verstoßen; aber auch dann werdet Ihr, nach dem Worte der heilig n Schrift, glanzen wie die Strahlen des Firmament», denn Ihr habt weiser gemacht! ‘( "^an. 12 3.) denselben > jener, so Der alte Begräbnißplatz von Algier. Am 27. Juni wurde auf dem alten jüdischen Fried« Hof, der in de« Nabe der Kalköfen nicht weil von dem Bab-el-Oued Thor« liegt, eine große religiöse Ceremoni« von. den eingeborenen Israeliten Algiers gefeiert. Der Platz dieses Kirchhof-, in welchem seit fünfzehn Jahren nicht mehr beerdigt wurde, soll zu einem andern Zwecke verwendet werden, und seit vier Wochen bringt man die Gebeine, die sich im alten befanden, nach dem neuen Friedhof, brr bei St. Eugsne liegt. Eine au» m«hr als zwei tausend Israeliten bestehende Versammlung hatte sich gestern auf dem alten Degräbnißplatz eingefunden, um nach ihrem religiösen Ritus dem AuSgraben und dem Ued,»tragen nach dem neuen Kirchhof der Gebeine der großen Raddinen, die an diesem Ort« begraben waren, deizuwodnen. Den Vorsitz bei dieser Ceremoni« führte der Groß« rabbiner, assistirt von drei eingeborenen Großcabbinen und in Gegenwart des israelitischen Consistoriums und der israelitischen Notadilitäten Algiers. Während de- Ausgrab,ns der Gebeine sangen sechshundert Anwesende Psalmen im Chor, und dieser Gesang hört« erst bei der Ankunft derselven Gebeine an ihrem neuen Ruheplatze auf. Bevor diese zahlreiche Versammlung auseinander ging, wurde eine Sammlung, die, wie man versichert, äußerst ergiebig war, zu Gunsten der Armen veranstaltet. Täglich werden sehr genaue Nachsuchungen angestellt, um dln Namen eines Großrabbinen aus Jerusalem wieder aufzufindea, der in einer Mission vor ungefähr drei Jahrhunderten nach diesem Theile Afrikas kam, und dessen Gebeine wieder aufa.funden worden. Dem RiluS der algerischen Juden gemäß, wird, sowie alle Leichname herüdergedracktt sein wehren, ein Trauertag (Hesped) in ganz Algerien gehalten werden. Folgende sind di« Namen der größten- Raddinen, deren Uederreste wieder aufgefunden sind. I.) Messaud den Ganun, vor drei Jahrhunderten de« erdigt; 2.. Salomon S.ror (R'di el Kbir), vor 220 Jahren beerdigt; 3.) Abraham Siari, vor zweihundert Jahren beerdigt; 4) Mimun Paffi, vor 111 Jahren beerdigt; -.) Aaron Moakti, vor 107 Jahren beerdigt; 8.) Samuel Aden KeSpy, seit 10? Jahren beerdigt; 7) Nurai.Azudid (R'oi el Kdir) seit 100 Jahren beerdigt; 8.) Joseph Azubib, seit 00 Jahren beerdigt; 8.) Abraham Tudiana. feit 8» Jahren deervigt; 10) Simah Durand, vor 70 Jahren beerdigt. Allgemeine Zenung des JudenthumS. No. 32. 1865. 2«halt: Lei ren de Artikel: Der Verein.für die allgemeinen Angelegenheiten te» JudenthumS — Dürfen Schenkungen und Skifiungen medifizirr werden? —Literarischer Wochenbericht. — Zeitung »nach richten: Deutschland: Aus Kurheffen, Au» Unterfranken. Preußen: Berlin. Desterrei chischer Kaiserstaat: Dien. Pest, Innsbruck, Aus dem Tokajergebirge. Aus Ungarn. Großbritannien: Southampton. Eo rrei p onv enz: Erwiderung. Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Xbalcr, vierteljährlich Xbaler. Perannvqnlicher Redscreur: vr. H. Lotze. saNilNjia iripjii. — Statt »ob G trtf'iDi to