Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 32 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 4)
- Language
- German
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12h Uten aus -Paris und den Staaten Pmlipp A gu» S verbannt. Ader er machte hier seine Studier Leitung des gelehrten Juda den J'aak, genann unter der Tire Leon. Nach dessen Tod, 1224 folgte ihm Jechrrl als Raddiner und Lckuloberhaupr von Paris. Diese von Tire Leon > gegründet« Schule oewabne unter seiner Leit! ng dreselde Wichtigkeit. Er Kalte 300 Schüler, die auf Kosten der : Schule logirl und ernährt wurden. 2«" 3^« 1240 am 25. und 26. Juni fand.zwischen Jechiel und' Nicho-! laS Donrm, einem abtrünnigen Juden, eine Diskussion in Gegenwart Ludwig des IX», der Königin 8 ilanka, des Hinzen Hofes und der Geistlichkeit von Paris, Tens und TenliSstatt. Jechiel war von drei ändert Radbinen begleitet, Samuel den Salomon auS Chatear - Thierry, Iu'da den David aus Melun, und MoleS den Jacob aus Eoucv. Der Gegenstand dieser Conferenz wa , die jüdi- >'chcn Gelehrten zu überzeugen, Saß der Talmud schmähende uns beleidigende Worte gegen IrsuS von N. zareth enthalt,. Aber Zechrel behauptete, baß der 2<faJ, von dem im Talmud die Rede ist. nickt Haupt des Ciristenkhum« fei, sondern eine andere Persönlichkeit, di, lar ge!Zeir vor ihm gelebt habe. Der berühmte Jacob den Mclc Hatte schon dieselbe Behauptung ausgestellt. Diese Conferen; war nur vaS Dorpiel zu einem Autodafe des Talmuds, im Jahre 1244. Die Pariser Universität wurde dazu berufen, ihre Meinung über dieses Buch adzugeben, welches Innocenz IV. als gi treslästerlich erklärte. In allen jüdischen Häusern in Pa iS .und andern Orten wurden Nachsuckungen gehalten^ und üder- Tinn verborgen liegt. Man muß sich nur die' Mühe geben, ihn zu-gucken. dann sinder man. baß die äußerlich scheinbar werthlose Münze doch einen inneren Werth hat. Tr,Hst du, da will ich dir, freundlicher Leser, hier ein Anekdötchen erzählen, daS du wohl schon zu wiebrrholren Malen gehört Haben magst, und eS steckt Nichts drm — sagst du wohl. Laß sehen! Ein großer Rabbi hat sich nicht gescheut, selbige Anekdote am.heil. Jomtipuc im GotreShaust vor einer grorcn Versammlung in seine Neilapredigt aufzunebmen. Emst kam ein Bauer, der noch nie sein Dorf verlassen, nach einer größen Stadt. Indem er müßig auf Gaffen und Plätzen Herumschlenderr, vernimmt er plötzlich lauten Trommelschlag. Alles rennt wirr durcheinander, uns der Bauer, der noch nie eme Trommel weder gesehen, noch gehört hatte, fragt einen Vorüdereilenden, was bas zu bedeuten have. „Dummer Bauer, weiß ec nicht," warf der Befragte rasch Hin. „wenn eS brennt, wird getrommelt ünd da« Feuer wird gelöscht." Der Bauer merkt sich dies wohl, erkundigt sich sogleich, wo solche Trommeln zu baden seien, kauft sich eine und reist beglückt nach Hause. Nach einiger Zeit bricht in seinem Dorfe Feuer aus, wie manche wissen wollen, von jenem Bauern wohlbedacht und eigen, händig angelegt, nachdem er vorher den Schulzen und alle Oors'oewodner mit dem Präservalivmittel gegen das Feuer bekannt gemacht und sich zur Ablegung der Probe den ConsenS verschafft hatte. DaS Feuer brennt und brennt, und der Bauer trommelt und trommelt; denn dadurch muß doch endlich dem Feuer Einhalt gethan werden. Und er hatte all. wo man ihn finden konnte, nahm man > en Talmud recht, das Feuer hörte wirklich auf, als bereits das ganze fort. Der Kanzler der Universität und die Docto en der Theo-> Dorf in Asche lag. Nutzanwendung: logie ließen öffentlich vierundzwanzig Karren. g füllt mit den. Banden dieses religiösen Codex, verbrennen. Seit diesem Augenblick begann Vas talmudifche Studium n Frankreich adzunebenen; Ludwig .IX. verbot, dieses alte Monument' zu besitzen und zu lesen. Jechiel selbst verlie Paris und Frankreich. Man weiß nickt genau die Zeit dieser 1 dreise; man verlegt sie gewöhnlick nack dem Jahr« 1257, weil ein Dokument unsres Pariser Gelehrten epistitt, da i aus Paris vom 7. November jenes Jahres datier ist. Wahrscheinlich zog er sich zuerst nach Griechenland zurü k, und deshalb nennt jhn ein Autor irgendwo Jechiel . uS Griechenland . wie ehemals siiaen Landsmann Baruct dann begab er sich nach St.-Jean-äWcre. Er j wo man fein Grad zeigt. Die Arik fein S Tod,« ist unbekannt, ebenso welches Alter er erreicht Hstt. Er hinterließ zwei sehr gelehrte Söhne, und zwei an zwei berühmte Radbinen verheirakhet wareü Werk JechielS in Frankreich, Deutschst»!» i ad Palästina fortsetzten. ' Anekdote. Mancher glaubt, Anekdoten hätten mt den Zweck einer momentanen Unterhaltung; dem ist ab, nicht immer s-. Es giedr ,d«r Anekdoten viele, in.deqen ein tiefer den Isaak; arb in Kalfa, Der Bauer glaubte, baß durch daS bloße Trommeln da« Feuer gelöscht werden würde; er wußte nicht, daß dies nur das Signal sei, um Wasser zu gießen. So auch Diele unter Euch. die da schreien und auf die Brust trommeln bei jedem relln rr — aber das Wasser, das da löschen soll das brennende Feuer der Sünde im Herzen, das bleibt auS; eure Augen bleiben trocken, keine Throne, kein Augenwasser, das da ziedl Zeugniß von der aufrichtigsten Reue und wo dieses Wasser fehlt, dort vrennt bas Feuer fort und fort, bis eS ganz aufgezehcr hat; denn das Trommeln allein nutzt NlcktS. j Moritz Gcünfetd. Töchter, di« welche da« Snlafl oo« ©««mgät Allgemeine Zeitung de« Judenthums. No. 31. Inhalt: Leitende A rtikel: Der Verein für die allgemeinen religiösen Angelegenheiren des Judeuibums — Rechnung» . Abschluß des Justitm« zur Förderung der israelitischen Literatur- — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten- Deuki'cdla nd: Heidelberg, Hechingen, Aus Würtemberg. Preußen: Köln, Hamburg. Oeßerrei chsicher Kaiierstaat: Laibach. Frankreich: Paris. Italien: Turin. Schweiz: Zürich Lengnau. Dänemark: Kopenhagen. Großbritannien: Loudon, Bradford. Orient: Bonn. rtjr* Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljädrlich Thaler. Bexanl rorrlicker Rebacteur: Dr. H. Lotze. Buchhandinng in Leivrig. — Druck von S Sre»si na in Veiv,,«