Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 31 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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124 „Ich bat« einen Lebensgefährten nothig; lbrr wohin ich auch meine Blicke wende, finde ich Nien ander», der mir gefällt. Ich möchte einen Gatten, der shön. sauft, mächtig und besonders prächtig wäre. ...Do kann ich den findend Da fallt mir der Sonnenball «tt; ja den Sonnenball will ich heirathen. Giedt es 6twas, das seiner Pracht und Herrlichkeit gleicht? Der Sonnenball trägt auf seinen Flügeln das Licht, während i lle Bewohner der Erde in Dunkelheit gehüllt schlafen." Der Sonnenball erschien gemde. Die Daus, außer sich vor Freude, ruft: „Ich habe dich stets geliel r, o schöner Stern! heute will ich dir den größten Beweis d »für liefern, ich will dich heirathen!" „Aber mein armes Tbierchea, du bist twricht, ecwiederle der Sonnenball. Warum ein Licht r ahlen, das jeden Augenblick verlischt? Wie oft bin ich nicht durch die Kolken verdunkelt! A, das Gewölk steh: weit über mir. ' Erhebe deine Wünsche bis zu ihm, ui d du wirst gtücklicher sejn." Die Maus suchte das Gewölk auf. „Ich habe dich lange gesucht, mein Gel edler, strein Liebling, komm, sei mein Gatte; ich werde dch nie verlassen." „— Wenn du mich heirathest, erwiederte >as Gewölk, mußt du dich entschließen, ein umherirrendes u td flüchtiges Leben zu führen. Der Wind stößt mich wo)in er will. Glaube mir, laß den Diener und wende kich an den Herrn: denn ich bin der bescheidene Diener des Windes." Die Mauslucht den Wind und findet hn in einer Wüste. . „Verlaß diese Wüste, sagt sie zu ihm , und komm mit mir. Ich habe dich als den Mächtigste, von allen Wesen zu meinem Lebensgefährte^ auserwahlt.' „Du irrst -dich sehr, antwortet der Win , wenn du mich . für mächtig hältst: a&, ich wehe vergeh ns, die geringste Mauer widersteht mir. O, wie vi« glücklicher würbe dich daS Gemäuer machen, als ich eS önnte!" Unsre Maus macht ihre Erklärung den Gemäuer. „Ich komme von dem Sonnendall, dem Gewi lk und dem Winde zu dir, um dich zu heirathen." „Geh! erwiederte das Gemäuer zornig; weil ich mich nicht so gut wie du bewegen kann, brauchst di mich deshalb zu beleidigen? Ach, du solltest lieber \ stitleid -mit mir haben; in diesem Augenblicke sogar verzehren die Maule meinen Grund; mehr als zweihunde t Familien' haben ihre Wohnung in meinem Schoße < ufgeschlagen und tbueil mir mir ihren Zähnew-und Füßen wehe. . Und du willst mich zum Garten . . . Unlre junge Liebende, getauscht in ihren l ühnen Hoffnungen, kehrte zu den Thieren ihrer Gattung zurück und nahm dorr einen Gemahl, dessen Gewohohe ten zu den ihrigen paßten, und der-sie niemals verließ. Beraotw > verl-j voll La»mgart»er'< f : Curiosum. Man schreibt der Bohemia aus Wien: „In Abgrorbnelenkreifen circulirt ein guter Witz eines bekannten geistreichen Grafen und Abgeordneten. Bei der Prüfung beS Cmtral-Rechnungsadschlusses in einer der letzten Sitzungen des Finanzausschusses wurde eine kleine Post von etlichen taufend Gulden beanstandet, welche den Titel führte: „Für Mäntel an das Haus Rothschild". Man verlangte von dem Regierungs-Commissar Auskunft, und dieslautere dahin, daß das Haus Rothschild eine kleine Provision dafür beziehe, daß es den östceichischen Staatspapieren im Auslande einen sogenannten Mantel beigede, d. i. die.Bestätigung, daß die Papiere echt seien. „Da sieht man", bemerkte der Graf, „daß die östreichischen Staatspapiere Blößen haben; Rothschild muß den Mantel jüdischer Liebe darum hängen." Rechnungs-Abschluß des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur für das zehnteIahr (I.Mai 1864bis 1.Mai 1865.) A. Einnahmen, einschließlich für Exx. früherer Jahrgänge und Zinsen. . 5824 17 Sgr. — A B. Ausgaben, 1) Defizit vom vorigen Jahre. . 193 — Sgr 4 A. 2) Honorare, Subventionen, Lorrecturen . . . 1674 « 20 « — « 3) Verwaltung. . 530 . — « « 4) Satz, Druck, Papier, Buchbinder u. Versendung . . . 3728 « 12 « 5 « 5) Porti, Drucksachen, Diversa . 201 « 24 t 5 « Summa 6327 « 27 * 2 « “äefidf" 5Ö3#"lÖäfor. 2 .V Den Jahresabschluß richtig und fammtliche Belege mit den Rechnungen übereinstimmend gefunden. Magd eb u rgfcen 5ten Juli 1865. Karl Friedeberg. M. S. Kaufmann. Allgemeine Zeitung des Judenthums. No. 30. 1865. Inhalt: Leitende Ar ikel: Die Versammlung in Frankfurt a. Main. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover, Leichlingen. Preußen: Anclam, Bonn. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien. Dänemark: Kopenhagen.— Correspondenz: Ein judenfeindlicher Lexikograph.— ZEST Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler rtlicher Redakteur: vr. H. tzotze. -hauvlung ül LeiPji-. — Druck von G. Sre»sj rlg io Liipjig