Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 30 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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120 und Niemand kann den Strom zurückstauen. ich dir offen sagen, daß ich die gewöhnlichen T> osteswyrte: „Hat man erst die Kehler erkannt, ergiebl sich Auch muß die Besserung von selbst," und: „Man muß nur nach t em Bessern streben, und es wirb bald Gemeingut werden,' für nicht diel mehr als schöne Phrasen halte. Die größter Anstrengungen Einzelner haben auf die Gesammrheit n « geringen Einfluß, und die Wirkung von Wort und! Beispiel ist nur eine sehr begrenzte. Es sind vielmehr die großen und nachhaltigen Bedingungen des Lebens, die gewaltigen Ereignisse und die mächtigen Geistesströmuntjer , die aus den Tiefen der Gesammrheit selbst hervorquill, n und sich Bahn brechen, welche wieder auf das Ganze »i rfen- Und darin liegt gerade der Trost auch für den Einzelnen. Er sieht ein, baß die göttliche Vorsehung di Aufgaben und die Lenkung der Menschheit nicht in de schwache Hand einzelner Sterblichen gelegt, sondern in der eigenen. allwalteNden Hand behalten hat; daß wir, wo wir elbst Nichts vermögen, der Vorsehung getrost zu vertrau« haben, so daß wir für uns nur die erkannt, Pflicht ge reulicts und gewissenhaft erfüllen müssen. So wenig w « dex stete ’ Wandel der Witterung den Bestand des Maschen und den Ertrag der Ernten bei aller Wandeldarke t und Verschiedenheit vernichtet oder gar nur bedroht, s« wenig wie die. allen Phaser^ des CulturlebenS anhaftenden Mangel die fortschreitende Entwickelung verhindern, so venig brauchen wir auch trotz mancher traurigen Erscheinung für daS Leben beS Judenlhums zu fürchten. — wir a ler et er Und das sehen wir denn auch, sobald einblicken. . AI' dieser unruhig« Menschenschwjr sich zuletzt doch wieder, und ein Jeder kehrt Hause und in den Schooß seiner Familie sinder , ec bei aller Unruhe wieder Ruhe, bei keit wieder Rast, bei aller Geschäftigkeit wi Tkätigkeit. Und selbst in den großen und g ten. wo daS Leben in Zecstreungen Wirbel: Spezifische in der Allgemeinheit nivrllirr zu sehen wir unsre Glaubensgenossen der Judenäe gehörig, und dis auf einen kleinen Bruchtheil ih> sie zu großen Opfern und Lasten bereit. Wie Reiser sich auch an diesem Stamme befind doch lebenskräftig da, mit tüchtigen Mgr^e Rinde, mit grünem Laube, Blüthen und ist H denn auch, worin ich für unsre Kei und unerschütterlichen Boden des Jubenlhijm Suchen wir vor Allem die Familie und in ihrem Bestände zu sichern, in ihrer Heiki tastet zu erhalten, ihre Lebenskraft zu heben ren, und wir können getrost den weiteren göttlichen Vorsehung überlassen. Hierüber mir schon gestatten, in meinem nachsten^Sch Reisebesdachtungen und Wahrnehmungen au Frühr > ie ver Beriaz »ob CanmgSttnet’ft tiefer hrn- U zerthei.lt nach seinem urück. Da Eilfertigbemessene roßten Städ- und allefein scheint, meinde antreu und für viele trockne , er steht und fester en. Dies den echten s erkenne. Gemeinde unange- Md zu meh» Verlauf de^, mußt du reiben meine chusprechea. i keil c der Curiosnm Man schreibt unS aus Wildeshausen in Oldenburg: Am 20. Mär; starb hier der alte, treue Diener de« Herrn A. Heinemann hieselbst, Namens Benjamin Isaak in dem hohen Alter von reichlich 95 Jahren nach kurzem Unwohlsein. Derselbe hatte als 13jahriger Knabe seinen Heimaths« ort Schentzendach in Bavern verlassen, um sich bei fremden Leuten seinen Unterhalt zu suchen, er fand ein Unterkommen in Frille bei dem Schwager des Herrn Heinemann, Herrn Meyer, und conditionirte dort 14 Jahre. Dur» seine Anhänglichkeit und Treue für seine Herrschaft kam er hier in Eondition, wo er 66 Jahre mit seltener Treue bei der Heinemannschen Familie blieb und Freud und Leid redlich mit ihr getheilt hat. Auch der besten Pflege haue sich der alte Bursche bis an sein Lebensende zu erfreuen. Treuen Dienst belohnt Gott! — Darum Friede sei der Asche de« alten treuen Dieners.' R. Drucksehler. In bas Gedicht „Jussuf der Sänger. II." in No. 29. S. 115. Sp.. 2. 3. 28 v. u. hat sich ein sinnentstellender Druckfehler eingeschlichen, indem es „feiner Kopfsteuer Münzen" heißen muß Die Redaktion. Allgemeine Zeitung de« Judentbums. No. 29. 1865. Inhalt: Leitende Artikel: Ueber die Erziehung de« Weibes zu »einem Berufe, nach Virchow. — Haben wirklich dir Juden Jesum gekreuzigt? — Literarischer Wochenbericht. — Zeirun g-Nachrichten-. Deutsch l a nd: Aus Rheinbaiern, Minden. Preußen: Breslau, Köln, Aus der Rhein- Provinz. Oesterreichischer Kaiserstaarr Prag, Austerlitz Schweiz: Bern. Italien: Au« dem Kirchenstaate. Rußland: Warschau. Nordamerika: Baltimore. Eorrespondenz: Da« jüdische Lehrerseminar zu Münster. ISST Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler _ «mhortlicher Redaeteur: vr. H. Lotz«. 9n*fcuMaag i« Set*jig. — 2*K(t »en S <re»si n« in Lei»;ig.