Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 29 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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116 2 uen — Geher ein — nicht dort ist das der Freiheit , ihr Edlen < ti ui) „Herr. mein Stöhnen wird ihnen sagen: zu glücklichen Tagen — in des Paradiese- . mehr der Erde Unheil zu schauen, — dort Joch auf immer gebrochen — dort beginn ewige Jahre-wochen, — wie könnt' ich Er. und Reinen — dahin «ine Thräne weinen? „Run. dann sei dein Name zu allen Tagen — an des Prangers Schanddaum geschlagen, -*• geladen bittere Schand' und Schmach — auf dein Haupt rnd sein Dach — und von dieser Stunde —■ aus de- Do kes Munde Jussuf der Sänger verbannt — aber Jussuf der Täuscher bekannt!"' — Auf der Straßen langem Gang — ste! en die Gaffer von Jsfahang — rufen: dort kommt Jussu der Täuscher, seht — Juffuff der Tauscher kommt und geht, — auf dem Schanddaum ist's zu lesen — Jussu ist ein Tauscher gewesen.'" — Jussuf wankt nach feinem Hause — schließt sich in die dunkle Klause, — siehe, da wirb sein Herz vo ll Schmach — wieder regsam und wach, — und eS eittströr lt der Thränen Fülle — wieder dem Aug' ihm rasch und stille, — und wie sie die Wimpern ihm baden — hat er auf seiner Lieder Faden' — sie all' aneinander gereih — nur dem eigenen Schauen geweiht', — eine Perlenst »nur um den Hals geschlungen — Thränen, in Liedern gpsungen.; \ Curiosilm fl» Sch r >en. Wer gern betrogen sein will, wird l eli ck r betrogen! Oie „N. fr. Pr." enthält folgenden Artik l: De"rona, 27. d.: Am 9. d. M. ersch eonvenlo degli scalzi ein Mann von 40 l sich für «inen J-raeliren ausgad unb ein de- Verlangen äußerte, recht bald in den katholischen Kirche ausgenommen zu we Zeit seiner Vorbereitung zum Empfang der verlangte und erhielt er eine Herberge im ge Hier erregte er durch seinen verzehrenden 8 gemeinste Aufmerksamkeit; er aß und sprac, unaufhörlich ein Crueifix, das ihm geschenkt brachte einmal eine ganze Nacht ausgestreck den einer Kapelle zu. Die Theilnahme noch mehr, als er versprach, nach Empfast Taufe sein Vermögen, das er mit 40,000 dem Kloster zum Geschenke zu machen, und dasselbe e'intreten zu wollen. Man freute sich allgemein über die schnellen Fortschritte ungebildete Mann im Katechismus machte, selbst, von der hitzigen Fehde her, die er storbenen Journalisten Perego batte, auch Diöcese bekannt,-sprach überall mit der gr von dem Kalechumenen, und that. alS er e f ir Z rauten im hiesigen ahren, welcher einbar glüdenoß der christ- Für die! heiligen Taufe i Kannten Kloster. | ußeifer die all-; wenig, küßte ' wurde, und! auf dem 8*'©* ' ihn wuchs! g der heiligen j bezifferte, ' als Mönch in und wunderte ' die der sonst 1 Pischof Canossa 1 mit dem ver- ' außerhalb feiner! c ßten Rührung l »mal in einer I Gesellschaft erzählte, daß der fromme Mann nach seiner Aufnahme in die Kirche auch seine an einen Kktzer verbeirathere Schwester zu gewinnen hoffe, die Aeußerung: „Gott im Himmel, der hier auf Erden schon so viele Wunder gewirkt bat, wird auch dieses^« Stande bringen." Heute vor acht Tagen fand die Taufe in der bischöflichen Hauskapelle vor einem auSgewählten, frommen Publicum statt, ohne daß man dem Täufling auch nur irgend ein Dokument adverlangt hakte; wahrend der Taufhandlung schwamm dieser i» Thränen. Die auf heute anberaumte Firmung des Neuvekehrten wurde durch einen Zwischenfall gestört. Derselbe wollte am Tage nach der Taufe einen Abstecher in die Lombardei, seine Heimat, machen, unter dem Dorgebea, sein Vermögen zusammenzuraffen und, dem Versprechen gemäß, dem Kloster zu uberdringen. Er halte die ttnklugheir. sich vom Kloster ein unverhaltnißmaßig großes Reisegeld auszudirten. Wie bisher die Patres in der Beurlbeilung deseltsamen Fremdlings völlig blind geschienen hauen, so wurden sie jetzt auf einmal scharfsichtig. Sie schöpften Verdacht und verabreichten ihm kein Geld. Daraufhin ließ er nun zuweilen seine Wolfszähne unter dem Schafspelz hervordlicken und erregte Furcht. Unter einem listigen Vorwand bestimmte man ihn, auf dem Polizei-Amt sich einen Paß auszubitten. Er ging in die Falle; zu seinem Unglück ist ein großer Theil de- Polizei-PersonalS aus der Lombardei, und kaum hatte er seinen Fuß über die Schwelle des Polizei-Amtegesetzt, so wurde der fromme Landsmann als ein in den Kerkern und Zuchthäusern der Lombardei wohlbekanntes Jndivibium entlarvt. Er gab sich bann auch keine weitere Muhe, sein Verbrechen zu leugnen, und gestand vorgestern, baß er eS ebensowenig mit seiner Frömmigkeit als mit seiner j üb ischen Herkunft ernst gemeint habe. Ec ist jetzt in den Händen deS hiesigen Tribunal- und eS giedt Leute, welche wissen wollen, daß ec nicht blos zweimal getauft worden sei.*) *' Man erinnere sich einer ähnlichen Geschichte, die vor Kurzem in Tvrol vorgegangen,-nur daß hier ein Bauerjunge den Helden abgab. So weiß schon Mt^Bolk die Proselvtensucht der Geistlichen auSzubeuten! Allgemeine Zeitung des JudenthumS. No. 24. 1365. Inhalt: Leitende Artikel: Haben wirklich die Juden Jefum gekreuzigt? — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Preußen: Neuß. Oesterreichischer Kaiserstaat: Przemyll, Pest, Tarnow. Correspondenz: Bericht über die Lonferenz des rheinisch, westpbälikchen LehrervereivS. — Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich Thaler Verlag mv ©airagartntr'i Ltraoßwortlicher Redackeur: Dr. H. Lotze. Buchhandlung in Lciprig. — Druck von <S Äretjfi ng in t